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Tag 5, zweiter Weihnachtsfeiertag
"Jetzt mal Kopf runter!"MAZAR-E-SHARIF Nahezu alles hat in Afghanistan eine Abkürzung: QRF 4 steht für Schnelle Eingreiftruppe 4 (Quick Reaction Force 4). Sie wird als taktische Reserve eingesetzt, beteiligt sich an Operationen gegen die Taliban und unterstützt Zugriffe, Durchsuchungen und Patrouillen. Der Oberst hat eine klare Devise: „Die QRF ist hoch motiviert, gut ausgebildet, modern ausgestattet und wird im Einsatz erfolgreich sein.“ Um das zu demonstrieren, lässt er heute Morgen die Technik auffahren: Maschinengewehre, Panzerfäuste, Sanitätswagen, Transportpanzer A7/A8 und das All-Schutz-Transportfahrtzeug Dingo 2A2/ 2A3.  | |  | Ehrenhain in Mazar-e-Sharif | | Kirche in Mazar-e-Sharif | Nach dem Besuch der Kirche, die zugleich Begegnungsstätte ist, und des Ehrenhains spreche ich lange mit dem evangelischen Militärpfarrer Hartwig von Schubert über seine seelsorgerische Arbeit. Wichtig sei vor allem, dass die Soldaten ein stabiles familiäres Umfeld hätten und der Kontakt in die Heimat nicht abreiße, sagt von Schubert. Er organisiert zudem Vorträge für Soldaten, um zu zeigen, was der Auslandseinsatz der Bundeswehr auch bedeutet: Fortschritte bei der Polizei und beim Rechtsfrieden, in Gesundheit, Bildung und Wirtschaft, Kultur und Religion. All diese einzelnen Erfolge müssen nur zusammengeführt werden. Mindestens genauso wichtig wäre es, auch den Deutschen diese Fortschritte zu vermitteln. Bislang erreichen die Deutschen allzu oft vor allem Hiobsbotschaften und Misserfolge – auch dies macht der Truppe zu schaffen. Der Pfarrer und ich vereinbaren, dass wir unser Gespräch nach dem Ende seines Einsatzes fortsetzen werden.  | | 
| Militärpfarrer Hartwig von Schubert
| | Heiligabend mit den Vertrauensleuten im Camp
| Egal, wo ich bin, ich spüre eine besondere Kameradschaft. Und die Kontakte, die ich knüpfe, erscheinen mir schon jetzt, nach wenigen Tagen, besonders gefestigt. Dies hat damit zu tun, dass eine Begegnung ohne gegenseitiges Vertrauen unmöglich ist. Wer den Auftrag hat, mich zu beschützen, muss auch die Gewissheit haben, dass ich keine Extra-Touren mache, sondern mich unterordne. Dass der Ton auch mal rau ist, wenn Gefahr droht – „Jetzt mal Kopf runter!“ –, gehört dazu. Als Politikerin bin ich ohnehin einige Sprüche gewohnt. Und meine Gesprächspartner wiederum wissen, dass ich auch Dinge für mich behalten kann. Dies ist unverzichtbar, wenn Vertrauensleute offen reden sollen.
 | Demonstration der Bergung eines gepanzerten Fahrzeugs
| Eine Baumschule, ein Munitionslager, ein Tanklager, eine Wasseraufbereitungsanlage – das ist das 200 Hektar große Camp Marmal. Ich gebe zu: Viele Männer besitzen einen Erfahrungsvorsprung – jedenfalls dann, wenn sie Wehrdienst geleistet haben, ob nun bei der „Fahne“ oder beim „Bund“. Doch ich lerne unheimlich viel auf dieser Reise. Das Logistische Unterstützungsbataillon ist der Umschlag für jede Ware, von der Feldpost bis zum Ersatzteil für Panzerfahrzeuge. Als ich dort bin, wird gerade demonstriert, wie ein gepanzertes Fahrzeug geborgen und verladen wird. Die Fachleute nennen es, wenn es am Haken hängt, "Fliegender Fuchs". Trotz modernster Technik ist auch diese Arbeit gefährlich. Jede kleinste Unachtsamkeit könnte das Leben kosten. Lesen Sie auch den sechsten Teil: Eine Begegnung besonderer Art
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