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Montag, 11. Juli►Reitturnier und Frauenfußball

Am Wochenende war ich zu Gast bei den 16. Landesmeisterschaften im Dressur- und Springreiten, die traditionell in Sukow bei Schwerin stattfinden. Das für Menschen etwas trübe Sonntagswetter war für Ross und Reiter optimal. Und ein Bierchen des Sponsors Willi Horn von der Lübzer Brauerei schmeckt ja bei jedem Wetter. Zu meiner großen Freude habe ich dort Heike Remer (im Bild rechts) wiedergetroffen, die Frau des Präsidenten des Landessportbundes, Wolfgang Remer, den ich bei zahlreichen Sportveranstaltungen immer mal wieder sehe. Die Entscheidung im Springen war übrigens spannend und fiel erst im Stechen. Auf Fußball übertragen ist das die Verlängerung, und damit sind wir bei dem „Turnier“, das unter den anwesenden Frauen im Mittelpunkt stand:

Bei der Frauen-Fußball-WM rechnete jeder mit fehlerfreien Durchgängen der deutschen Mannschaft. Die Hinrundenspiele wurden gemeistert, und dann das: Viertelfinale gegen Japan (übrigens auf Platz 4 der Weltrangliste), eine gehemmt und nervös spielende deutsche Mannschaft, Verlängerung, 0:1, Aus. Ein Ende, das auch in der medialen Inszenierung nicht vorgesehen war. Mir tun unsere Mädels richtig leid. Auch Steffi Jones konnte ihre Trauer und Enttäuschung kaum in Worte fassen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass „morgen die Welt vielleicht schon wieder besser aussieht“. Das ist genau der Punkt: Wichtiger als die sportliche Aufarbeitung ist es jetzt, dass wir ein guter Gastgeber bleiben. Die Frauen-Fußball-WM findet nicht deshalb in Deutschland statt, damit wir Weltmeister werden. Die Halbfinalspiele stehen an, und ich werde wie geplant am Sonntag das Endspiel live am Brandenburger Tor verfolgen. Und wer weiß, vielleicht werden die Japanerinnen ja Weltmeister – verdient hätte es das Land, das in den letzten Monaten so harte Rückschläge hinnehmen musste.


Besuch der Weltspiele der Special Olympics (7. Juli 2011)

Gestern Nachmittag um 17.18 Uhr platzte im südafrikanischen Durban der Traum von den Olympischen Winterspielen 2018 hierzulande. Schon im ersten Wahlgang stimmten die IOC-Mitglieder für Münchens Konkurrenten Pyeongchang. Ich werde mich morgen in meinem Brief aus Berlin noch ausführlich mit dieser Entscheidung befassen – deshalb jetzt nur so viel: Glückwunsch nach Südkorea! Natürlich sind einerseits sportliche Großereignisse in der Heimat immer etwas Besonderes – nicht nur für die Sportler übrigens. Die Faszination ist für die Menschen viel greifbarer, weil sie näher dran sind und die Wettkämpfe nicht nur als Fernsehzuschauer erleben. Andererseits soll ja gerade der Sport Grenzen überwinden – also muss er auch unterwegs sein in der Welt.

Ich habe jüngst mit meinem Sportausschuss-Kollegen Dieter Stier die Weltspiele der Special Olympics, der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung, in Athen besucht. Und wir haben uns keine Sekunde gefragt, ob Athen der richtige Ort sei. Es war der richtige Ort, weil die da waren, auf die es ankam: Sportler, Trainer und Betreuer aus mehr als 180 Ländern.

Einen kurzen Bericht gibt es hier.


Besuch der EM der Drachensegler in Boltenhagen (5. Juli 2011) 

   

Noch bis Freitag ist in Boltenhagen die Drachensegler-Elite zu Gast: Das Ostseebad, das zu meinem Wahlkreis gehört, ist Austragungsort der Europameisterschaft in dieser Disziplin. Insgesamt 75 Drachen aus 15 Ländern gehen an den Start – allein 17 Boote kommen aus Russland. Die Drachenklasse hat eine lange Geschichte. Das erste Boot dieser Art – 8,94 Meter lang, 1,95 Meter breit, 1700 Kilogramm schwer – konstruierte 1929 der Norweger Johan Anker. Nun ist so eine Meisterschaft in in Mecklenburg-Vorpommern für eine Sportpolitikerin ein faszinierendes Ereignis. Zeitgleich muss ich in Berlin sein, wir haben die letzte Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause. Aber wenigstens habe ich am Sonntagabend noch den Auftakt der Europameisterschaft besucht – gemeinsam mit unserem Landessportminister Lorenz Caffier. Vor der Eröffnung gab es eine Benefiz-Regatta zugunsten der Childhood-Stiftung der schwedischen Königin Silvia. Alle 75 Teilnehmerboote waren auf dem Wasser unterwegs, während Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft das Rennen von einem Begleitschiff aus beobachteten und fleißig Lose für den guten Zweck kauften. 1350 Euro kamen für die Stiftung so zusammen.


Parlamentarischer Abend des Deutschen Sports (25. Mai 2011)

Gestern war wieder so ein Abend, an dem ich mich am liebsten geklont hätte. Andererseits habe ich längst gelernt, Prioritäten zu setzen. Als Mitglied des Sportausschusses bin ich zunächst zum Parlamentarischen Abend des Deutschen Olympischen Sportbundes gegangen. Das große Thema vieler Gespräche war natürlich die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018. Am 6. Juli entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) im südafrikanischen Durban, wer dieses Großereignis austragen darf: Annecy in Frankreich, Pyeongchang in Südkorea oder eben doch München gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen.

München scheint durchaus Chancen zu haben und hat überdies in der Bewerbungsphase überzeugt. Andererseits überrascht das IOC mitunter auch mit seiner Wahl. Gefreut habe ich mich, drei bekannte Sportgesichter aus Mecklenburg-Vorpommern zu treffen: Wolfgang Remer, den Präsidenten des Landessportbundes, seinen Geschäftsführer Torsten Haverland und den einstigen Weltklassekanuten Andreas Dittmer, Ehrenbürger der Stadt Neubrandenburg.


90. Geburtstag des Lübzer Sportvereins (2. Mai 2011)

Bei Fußballern rückt das Karriereende näher, wenn sie die 30 überschritten haben. Die Ausnahme - also Lothar Matthäus, der noch mit fast 40 Jahren in der Nationalelf spielte - bestätigt hier nur die Regel. Die Fachwelt kennt auch das ideale Fußballalter, das zwischen 27 und 29 liegt. Angeblich.  

Nun ist am Sonnabend gerade die Knabentruppe aus Dortmund – Durchschnittsalter: knapp über Stimmbruch und erstem Flaum am Kinn – Deutscher Meister geworden. Man könnte also davon ausgehen, dass die jungen Kerle noch besser werden und erst um 2020 herum ein anderer Verein als der BVB wieder Chancen auf den Titel hat – wenn Kevin Großkreutz, Sven Bender, Mats Hummels und Nuri Sahin nicht mehr im idealen Fußballalter sind, sondern ans Karriereende denken müssen.

Sportler haben ein Verfallsdatum – Sportvereine nicht. Der Lübzer SV, einer der größten Vereine in Mecklenburg-Vorpommern, ist gerade 90 Jahre alt geworden – und munterer denn je. Gemeinsam mit unserer Landratskandidatin, der Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein, war ich am vergangenen Freitagabend bei der Geburtstagsfeier. Und wir erlebten dann nicht weniger als eine „Weltpremiere“, wie der Vereinssportlehrer Uwe Ohlrich behauptete: Die zwölf  „Powerfrauen“ des Lübzer Sportvereins zeigten, dass Gymnastikbälle auch wunderbar klingen, wenn man mit Schlagstöcken auf sie eintrommelt.

       

Mein Geburtstagsgeschenk zum 90. waren übrigens die 300 Euro, die die Besucher meines Sommerfestes im vergangenen Jahr im Gegenzug für das WM-Tagebuch gespendet hatten.

Und weil man einen 90. Geburtstag unmöglich verpassen darf, habe ich am Freitagabend leider nicht den 17. Kreissporttag des Kreissportbundes Nordwestmecklenburg in Grevesmühlen besuchen können. Ich habe in meinem Grußwort aber versprochen, dass ich den Besuch nachholen werde.


Interfraktionelles Doping-Fachgespräch (24. März 2011)

Dass eine Grüne und eine Schwarze zusammenarbeiten, ist im Bundestag nicht gerade Alltag. Ich finde aber, dass dies nichts Anrüchiges ist, wenn es um eine sinnvolle Sache geht. In der vergangenen Woche habe ich mit Viola von Cramon, der Obfrau der Grünen im Sportausschuss, ein Fachgespräch veranstaltet, weil uns ein Thema ganz besonders am Herzen liegt. Der grünen Innenexperte Wolfgang Wieland und erfahrene Jurist unterstützte uns dabei.

Es geht um die Opfer des DDR-Staatsdoping. Wir wissen, dass von 1970 bis 1989 mehr als 10.000 Sportler mit Doping in Berührung kamen. Oft waren es Minderjährige, elf- und zwölfjährige Mädchen, die ohne ihr Wissen „unterstützende Mittel“ bekamen, wie die Vergabe im Jargon der Zeit hieß. Dass dies Folgen haben würde, war den Verantwortlichen schon damals klar. In einer internen Studie rechnete man bei zehn bis 15 Prozent der Sportler mit leichten, bei fünf Prozent mit schweren Schäden. 

   

Bis heute ist die Dopingvergangenheit des DDR-Sports nur teilweise aufgearbeitet. Auch nach 1990 blieben Trainer und Mediziner vielfach dem Leistungssport erhalten. Erst später haben sich Gremien wie die Steiner-Kommission mit den dunklen Seiten des DDR-Sports beschäftigt. Prozesse gegen Trainer, Ärzte, Wissenschaftler und Funktionäre endeten Ende der neunziger Jahre mit Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen. Eine kritische Auseinandersetzung mit Doping in der Vergangenheit ist unverzichtbar, wenn der Leistungssport in Zukunft glaubwürdig sein will. Wer den Nachwuchs vor den Gefahren warnen will, darf die Folgen nicht kleinreden oder gar übersehen. 

Vor fast neun Jahren ist das Dopingopferhilfegesetz in Kraft getreten. Vorausgegangen war eine Petition von Dopingopfern an den Bundestag und eine öffentliche Anhörung des Sportausschusses. Am Ende erhielten 194 Schwergeschädigte eine Einmalzahlung von jeweils 10.438 Euro aus einem Hilfsfonds des Bundes. Dies war ein gewaltiger Kraftakt, vor allem der daran beteiligten Sportpolitiker. Und es blieb nicht dabei. 2006 entschädigte der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) einmalig 167 DDR-Dopingopfer mit je 9250 Euro. Die gleiche Summe zahlte zusätzlich Jenapharm, der Produzent des berüchtigten DDR-Anabolikums Oral-Turinabol. Es hat also finanzielle Hilfe gegeben.

Um deren Wirkung zu beurteilen, kann man sich zwei Fragen stellen. Erstens: Hat das Geld vorübergehend geholfen? Antwort: Ja. Das hat es. Es hat – das wissen wir von vielen Betroffenen – Verdienstausfälle kompensiert und Therapien ermöglicht, die von den Krankenkassen nicht bezahlt wurden. Zweitens: War es in der Höhe angemessen und ausreichend? Nein. Dopingfolgen lassen sich nicht einfach ausschalten oder wegoperieren. Die körperlichen und seelischen Schmerzen, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alltag – sie bleiben häufig. Und mehr noch: Sie werden nicht selten schlimmer mit den Jahren, mit dem Alter.  

Viola von Cramon und ich setzen uns – fraktionsübergreifend – für eine Rente für DDR-Dopingopfer ein, weil wir meinen, dass bleibende Schäden auch bleibende Hilfen verlangen. Und nach dem Fachgespräch wissen wir auch, dass der Weg dorthin zwar schwierig, aber nicht unmöglich ist.

Der Deutschlandfunk hat am Sonnabend über unser Vorhaben berichtet. Den Bericht können Sie hier anhören.


Empfang des Sportausschusses beim Bundespräsidenten (25. März 2011)

Diese Gelegenheit ließ sich mein Kollege Eberhard Gienger natürlich nicht entgehen. Der einstige Turnweltmeister ist ja immer noch Sportler mit Leib und Seele. Es lag also nahe, dass Gienger unseren Bundespräsidenten Christian Wulff einlud, doch alsbald das Deutsche Sportabzeichen abzulegen.

Das Staatsoberhaupt hatte uns Mitglieder des Sportausschusses am Donnerstag zu einem 90-minütigen Meinungsaustausch ins Schloss Bellevue eingeladen. Es ging vor allem um die Bedeutung des Sports für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration von Menschen mit Behinderung. Ich empfand die Atmosphäre als sehr locker. Der Bundespräsident war überdies ausgezeichnet informiert über die Arbeit des Sportausschusses und interessierte sich auch für die Berichte aus den Fraktionen.

Ob Christian Wulff das Sportabzeichen ablegen wird, ist noch offen. Einen Termin nannte er jedenfalls noch nicht.  

Übrigens waren wir Unions-Sportpolitiker ohne unseren Mannschaftskapitän zum kleinen Auswärtsspiel - Luftlinie 800 Meter - im Schloss Bellevue angetreten. Klaus Riegert, sportpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hatte ganz plötzlich der Ruf ins Plenum ereilt: Rede zum Tagesordnungspunkt Bundes- und Jugendfreiwilligendienste.


Reise der Arbeitsgruppe Sport (22. Februar 2011)

Sportpolitiker Eberhard Gienger (l.) und Staatssekretär Christoph Bergner mit Paul Biedermann

Selbst wenn man dem Sportausschuss des Bundestages angehört, trifft man nicht alle Tage einen dreifachen Weltmeister im Schwimmen. Gestern habe ich mit der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt von CDU/CSU Athleten und ihre Trainingsorte in Sachsen-Anhalt besucht – und dabei Paul Biedermann kennen gelernt. Bei Biedermann denke ich natürlich sofort an den Triumph bei den Weltmeisterschaften 2009 in Rom über 200 Meter Freistil. Damals besiegte er den Unbesiegbaren aus den Vereinigten Staaten: Michael Phelps, 14-facher Olympiasieger und 18-facher Weltmeister. Biedermann zeigte uns sein Wohnzimmer, den Kraftraum des SV Halle, und plauderte aus seinem Trainingsalltag. Zu unserer Arbeitsgruppe gehört auch mein lieber Kollege Eberhard Gienger. Mit seinen Erfolgen am Reck hat er sich im Sportgeschichtsbuch verewigt. Unvergessen ist der "Gienger-Salto". Kollege Gienger ist nicht nur 36-facher Deutscher Meister und Weltmeister im Turnen, sondern auch ein toller Sportpolitiker. Hier im Bundestag ist er übrigens auch bekannt dafür, dass er die langen Flure zwischen Ausschuss, Plenarsitzung und Büro auf einem kleinen Silberroller entlangflitzt.

Begonnen hatte unser Arbeitsbesuch – auf Einladung meines Kollegen Dieter Stier – in Weißenfels beim Mitteldeutschen Basketballclub, der als einziger Ostverein dieses Sports in der ersten Bundesliga spielt. Lauter Riesen – Männer, die mit 1,90 Metern als klein gelten – begrüßten uns. Vor der Rückreise nach Berlin trafen wir noch Vertreter des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine Sachsen-Anhalt und der Landesreit- und Fahrschule.  

Die Arbeitsgruppe Sport: Klaus Riegert, Mechthild Heil, Dieter Stier, Eberhard Gienger und Stephan Mayer (v.l.) 



Konstituierende Sitzung des Gesprächskreises Sport (21. Januar 2011)

 

Heute hat sich in der CDU-Zentrale in Berlin der Gesprächskreis Sport zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Als Mitglied des Sportausschusses werde ich in diesem Gremium mitarbeiten – hochmotiviert und ausdauernd. Ich gebe allerdings zu, dass sich meine sportlichen Meriten – leidenschaftliche, durchaus talentierte Langstreckenläuferin im Jugendalter – recht bescheiden sind, wenn ich mir viele andere Mitglieder anschaue. Denn dem Gesprächskreis gehören unter anderem an:

  • mein Ausschusskollege Eberhard Gienger (36-facher Deutscher Meister im Turnen und Weltmeister am Reck 1974),
  • Kathrin Boron (vierfache Olympiasiegerin und achtfache Weltmeisterin im Rudern),
  • Georg Hettich (Olympiasieger 2006 in der Nordischen Kombination),
  • Jens Lehmmann (Bahnrad-Olympiasieger).  

Mitglieder und Gäste des CDU-Gesprächkreises Sport mit Manfred Freiherr von Richthofen (3.v.l.)

Eine große Ehre war es für mich, endlich einmal Manfred Freiherr von Richthofen kennen zu lernen, den Ehrenpräsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Richthofen, geboren 1934 in Berlin, gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Sportfunktionären Deutschlands. Von 1994 bis 2006 führte er als Präsident den Deutschen Sportbund, bis der mit dem Nationalen Olympischen Komitee zum DOSB fusionierte. Bis heute ist Richthofen einer der genauesten Beobachter der Sportpolitik, national wie international. Er findet oft deutliche Worte für den DOSB und das Internationale Olympische Komitee (IOC), wenn er Kritik für angebracht hält.

An Themen wird es uns in den nächsten Wochen und Monaten nicht fehlen. Vom 26. Juni bis 17. Juli ist Deutschland Gastgeber der Fußball-WM der Frauen, gespannt erwarten wir auch am 6. Juli die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018, um die sich München gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen bewirbt. Sport ist freilich mehr als Medaillenjagd vor einem Millionenpublikum. Er fördert das Miteinander und vermittelt Werte, kann aber auch zum Spielfeld von Gewalttätern werden, wie Fan-Krawalle zeigen, und von Betrügern, die ihren Körper mit Doping aufpeppen. Ich werde mich sowohl auf den Breiten- als auch auf den Leistungssport stark konzentrieren. Ich freue mich auf die Arbeit.


Salongespräch der Gruppe der Frauen zur Frauen-Fußball-WM 2011 in Deutschland (23. November 2010)

   

Wenn sich die CDU-Bundestagsgruppe der Frauen trifft, ist es gewöhnlich so: Männer müssen draußen bleiben. Beim Salon-Gespräch gestern Abend haben wir allerdings eine Ausnahme gemacht, es ging schließlich um die Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, die am 26. Juni 2011 mit dem Eröffnungsspiel im Berliner Olympiastadion beginnt. Bei allem Respekt vor unseren erfolgreichen Fußballerinnen, die immerhin die amtierenden Weltmeisterinnen sind: Ganz ohne Männer wie Theo Zwanziger, den Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ist so ein Großereignis nicht zu stemmen. Und da Zwanziger ein bekennender Förderer des Frauenfußballs ist, durfte er natürlich eintreten. Aber wie Männer nun einmal so sind, begehrte in seinem Schlepptau gleich noch ein zweiter Herr Einlass: unser Fraktionschef Volker Kauder. Und wir gewährten ihm natürlich Eintritt.

Ich habe mich lange mit Steffi Jones unterhalten, der Präsidentin des Organisationskomitees und Botschafterin des Turniers. Die Ex-Nationalspielerin ist ein echtes Frankfurter Mädchen: extrem offen und warmherzig. (Als Gattin eines  Frankfurter Buben schätze ich die hessische Herzlichkeit.) Ich habe ihr erzählt, dass ich, obwohl Mitglied des Sportausschusses, so meine Zweifel hatte, dass die „Weiber“ nun den Jungs auch noch die letzte Spielwiese wegnähmen. Steffi Jones aber überzeugte mich vom Gegenteil. Übrigens war es Angela Merkel, die 2005 den Gedanken einer Fußball-WM zu Hause anstieß.

Im Herrenfußball wimmelt es ja von Legenden – wir Frauen haben eine echte Pionierin. Ohne Bärbel Wohlleben wäre der Frauenfußball in Deutschland heute nicht so weit, wie er ist. Sie hat viel dafür getan, dass kickende Frauen anerkannt werden. Sie schoss als erste Frau das "Tor des Monats" in der ARD-Sportschau.

Und Bärbel Wohlleben, geboren 1944, ist als Trainerin im Nachwuchsbereich noch heute voller Energie und Tatendrang. Für viele Mädchen bedeutet dieser Sport ja unendlich viel. Er hilft ihnen, befreit sie von Ängsten, stärkt ihr Selbstbewusstsein und lehrt sie Fairness. Im Übrigen: Frauen spielen ohnehin viel schöner. In der B-Note schlagen sie das angeblich so starke Geschlecht in meinen Augen ganz eindeutig.

Damit Steffi Jones mal ein bisschen über die deutschen Männer im Nationaldress schmunzeln kann, habe ich ihr heute mein Tagebuch über die WM 2010 in Südafrika geschickt.


Vollversammlung der Deutschen Sportjugend in Schwerin (23. Oktober 2010)

Die Deutsche Sportjugend hat bundesweit mehr als 9,5 Millionen Mitglieder, die jünger als 27 Jahre sind. Von Freitag bis Sonntag traf sich die Nachwuchsorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Vollversammlung – zum ersten Mal seit 20 Jahren übrigens wieder in Mecklenburg-Vorpommern. Als Mitglied des Bundestags-Sportausschusses habe ich die Veranstaltung in Schwerin natürlich mit großem Interesse verfolgt, zumal die Überschrift der Tagung „Soziale Integration/Kinderarmut“ in meinen Augen hochaktuell ist. Denn das gemeinsame Sporttreiben ist bisweilen eine finanzielle Frage. Vielen Eltern fällt es schwer, Mitgliedsbeiträge zu bezahlen und ihren Kindern das Erleben von Gemeinschaft in einem Verein zu ermöglichen. Und so gab es auch viel Lob für das Bildungspaket der christlich-liberalen Bundesregierung. Es ermöglicht Kindern aus Hartz-IV-Familien die Mitgliedschaft in Sportvereinen. „Ich freue mich“, sagte Ingo Weiss, der Chef der Deutschen Sportjugend. Der Münsteraner wurde von den 236 Delegierten einstimmig für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.

Schirmherr der Vollversammlung war übrigens mein Parteifreund Lorenz Caffier, der als Innenminister auch für den Sport zuständig ist. Zur großen Freude der Anwesenden sprach er sich für die dritte Sportstunde in der Schule aus. Er lobte den Sport als besonders verlässliche Stütze der Gesellschaft. Sport verbinde und vermittele schon den Jüngsten Werte, die sie als Erwachsene brauchten: Fairness, Umgang mit Niederlagen und Regeln, Mannschaftsgeist.


Parlamentarischer Abend des deutschen Sports (7. Mai 2010)

Der deutsche Sport hat in den vergangenen Monaten große Erfolge errungen. Ich denke dabei vor allem an die Olympischen Winterspiele und die Paralympics in Vanouver Anfang des Jahres. Die deutschen Sportler holten nicht nur viele Medaillen, sondern begeisterten auch mit ihrem sympathischen Auftreten das Publikum – und zwar in der Heimat vor dem Fernseher genauso wie in Kanada. In dieser Woche nun hat sich der Sport feiern lassen – beim Parlamentarischen Abend in der Bayerischen Landesvertretung.

Die Veranstaltung mit mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Sport stand ganz im Zeichen der Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Bundesinnenminister Thomas de Maizière, zuständig für die Spitzensportförderung, setzt beim Werben um die Gunst des Internationalen Olympischen Komitees auf die Athleten. „Eine Bewerbung – und das hat Mitbewerber Korea nicht zu bieten – ist nichts ohne große Sportler“, sagte er. „Nur dann, wenn sie mitmachen, holen wir die Spiele.“ Mittlerweile unterstützen mehr als 70 bekannte Sportler als Botschafter die Bewerbung. Jüngster Neuzugang ist die Eisschnellläuferin Jenny Wolf, Silbermedaillengewinnerin von Vancouver. Sie wurde beim Parlamentarischen Abend offiziell als Botschafterin vorgestellt. Auch prominente Unterstützer der Bewerbung aus Mecklenburg-Vorpommern waren nach Berlin gekommen. Ich traf unter anderem Sportminister Lorenz Caffier und Landessportbundpräsident Wolfgang Remer. Werbung machte auch Katarina Witt, zweifache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf und heute Vorsitzende des Kuratoriums der Bewerbergesellschaft. Sehr persönlich erzählte sie den Gästen, welch unvergessliches Erlebnis eine Olympiateilnahme für jeden Sportler sei.

Die Entscheidung, ob sich München gegen Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) durchsetzt, fällt in 425 Tagen.