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Herzlich Willkommen auf www.strenz.de!
Hier erfahren Sie fast alles über mich. Seit Oktober 2009 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu meinem Wahlkreis gehören die Hansestadt Wismar, die Region Nordwestmecklenburg und Parchim. Sprechen Sie mich an! Jede Woche bin ich unterwegs in Mecklenburg. Oder besuchen Sie mich mit Ihrem Verein oder Ihrer Schulklasse in Berlin und lassen Sie sich durch den Reichstag führen. Sagen Sie mir, was Sie sich wünschen für Ihre Heimat, was Sie stört oder persönlich besorgt. Nutzen Sie die Chance, eine Mecklenburgerin in Berlin zu haben.
Liebe Grüße Ihre Karin Strenz, Mitglied des Deutschen Bundestages
Donnerstag, 26. Mai

Es war ein unheimlich interessantes Arbeitsessen gestern Abend. Aber wie sollte das auch anders sein, bei dieser Mischung? Es saßen schließlich Parlamentarier und politische Vertreter aus gleich sechs Staaten Europas an einem Tisch: aus Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau und der Ukraine. Als Mitglied der Deutsch-Ukrainischen und der Deutsch-Zentralasiatischen Parlamentariergruppe war ich natürlich unheimlich gespannt auf dieses kleine Gipfeltreffen zwischen West und Ost.
Denn die sechs Länder scheinen für Europäer nur weit weg zu sein; sie gehören aber zur Östlichen Partnerschaft der Europäischen Nachbarschaftspolitik und sind für eine Exportnation wie Deutschland auch wirtschaftlich sehr interessant. In Gesprächen ging es um die Europäische Union, von der manches dieser Länder träumt, um Menschenrechte und natürlich um das mitunter schwierige Verhältnis zu Russland. Ich verfolge die Entwicklung in dieser Region seit meinem Einzug in den Bundestag. So habe ich im November 2010 die Parlamentswahl in Aserbaidschan beobachtet.
Ich habe lange mit Olga Aiwasowska gesprochen, der Chefin der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Opora. Sie freut sich auf ein Wiedersehen mit mir in Straßburg, wo die Parlamentarische Versammlung des Europarats tagt, der ich angehöre.
Mittwoch, 25. Mai
Gestern war wieder so ein Abend, an dem ich mich am liebsten geklont hätte. Andererseits habe ich längst gelernt, Prioritäten zu setzen. Als Mitglied des Sportausschusses bin ich zunächst zum Parlamentarischen Abend des Deutschen Olympischen Sportbundes gegangen. Das große Thema vieler Gespräche war natürlich die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018. Am 6. Juli entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) im südafrikanischen Durban, wer dieses Großereignis austragen darf: Annecy in Frankreich, Pyeongchang in Südkorea oder eben doch München gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen. München scheint durchaus Chancen zu haben und hat überdies in der Bewerbungsphase überzeugt. Andererseits überrascht das IOC mitunter auch mit seiner Wahl.
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Sportköpfe aus MV: Torsten Haverland, Wolfgang Remer und Andreas Dittmer (v.l.) |
Gefreut habe ich mich, drei bekannte Sportgesichter aus Mecklenburg-Vorpommern zu treffen: Wolfgang Remer, den Präsidenten des Landessportbundes, seinen Geschäftsführer Torsten Haverland und den einstigen Weltklassekanuten Andreas Dittmer, Ehrenbürger der Stadt Neubrandenburg.
Im Anschluss bin ich zum Deutsch-Kasachischen Wirtschaftstag gefahren. Dort wurden einige Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, die ich als Mitglied der Parlamentariergruppe im Vorfeld unterstützt habe. Im Juli werde ich mit einigen Parlamentskollegen nach Astana und in andere Gegenden Kasachstans fahren, um dort weitergehende Gespräche zu führen.
Zeitgleich fand auch der Parlamentarische Abend der Norddeutschen Bundesländer statt. Dort traf ich meine liebe Kollegin Gitta Connemann. Eine Ostfriesin und eine Mecklenburgerin – da stimmt die Chemie ganz einfach. Zumal uns beiden die Bundeswehr sehr am Herzen liegt. Ende Februar hatte ich mit ihr das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst Ostfriesland besucht, das in ihrem Wahlkreis zu Hause ist und in meinen Arbeitsbereich fällt, weil ich Sanitäts-Berichterstatterin meiner Fraktion im Verteidigungsausschuss bin.
Nun gehört ja das Reden zum Handwerkszeug der Politiker. Aber Zeit für Gespräche bleibt erstaunlicherweise trotzdem wenig, gerade in Sitzungswochen. Vieles wird sich tagsüber notgedrungen zwischen Tür und Angel zugerufen, weil entweder das Telefon klingelt oder die nächste Sitzung schon begonnen hat. Beim Parlamentarischen Abend ist das anders. Da ist kein Stress. Meistens jedenfalls.
Montag, 23. Mai
Es war ein wunderbares Fest am Freitagabend im schleswig-holsteinischen Delingsdorf. Der Name des Restaurants war Programm: Glantz&Gloria. Fast geladene 400 Gäste feierten das 50-jährige Bestehen des Erdbeerhofes Glantz. Und ein zweites Jubiläum kam hinzu, denn 1991 hatte der heutige Chef des Unternehmens, Enno Glantz, in Hohen Wieschendorf bei Wismar das einst enteignete Gut der Familie zurückgekauft. Es war eine kluge Entscheidung, wie sich auch jetzt wieder zeigt. Wegen des kalten Winters ist die Ernte in Delingsdorf nämlich geringer ausgefallen – in Hohen Wieschendorf indes, wo der Nachtfrost nicht so oft zu Gast war, ist derweil alles in Ordnung. Dies beschert dem Traditions-Unternehmen jetzt Vorteile gegenüber der Konkurrenz.
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Erdbeerhof-Chef Enno Glantz | | 400 Gäste waren zur 50-Jahr-Feier gekommen. |
Lange Reden der Gäste hatte sich Enno Glantz ausdrücklich verbeten. Stattdessen gab es in der großartig geschmückten Halle viel Musik und kurze Interviews mit Pferdezüchtern, Verbandsvertretern, Bürgermeistern und Politikern. Die Fernsehjournalistin Sandra Maahn moderierte und stellte auch mir zwei Fragen:
Frau Strenz, Sie vertreten unter anderem Hohen Wieschendorf im deuschen Bundestag. Wenn man sagen kann, da wo ich herkomme wachsen die wahrscheinlich leckersten Erdbeeren, das ist doch sicherlich ein gutes Gefühl?

Ein leckeres Gefühl! Wenn ich Erdbeeren esse, läuft in meinem Kopf immer ein Heimatfilm ab: das kleine Mädchen Karin in Omas Garten, es scheint natürlich die Sonne, ich pflücke die Erdbeeren und lege sie ganz vorsichtig in diesen Korb, und irgendwann ist der voll, ich laufe zur Pumpe, hänge mich dran, weil sie sich sonst überhaupt nicht bewegen würde, und spüle die Erde von den Erdbeeren. Und dann esse ich. Oma trägt Kittelschürze und zupft irgendwo Unkraut, Opa trägt seine Gummistiefel, die er immer getragen hat, und gießt irgendwo. Ich war damals übrigens regelrecht süchtig nach Erdbeermarmelade.
Zugegeben, mein Erdbeer-Heimatfilm ist ein bisschen schnulzig. Heile Welt. Aber eben doch Heimat.
Und es ist natürlich umso schöner, wenn die Erdbeeren nicht nur an Heimat erinnern, sondern aus der Heimat kommen. Und meine Erdbeermarmeladensucht habe ich noch immer nicht überwunden. Ich habe den Entzug aber auch nie ernsthaft versucht. Im Gegenteil: Ich koche sogar noch heute Erdbeermarmelade selbst ein.
Mecklenburg-Vorpommern ist noch immer ein strukturschwaches Bundesland, welche Bedeutung hat der Erdbeerhof Glantz in Hohen-Wieschendorf für die Region Wismar und vielleicht auch für Mecklenburg?
Ich freue mich unheimlich, dass hier Ost und West ganz fantastisch zusammengewachsen sind. Wobei Ost und West natürlich schwierige Kategorien sind, weil wir ja eigentlich Norddeutsche meinen, die durch eine Grenze getrennt waren.
Ich freue mich, dass Enno Glantz 1991 die Rückkehr in die zwischendurch verloren vergangene Heimat gewagt hat. Es gab ja wohl zunächst gute, vor allem wirtschaftliche Gründe, dies nicht zu tun, jedenfalls genug wohlwollende Ratgeber, die vor einem Rückkauf warnten. Aber es hat sich gelohnt.
Die Erdbeeren sind bei der Deutschen Einheit in jedem Fall schon viel, viel weiter als die, von denen sie gegessen werden. In den neuen Ländern sollen ja noch immer Menschen leben, die selbst glauben, nur Bürger zweiter Klasse zu sein. Bei den Erdbeeren von Glantz gibt es, egal Ost oder West, nur Erdbeeren erster Klasse.
Am Ende verzückte der Stimmenimitator Jörg Hammerschmidt die Gäste. Er ließ als Angela Merkel, Udo Lindenberg und Franz Beckenbauer gratulieren.
Montag, 23. Mai
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Mit der CDU-Landratskandidatin Gudrun Stein und CDU-Mitglied Jens Fengler |
Wenn das kein gutes Zeichen für unseren neuen Großkreis ist: Der Weg der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Landesparteitag in Ludwigslust führte über – Parchim. Merkel war am Sonnabendvormittag aus München nach Mecklenburg-Vorpommern geflogen und auf dem Parchim International Airport gelandet. Von dort ging es dann im Wagen weiter nach Ludwigslust.
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Großer Augenblick: Scheckübergabe auf dem Landesparteitag in Ludwigslust |
Und eine große Rolle spielte Parchim auch auf dem Parteitag. Denn wir Christdemokraten aus Lübz, Sternberg, Goldberg, Parchim, Plau am See und anderswo wurden als aktivster Kreisverband geehrt. In den vergangenen Monaten hatten wir die meisten Neumitglieder geworben. Als Lohn gab es 500 Euro für die Parteiarbeit. Diese Auszeichnung macht mich als Kreisvorsitzende unheimlich stolz. Sie zeigt, dass es durchaus möglich ist, junge Leute für Politik zu begeistern und für ein ehrenamtliches Engagement, das kein Geld bringt, aber oft viel, viel Zeit kostet. Kommunalpolitik ist Feierabendpolitik: Denn erst wenn die Arbeit erledigt, die der Beruf verlangt, kommt die Arbeit aus Berufung. Und die hat eines im Blick: das Gemeinwohl.
Sonnabend, 14. Mai
Bei Radio Eins, Berlins lässigstem Sender, gibt es die Rubrik "XY hat aufgelegt". Politiker bekommen von der Redaktion die aktuelle CD eines Musikers oder einer Gruppe geschickt, ohne Mitspracherecht natürlich, dürfen ein paar Tage reinhören und sie dann im Gespräch rezensieren. Gestern Abend war ich dran - oder vielmehr der deutsch-amerikanische Rockgeiger David Garrett, der vor mir sehr gut verbergen konnte, was ihn so unheimlich erfolgreich macht. Nun, der eigene Geschmack ist ja manchmal ein großes Rätsel und lässt sich nicht so recht steuern.
Hören Sie rein - ein Gespräch über die Platte "Rock Symphonies", Plagiate,aufgestylte Männer und gutes Aussehen in der Politik.
(Und an die eingefleischten Garrett-Fans: Tapfer sein! Nach fünf Minuten und 15 Sekunden ist auch schon wieder alles vorbei.)
Freitag, 13. Mai
Es war ein historischer Abend: Die CDU-Kreisverbände von Parchim und Ludwigslust haben in dieser Woche in Rom zum ersten Mal gemeinsam die Kandidaten für die Kreistagswahl am 4. September gewählt. Es war ein echter Abstimmungsmarathon: Fast fünf Stunden dauerte es, bis die jeweils zehn Listenplätze für die elf Wahlkreise vergeben waren.
Wir werden mit sehr guten Kandidaten antreten, die sich schon lange in ihren Städten und Gemeinden engagieren und kommunalpolitisch ungemein erfahren sind. Es sind Frauen und Männer dabei, die wichtige Erfahrungen aus ihrem Arbeitsleben mitbringen: Unternehmer, Verwaltungsfachleute oder Lehrer. Die Mischung macht’s.
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Ort der Marathonsitzung der beiden CDU-Kreisverbände: der Römer in Rom | | Mit der Ludwigsluster Kreischefin Maika Friemann-Jennert Fotos: Jens Fengler |
Für uns Christdemokraten aus Ludwigslust und Parchim war es bereits das zweite wichtige Treffen auf dem Weg zu einem gemeinsamen Kreisverband. Im November hatten die Mitglieder die Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein zur Landratskandidatin gekürt. Da wächst etwas zusammen. Derzeit ist ja viel von Stresstests die Rede. Wir haben unseren Stresstest längst bestanden.
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Alles im Griff: Die Lübzer Bürgermeisterin und Landrats- kandidatin Gudrun Stein leitete die Wahlversammlung.
| | Gerd-Holger Golisz, Raina Basler und Inge Arnhold (v.l.) von der Mandatsprüfungskommission |
Gudrun Stein hatte nach ihrer Nominierung angekündigt, sie werde als Landrätin „die Kreise zusammenführen und die Menschen dabei mitnehmen“. In Rom bekam sie Gelegenheit, diese Aufgabe im Kleinen schon einmal zu meistern. Stein war Versammlungsleiterin, moderierte bei strittigen Abstimmungen und munterte die Erschöpften im Saal auf. Und am Ende des Wahlmarathons gab es noch Beifall im Stehen für die zehn Stimmenauszähler. Da ging es schon auf Mitternacht zu.
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Beifall für die Stimmenauszähler |
Dienstag, 10. Mai
Unser Reiseziel lag auf der Hand – und das Transportmittel natürlich auch. Denn wohin sollten die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern fahren, um einmal fernab von Termindruck über maritime Themen zu beraten und miteinander zu diskutieren – wenn nicht nach Skandinavien? Uns sind Schweden und Dänemark nun einmal besonders nahe: geografisch, wirtschaftlich und sicher auch mental. Und wie sollten wir reisen – wenn nicht per Fähre, Rostock – Gedser – Trelleborg – Rostock?
Als Parlamentarierin, die viel Zeit im Deutschen Bundestag verbringt, will ich natürlich immer wissen: Wie arbeiten die Kollegen? Wie sieht es aus, das dänische Parlament? Im Plenarsaal des Folketing, des Parlaments in Kopenhagen, sticht vor allem eins ins Auge. Stühle, Tische und Rednerpult, ja sogar, die Wände – alles Holz. (Wahrscheinlich staunen im Gegenzug die dänischen Kollegen vor allem über das viele Glas, das für das Berliner Regierungsviertel so charakteristisch ist.)
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Plenarsaal des dänischen Parlaments | | Rathaus von Kopenhagen |
Im Folketing, der „Volksversammlung“, trafen wir Henriette Kjaer, früher Ministerin und jetzt verkehrspolitische Sprecherin der konservativen Partei. Deshalb ging es im Gespräch nicht nur um die Zusammenarbeit im Ostseeraum, sondern auch um die Verkehrsinfrastruktur zwischen Deutschland und Dänemark. Denn die Wiederbelebung des zentraleuropäischen Wirtschafts- und Verkehrskorridors als Drehscheibe zwischen Wirtschaftsräumen Mitteleuropa und dem Ostseeraum bietet enorme Chancen. Im neuen Europa erhalten die Verkehrsströme eine völlig neue Dimension. Wir stehen vor der Herausforderung die Verkehrsachsen, wie die Transeuropäischen Netze (TEN) neu zu ordnen.
Die Europäische Union prognostiziert bis 2015 einen Anstieg des Wirtschaftswachstums im Ostseeraum um sagenhafte 250 Prozent. Die mitteleuropäische Nord-Süd-Achse ist dabei die kürzeste Verbindung von Skandinavien zur Adria. Da das Aufkommens im Güter- und Personenverkehr auf dieser Achse ständig wächst, brauchen wir eine moderne Verkehrsinfrastruktur, im Klartext: einen Ausbau der Eisenbahnachse Palermo/Berlin über Nürnberg bis nach Rostock. Wir werden uns in Deutschland und Dänemark dafür starkmachen.
Anschließend ging es mit dem Bus über die Öresundbrücke nach Malmö zum Arbeitsessen mit Stephan Müchler und Per Tryding, dem Hauptgeschäftsführer der südschwedischen Handelskammer und seinem Stellvertreter.
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Südschwedische Handelskammer | | Impressionen von Stockholm | | Mutter Schweden |
Tags darauf sprachen wir im Parlament in Stockholm mit schwedischen Abgeordneten – und ich war außerordentlich beeindruckt. Denn die Themen, die in Deutschland hochaktuell sind, beschäftigen auch die Schweden: Fukushima, Wirtschaftskrise, Währungsstabilität, Arbeitslosigkeit, Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Auslandseinsätze. Aber um wie viel unaufgeregter die Skandinavier diskutieren! Die Themen verursachen keine typisch deutschen Aufgeregtheiten. Alles wirkt sachlicher und überhaupt nicht hysterisch, ja Skandinavien scheint zu entschleunigen, und das gilt auch für die Medien: Sie berichten ausgewogener.
Viel Zeit zum Bummeln hatten wir nicht. Aber was wir in Stockholm sahen, war überraschend mondän; viel grün und viel Wasser.
Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen. Denn Kollege Olof Lavesson, der dem Wirtschaftausschuss des Reichstages angehört, hat bereits einen Gegenbesuch angekündigt. Ich finde ja, dass ein deutsch-schwedisches Treffen in Wismar besonderen Charme hätte, da die Hansestadt bekanntlich mal schwedisch war.
Montag, 9. Mai

Gestern Morgen habe ich die Gynäkologische Station des Crivitzer Krankenhauses besucht – und es begleitete mich nicht nur Verwaltungschef Dr. Hans-Heinrich Uhlmann, sondern auch ein echter Rosenkavalier. Fritz-Maria, der Sohn meiner Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler, verteilte – überaus charmant – die 30 gelben, roten und gelbroten Rosen, während ich den Damen zum Muttertag gratulierte. Und natürlich gab es Blumen auch für alle Mütter in spe, die noch auf ihre Entbindung warten, und die Patientinnen auf der Station. Obwohl ich nun schon viele Jahre am Muttertag in Crivitz bin - schön ist es immer wieder, zu erleben, wie die einen das pure Glück schon kuscheln und die anderen es noch herbeisehnen.

Montag, 9. Mai
Ein Hauch von London lag am Sonnabend in der Luft: Acht Tage nach dem großen Majestätenauflauf in der britischen Hauptstadt war nun Sternberg dran – und hielt locker mit. Auf dem Marktplatz herrschte ein gewaltiges Gedränge, als am Nachmittag die neue Landesrapskönigin gekrönt wurde. Conny Burgsmüller ist 20 Jahre alt und hat etwas, das Kate – oh Pardon: Catherine Mountbatten-Windsor, Herzogin von Cambridge, natürlich – noch fehlt: ein kleines Babybäuchlein. Königin Conny ist im dritten Monat schwanger. Ich habe das Rapsblütenfest mit der CDU-Landratskandidatin Gudrun Stein besucht, aber beim Rundgang auch viele nette Leute getroffen: Bürgermeister Jochen Quandt, Anke und Willi Bittermann vom Sternberger Heimatverein und, und, und. Begonnen hatte das Fest übrigens mit einem Festumzug, Kutschenkonvoi inklusive, also echt majestätisch.
Montag, 9. Mai
Zwei neunte Klassen des Boizenburger Elbe-Gymnasiums hatten sich am vergangenen Freitag im Atrium versammelt, um sich ein Bild über meine Arbeit im Deutschen Bundestag zu machen. Nach dem Afghanistan-Vortrag diskutierten wir auf sehr hohem Niveau über die Bundeswehr, Auslandseinsätze, über die Unruhen in Nordafrika, speziell Libyen. Von Interesse war natürlich auch das Umfragetief unseres Koalitionspartners FDP. Der Sozialkundelehrer Dr. Pohl und Schulleiter Norbert Stern bedankten sich sehr, da kein Lehrbuch meine Ausführungen auch nur ansatzweise ersetzen könnten. Eine für mich sehr persönliche Frage einer Schülerin lautete: "Stellen Sie sich bitte vor, Sie hätten einen Sohn, der nach Afghanistan gehen will. Würden Sie ihm zureden oder davon abhalten wollen?" In diesem Moment Stille.... "Wenn ich einen Sohn hätte, ich würde versuchen, ihn davon abzuhalten. Wenn er aber mein Sohn wäre, würde er sich sicher davon nicht beeindrucken lassen."
Montag, 2. Mai
Seit vielen Jahren beginnt für mich der Mai erst richtig mit dem Fischerfest bei Familie Rettich in Sternberg. Hunderte Besucher waren es auch gestern wieder, die den neuen Monat am Sternberger See begrüßten. Es gab Bootsfahrten und viel Programm für die Kinder. Und es wurde natürlich um geräucherte Aale gewürfelt. Zehn Teilnehmer, ein Würfel und je drei Versuche – die drei mit der höchsten Punktzahl gewannen und wurden beschenkt. Zu den Glückspilzen gehörte auch der Sohn meiner Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler. Als Zweitplatzierter trug er den leckeren Fisch nach Hause.
Montag, 2. Mai
Bei Fußballern rückt das Karriereende näher, wenn sie die 30 überschritten haben. Die Ausnahme - also Lothar Matthäus, der noch mit fast 40 Jahren in der Nationalelf spielte - bestätigt hier nur die Regel. Die Fachwelt kennt auch das ideale Fußballalter, das zwischen 27 und 29 liegt. Angeblich.
Nun ist am Sonnabend gerade die Knabentruppe aus Dortmund – Durchschnittsalter: knapp über Stimmbruch und erstem Flaum am Kinn – Deutscher Meister geworden. Man könnte also davon ausgehen, dass die jungen Kerle noch besser werden und erst um 2020 herum ein anderer Verein als der BVB wieder Chancen auf den Titel hat – wenn Kevin Großkreutz, Sven Bender, Mats Hummels und Nuri Sahin nicht mehr im idealen Fußballalter sind, sondern ans Karriereende denken müssen.
Sportler haben ein Verfallsdatum – Sportvereine nicht. Der Lübzer SV, einer der größten Vereine in Mecklenburg-Vorpommern, ist gerade 90 Jahre alt geworden – und munterer denn je. Gemeinsam mit unserer Landratskandidatin, der Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein, war ich am vergangenen Freitagabend bei der Geburtstagsfeier. Und wir erlebten dann nicht weniger als eine „Weltpremiere“, wie der Vereinssportlehrer Uwe Ohlrich behauptete: Die zwölf „Powerfrauen“ des Lübzer Sportvereins zeigten, dass Gymnastikbälle auch wunderbar klingen, wenn man mit Schlagstöcken auf sie eintrommelt.
Mein Geburtstagsgeschenk zum 90. waren übrigens die 300 Euro, die die Besucher meines Sommerfestes im vergangenen Jahr im Gegenzug für das WM-Tagebuch gespendet hatten.
Und weil man einen 90. Geburtstag unmöglich verpassen darf, habe ich am Freitagabend leider nicht den 17. Kreissporttag des Kreissportbundes Nordwestmecklenburg in Grevesmühlen besuchen können. Ich habe in meinem Grußwort aber versprochen, dass ich den Besuch nachholen werde.
Montag, 2. Mai
Am Sonnabend hatte ich einen gelb markierten Termin im Kalender – und gelb heißt bei mir nicht nur heilig und unverschiebbar, sondern signalisiert immer auch Vorfreude. Der Plauer CDU-Ortsverband mit seinem Chef Rüdiger Hoppenhöft kam zu Besuch – und ich weiß, dass die Christdemokraten in der Seestadt keine halben Sachen machen. Sie gehören zu den engagiertesten Parteifreunden in Mecklenburg-Vorpommern, machen aber nie nur Parteipolitik, sondern denken vor allem an ihre Heimat. Der jährliche CDU-Weihnachtsstammtisch ist die größte Wohltätigkeitsveranstaltung in Plau am See.
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Es kam dann ein ganzer Bus, es kamen 57 Frauen und Männer – und die Graue Eminenz Rüdiger Hoppenhöft erzählte sogar noch etwas von einer Warteliste. Zunächst berichtete ich meinen Gästen, wie der Bundestag funktioniert und wie meine Arbeitswoche im Parlament aussieht. Und obwohl mir im Schnellreden niemand etwas vormacht, braucht so etwas seine Zeit. Nach einer Stunde gingen wir hinüber in den Fraktionssaal und diskutierten miteinander über aktuelle politische Themen. Und mancher staunte, als ich erzählte, dass auch die Bienenzüchter eine Lobbyvertretung haben.
Mittwoch, 27. April

Ich habe es mir gestern Morgen nicht nehmen lassen, den Lübzer Schlossermeister Willi Klasen zum 50. Geburtstag zu gratulieren. Er ist weit über die Region hinaus bekannt als jemand, der ein solides, zuverlässiges und qualitativ hochwertiges Unternehmen führt. Er ist zurecht stolz auf sein Wirken und weiß überdies wie jeder kluge Mann, wer einen großen Anteil am Erfolg hat: die starke Frau an seiner Seite.
In dieser Woche bin ich wieder in meinem Wahlkreis Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim unterwegs. Im Berliner Regierungsviertel herrscht derweil noch nachösterliche Ruhe, und das wird auch in der nächsten Woche noch so sein. Erst am 9. Mai treffen sich die Abgeordneten wieder in der Hauptstadt. Dann beginnt eine neue der insgesamt 22 Sitzungswochen des Jahres. Und so sieht er aus, der Plan, der unseren Rhythmus bestimmt. Die hübschen rosa Streifen legen fest, wann das Parlament tagt. (Hellblau steht übrigens für das Europaparlament, hellgrün für den Bundesrat.)

Dienstag, 26. April
Natürlich ging es immer wieder um den bevorstehenden Wahlkampf, als sich vergangene Woche der CDU-Ortsverband Lübz traf. Jeder Wahlkampf ist für Mitglieder ein echte Kraftprobe, auch für die Familie übrigens, die in dieser Zeit verzichten muss. Man kann sich also ausrechnen, was es bedeutet, wenn am 4. September gleich dreifach gewählt wird: der Landtag von MV, der Landrat des neuen Großkreises und der Kreistag.
Doch zunächst Ehre, wem Ehre gebührt: Seit 40 Jahren – in Worten: vierzig! – hält Ernst Fiedler nun der CDU schon die Treue. Wir haben ihm natürlich gratuliert, vor allem aber gedankt. Und als Dank bekommt er nun eine Urkunde, unterschrieben von der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel. Die Lübzer Bürgermeisterin und Kreistagspräsidentin Gudrun Stein bewirbt sich am 4. September um das Amt der Landrätin im neuen Großkreis. Eine erste Wahl hat sie bereits gewonnen: Einstimmig wurde sie als Ortsvorsitzende gewählt. Ich habe die Chance genutzt und den Mitgliedern von meiner parlamentarischen Arbeit in Berlin berichtet. Dabei gab es natürlich auch ein paar Abstecher in die Ferne, weil Sicherheitspolitik nicht an den Landesgrenzen Halt macht.
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Mit Ernst Fiedler und Gudrun Stein |
Dienstag, 26. April
Der Schriftsteller Hans Kasper (1916 bis 1990) hat einmal beschrieben, warum Vorsorge so wichtig ist: "Es ist besser, Deiche zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut allmählich Vernunft annimmt." Auch der Landkreis Nordwestmecklenburg baut seit vielen Jahren Deiche, wenn auch eher sprichwörtliche. In der vergangenen Woche habe ich unseren Landesinnenminister Lorenz Caffier nach Grevesmühlen zum Präventionsrat begleitet. Wir wollten mehr erfahren über die Arbeit dieses Gremiums. Der Präventionsrat, 2006 gegründet, setzt sich für Toleranz, Zivilcourage und soziales Engagement ein, fördert Projekte zur Gewalt- und Kriminalitätsprävention genauso wie zur Verkehrsprävention und kümmert sich um Kinder- und Jugendschutz. Natürlich spielt bei der Vorsorge auch die Gesundheit eine wichtige Rolle.
Das Geld für die Projekte kommt vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, also aus dem Etat des Innenministers. Caffier schätzt die wichtige Arbeit vor Ort und würde gern noch mehr Geld geben, er weiß schließlich, dass es für ehrenamtlich Engagierte nicht immer einfach sei, Sponsoren zu finden, die Geld spenden. "Aber unser Ziel ist es, auch neue Projekte zu unterstützen, und das geht nur, wenn wir irgendwo streichen", sagte Caffier in Grevesmühlen.
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Mit Innenminister Lorenz Caffier und Landrätin Birgit Hesse |
Für Sicherheitsschulungen erhalten in diesem Jahr jeweils 1000 Euro:
- die Grundschule Bobitz,
- die Regionale Schule Dassow,
- die Regionale Schule mit Grundschule Poel,
- die Regionale Schule mit Grundschule in Bad Kleinen,
- die Evangelische Schule in Schönberg,
- die Anne-Frank-Schule in Schönberg.
5000 Euro gehen in diesem Jahr an die Verkehrswacht Wismar und Umgebung für das Projekt Bus-Engel. Es entstand, weil sich 2005 die Beschwerden über Gewalt in Schulbussen gehäuft hatten. Heute beteiligen sich 17 Schulen am Projekt. 126 Schüler, die 15 Jahre und älter sind, begleiten auf 42 Linien Jüngere zum Unterricht und wieder nach Hause. Geld bekommen sie natürlich nicht. Alles ist ehrenamtlich. Junge Mecklenburger als Vorbilder und Beschützer, das gefiel Lorenz Caffier – und mir auch!
Donnerstag, 21. April
Vor fast zwei Jahren, im 2009er Bundestagswahlkampf, war Mausl Karin mehr als nur mein persönlicher Glücksbringer. Als sympathischer Blickfang zog es auch Menschen an den Wahlkampfstand, die sonst vielleicht weitergegangen wären. Wo immer ich unterwegs war – das kleine Plüschtier im orangefarbenen Strickleibchen wurde mir immer aus der Hand gerissen. Alle sagten: "Oh, ist das aber ein süßes Mausl." Ein paar Tausend Minimäuse, schätze ich, leben heute in Westmecklenburg und anderswo im Nordosten. Auch bei mir in Sehlsdorf lebt noch ein Mausl. Manchmal ist es unauffindbar – aber das ist wohl reiner Selbsterhaltungstrieb und muss so sein, wenn noch zwei (leibhaftige) Kater im Haus sind.
Damit Mausl Karin in Zukunft nicht mehr allein verstecken spielen muss, gibt's nun Hasi. Der kleine Kerl mit den langen Löffeln passt ohnehin gut in die Zeit, denn im Chinesischen Kalender ist 2011 bekanntlich das Jahr des Hasen! Hasi und ich wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest.
Freitag, 15. April
Trotz ihrer Knieoperation besitzt sie Stehvermögen: Jüngst empfing Angela Merkel uns, die Mitglieder des CDU-Küstenkreises, im Kanzleramt zum Meinungsaustausch und gab sich überaus kämpferisch. Natürlich war das wichtigste Thema die Energiewende nach der schrecklichen Katastrophe von Fukushima, denn auch für uns im Norden gilt: Nichts ist mehr, wie es vorher war. Aber gerade die Küstenländer – Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachen und Schleswig-Holstein – profitieren von der verstärkten Förderung erneuerbarer Energien.
Freitag, 15. April
Gerade bin ich zurückgekehrt aus Straßburg, von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Dem Europarat, 1949 gegründet, gehören heute 47 Staaten an. Wichtige europäische Themen werden hier debattiert und entschieden. Bereits seit 1955 vergibt der Europarat zur Förderung von Städtepartnerschaften den Europapreis in vier Kategorien: das Europa-Diplom, die Ehrenfahne, die Ehrenplakette und der eigentliche Europapreis. Die Auswahl trifft ein Gremium, dem ich angehöre: der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und regionale Angelegenheiten der Parlamentarischen Versammlung. Gestern haben wir entschieden, wer im Mai den diesjährigen Europapreis erhalten wird: Hünfeld in Hessen und Landerneau in der Bretagne. Hünfeld und Landerneau sind seit 43 Jahren Partnerstädte. Erst zum zweiten Mal überhaupt erhalten damit zwei Kommunen den Europapreis. Im vergangenen Jahr siegte übrigens die ukrainische Stadt Charkiw, davor Ankara und Katowice.
Ein Preis des Europarats geht auch nach Mecklenburg-Vorpommern: Als eine von 18 europäischen Städten erhält Bergen auf Rügen das Europa-Diplom. Dass die Stadt im Wahlkreis der Bundeskanzlerin Angela Merkel liegt, hat bei der Entscheidung natürlich keine Rolle gespielt. Ich gebe aber auch zu: Ich habe mich trotzdem für Bergen stark gemacht.
Donnerstag, 14. April
Es war ein rauschendes Fest mit vielen prominenten Gesichtern – und einem großen Sieger. Zum ersten Mal hatten die IHK, die Handwerkskammer und der Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin gemeinsam einen Wirtschaftsball organisiert – und mehr als 300 Besucher waren in die Landeshauptstadt gekommen. Am meisten gefreut habe ich mich, dass die Wahl des Unternehmer 2010 nach Parchim ging: Wirtschaftsminister Jürgen Seidel ehrte den Parchimer Transportunternehmer und Spediteur Volker Rumstich.
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Volker Rumstich wagte 1990 den Schritt in die Selbstständigkeit – vor allem anfangs ein großes Abenteuer, wie sich der Chef erinnert, nachzulesen auf der Homepage des Unternehmens: „Bananenrepublik – wir haben dieses Wort ganz persönlich erfahren. Tag für Tag haben wir nach der Wende mit einem Lkw Bananen nach Parchim gefahren. Das war mein erster Auftrag, als ich mich am 01.07.1990 kurzentschlossen selbstständig gemacht habe. Innerhalb von 5 Tagen habe ich die Firma mit einem Partner gegründet, drei Fahrzeuge besorgt und Mitarbeiter eingestellt. So haben wir erstmal Obst und Gemüse aus dem Westen der Republik nach Parchim gefahren.“
Herzlichen Glückwunsch!
Montag, 3. April
So abwechslungsreich kann die Woche einer Bundestagsabgeordneten sein, wenn sie in der Heimat unterwegs ist. Meine Woche im Wahlkreis begann bei Hansano in Upahl – kein schlechter Start für eine bekennende Milchtrinkerin, die selbst in Ausschusssitzungen nicht ohne einen Tetrapack auskommt. Und wer aus dem Norden kommt, kennt natürlich Hansano. Mehr als 50 Produkte- Quark, Butter, Joghurt und Milch – bietet das Traditionsunternehmen an. Und Frische ist garantiert, denn die Transportwege sind kurz. Regionalität ist schließlich das Markenzeichen von Hansano.


Manchmal sind Wege auch etwas weiter – und lohnen sich dann doch. Mehr als 90 Kilometer hatte ich von meinem Heimatdorf Sehlsdorf zu den 772 Soldaten der Flugabwehrgeschwader 2 in Gubkow im Landkreis Bad Doberan zu fahren. Der Landtagsabgeordnete Peter Stein und ich sprachen mit den Frauen und Männern über die Bundeswehrreform. Der Umbau der Truppe zu einer Einsatzarmee wird manches verändern. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht wird der Nachwuchs nicht mehr länger automatisch rekrutiert, er muss geworben werden, was nicht einfach wird. Die Bundeswehr konkurriert schließlich mit anderen Arbeitgebern aus dem zivilen Bereich.
Ein Gesprächsthema war auch der bevorstehende Afghanistan-Einsatz von 30 Kameraden des Flugabwehrraketengruppe 21 in Sanitz. Sie sollen beim Aufbau des dortigen Militärs helfen.
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Mit Peter Stein in Gubkow |
Von der Sicherheitspolitik hinüber zum Sport – diesen Wechsel kenne ich auch aus dem Bundestag. Nach dem Kasernenbesuch mit Peter Stein ging es am Sonnabend zur Gala des Landessportbundes MV in Teterow. Nicht nur die erfolgreichsten Sportler und Vereine des Landes wurden in feierlichem Rahmen geehrt, sondern auch viele ehrenamtliche Helfer, die sich für den Sport in unserem Land engagieren.
Meine Woche in Berlin hat eigentlich schon am Sonntagabend begonnen. Der Reservistenverband veranstaltete einen Informationstag über Posttraumatische Belastungsstörungen, kurz PTBS. Wir wissen, dass viele Soldaten mit seelischen Wunden aus dem Auslandseinsatz heimkehren. Sie werden die schrecklichen Bilder nicht los und haben große Mühe, ins Leben zu Hause zurückzufinden. Die Politik nimmt dieses Thema inzwischen zum Glück sehr ernst. Bislang ist PTBS trotzdem noch immer recht unbekannt in der Öffentlichkeit – die Veranstaltung am Sonntagabend war also auch ein Stück Aufklärung. Mit dabei waren unter anderem der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus, der Schauspieler und Reservist Gregor Weber – bekannt aus dem Saarland-„Tatort“, das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, Dr. Peter Zimmermann, Leiter des Psychotraumazentrums im Berliner Bundeswehrkrankenhaus, und General Rainer Glatz, Chef des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

Dienstag, 29. März
Der Plenarsaal des Bundestages ist ein exklusiver Ort, den gewöhnlich nur Abgeordnete und Saaldiener betreten dürfen. Doch es gibt eine Ausnahme: das Planspiel „Jugend und Parlament“. Es macht aus 312 Jugendlichen aus ganz Deutschland für vier Tage Politiker. Die Mädchen und Jungen schlüpfen in die Rolle fiktiver Abgeordneter, sie bekommen einen neuen Namen, eine neue Biografie und natürlich auch eine neue politische Gesinnung. Ihre Aufgabe: Sie sollen Gesetze auf den Weg bringen und verabschieden.
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Teilnehmer des Planspiels im Jahr 2009 (c) Deutscher Bundestag/Saskia Schmidt |
Meine Fraktion hat mich ausgewählt, einen Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren zu bestimmen, der vom 4. bis 7. Juni am Planspiel teilnimmt. So ganz ohne Wahlkampf will ich den Platz im Plenarsaal aber nicht vergeben. Wer teilnehmen will, kann sich mit einem Text von höchstens 2500 Zeichen bewerben und dabei die Frage beantworten: „Warum brauchen wir heute noch Parteien?“
Die Teilnahme am Planspiel ist kostenlos. Der Bundestag zahlt Unterkunft im Hostel, die Fahrten vom und zum Hostel sowie die An- und Abreise mit der Bahn. Auch für die Verpflegung wird gesorgt. Ziel des Planspiels ist es, Jugendlichen zu vermitteln, wie komplex politische Prozesse in der Demokratie sind. Kein Gesetz wird so verabschiedet, wie es im ersten Entwurf ausgesehen hat. Es reicht eben nicht aus, das Richtige zu wollen, man muss auch eine Mehrheit davon überzeugen. Die Bundestagsausschüsse mischen mit, die Fraktionen stellen Änderungsanträge, die Landesgruppen kämpfen für ihre Region, und was der eine Abgeordnete für existenziell hält, ist für den anderen Abgeordneten nur eine Kleinigkeit. All dies werden Teilnehmer hautnah erleben – auch, dass am Ende eines Verhandlungsmarathons nicht selten ein Kompromiss steht.
Wer mitmachen will, schickt seinen Text bis 11. April per Mail an mich. Ein Lebenslauf ist nicht notwendig. Der Sieger wird am 15. April bestimmt.
Montag, 28. März
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Die Teilnehmer des Fachgespächs (v.l.): DOSB-Justiziar Dr. Holger Niese, Viola von Cramon, Dr. Klaus Zöllig und Dr. Michael Lehner vom Dopingopferhilfeverein; ergänzte wurde die Runde von Ernst A. Denneborg vom Innenministerium, Professor Dr. Stephan Rixen, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht an der Universität Bayreuth, und dem grünen Abgeordneten Wolfgang Wieland
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Dass eine Grüne und eine Schwarze zusammenarbeiten, ist im Bundestag nicht gerade Alltag. Ich finde aber, dass dies nichts Anrüchiges ist, wenn es um eine sinnvolle Sache geht. In der vergangenen Woche habe ich mit Viola von Cramon, der Obfrau der Grünen im Sportausschuss, ein Fachgespräch veranstaltet, weil uns ein Thema ganz besonders am Herzen liegt. Der grünen Innenexperte Wolfgang Wieland und erfahrene Jurist unterstützte uns dabei.
Es geht um die Opfer des DDR-Staatsdoping. Wir wissen, dass von 1970 bis 1989 mehr als 10.000 Sportler mit Doping in Berührung kamen. Oft waren es Minderjährige, elf- und zwölfjährige Mädchen, die ohne ihr Wissen „unterstützende Mittel“ bekamen, wie die Vergabe im Jargon der Zeit hieß. Dass dies Folgen haben würde, war den Verantwortlichen schon damals klar. In einer internen Studie rechnete man bei zehn bis 15 Prozent der Sportler mit leichten, bei fünf Prozent mit schweren Schäden.
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Bis heute ist die Dopingvergangenheit des DDR-Sports nur teilweise aufgearbeitet. Auch nach 1990 blieben Trainer und Mediziner vielfach dem Leistungssport erhalten. Erst später haben sich Gremien wie die Steiner-Kommission mit den dunklen Seiten des DDR-Sports beschäftigt. Prozesse gegen Trainer, Ärzte, Wissenschaftler und Funktionäre endeten Ende der neunziger Jahre mit Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen. Eine kritische Auseinandersetzung mit Doping in der Vergangenheit ist unverzichtbar, wenn der Leistungssport in Zukunft glaubwürdig sein will. Wer den Nachwuchs vor den Gefahren warnen will, darf die Folgen nicht kleinreden oder gar übersehen.

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Vor fast neun Jahren ist das Dopingopferhilfegesetz in Kraft getreten. Vorausgegangen war eine Petition von Dopingopfern an den Bundestag und eine öffentliche Anhörung des Sportausschusses. Am Ende erhielten 194 Schwergeschädigte eine Einmalzahlung von jeweils 10.438 Euro aus einem Hilfsfonds des Bundes. Dies war ein gewaltiger Kraftakt, vor allem der daran beteiligten Sportpolitiker. Und es blieb nicht dabei. 2006 entschädigte der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) einmalig 167 DDR-Dopingopfer mit je 9250 Euro. Die gleiche Summe zahlte zusätzlich Jenapharm, der Produzent des berüchtigten DDR-Anabolikums Oral-Turinabol. Es hat also finanzielle Hilfe gegeben.
Um deren Wirkung zu beurteilen, kann man sich zwei Fragen stellen. Erstens: Hat das Geld vorübergehend geholfen? Antwort: Ja. Das hat es. Es hat – das wissen wir von vielen Betroffenen – Verdienstausfälle kompensiert und Therapien ermöglicht, die von den Krankenkassen nicht bezahlt wurden. Zweitens: War es in der Höhe angemessen und ausreichend? Nein. Dopingfolgen lassen sich nicht einfach ausschalten oder wegoperieren. Die körperlichen und seelischen Schmerzen, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alltag – sie bleiben häufig. Und mehr noch: Sie werden nicht selten schlimmer mit den Jahren, mit dem Alter.
Viola von Cramon und ich setzen uns – fraktionsübergreifend – für eine Rente für DDR-Dopingopfer ein, weil wir meinen, dass bleibende Schäden auch bleibende Hilfen verlangen. Und nach dem Fachgespräch wissen wir auch, dass der Weg dorthin zwar schwierig, aber nicht unmöglich ist.
Der Deutschlandfunk hat am Sonnabend über unser Vorhaben berichtet. Den Bericht können Sie hier anhören.
Montag, 28. März
Ich erinnere mich nach wie vor gerne an meine erste Tour in die Ukraine mit den Frauen und Männern der Service-Clubs „Round Table“ und „Ladies‘ Circle“. Im Dezember 2010 haben wir 12.000 Weihnachtspäckchen an Kinder in der Region Odessa verteilt, die Mädchen und Jungen in Deutschland gepackt hatten. Nun steht im Mai die nächste Tour bevor, die ich als Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe abermals begleiten werde. Denn die erste Tour war nicht arm an Komplikationen, und manches, was die Organisatoren um Konvoichef Tommy Führer gerade erleben, kommt mir sehr bekannt vor. Es fehlen Dokumente und Stempel und Genehmigungen aller Art. Ich habe auch diesmal wieder einen Brief an den Gouverneur geschrieben, um ihn um Unterstützung zu bitten.
Das neue Projekt heißt: 1000 Kinder sehen – 1000 Kinder hören. Die Jungs von „Round Table“ haben bereits 200.000 Euro an Spenden gesammelt, um 1000 Kinder der Region Odessa mit Brillen und Hörgeräten auszurüsten. Es handelt sich dabei um Mädchen und Jungen, die vor allem gehandicapt sind, weil ihnen dies fehlt: eine passende Brille oder ein funktionierendes Hörgerät. Ärzte, Hörgeräteakustiker und Optiker werden mit nach Odessa reisen, um den Kindern die Brillen und Hörgeräte individuell anzupassen. Und sie werden weitere fünf Jahre immer wieder zurückkehren, um nachzuschauen, ob alles noch passt, was einmal angepasst wurde.
Mehr über das Projekt 1000 Kinder sehen, 1000 Kinder hören erfahren Sie hier.
Freitag, 25. März
Diese Gelegenheit ließ sich mein Kollege Eberhard Gienger natürlich nicht entgehen. Der einstige Turnweltmeister ist ja immer noch Sportler mit Leib und Seele. Es lag also nahe, dass Gienger unseren Bundespräsidenten Christian Wulff einlud, doch alsbald das Deutsche Sportabzeichen abzulegen.
Das Staatsoberhaupt hatte uns Mitglieder des Sportausschusses am Donnerstag zu einem 90-minütigen Meinungsaustausch ins Schloss Bellevue eingeladen. Es ging vor allem um die Bedeutung des Sports für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration von Menschen mit Behinderung. Ich empfand die Atmosphäre als sehr locker. Der Bundespräsident war überdies ausgezeichnet informiert über die Arbeit des Sportausschusses und interessierte sich auch für die Berichte aus den Fraktionen.
Ob Christian Wulff das Sportabzeichen ablegen wird, ist noch offen. Einen Termin nannte er jedenfalls noch nicht.
Übrigens waren wir Unions-Sportpolitiker ohne unseren Mannschaftskapitän zum kleinen Auswärtsspiel - Luftlinie 800 Meter - im Schloss Bellevue angetreten. Klaus Riegert, sportpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hatte ganz plötzlich der Ruf ins Plenum ereilt: Rede zum Tagesordnungspunkt Bundes- und Jugendfreiwilligendienste.
Warum es auch in dieser Woche wenige Verschnaufpausen gab, erfahren Sie in meinem heutigen Brief aus Berlin.
Mittwoch, 23. März
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Der Landesvorsitzende des Reservistenverbandes M-V, Major d.R. Helge Stahn (l.), und der Vizepräsident des Reservistenverbandes, Fregattenkapitän d.R. Manfred Soltwedel (r), zeichneten vier verdiente Mitglieder des Landesverbandes für ihr großes Engagement aus: Marco Gebert, Katrin Neumann, Torsten Leyh und Hans-Jürgen Kutzbach (v.l.). |
Als Sicherheitspolitikerin hat man es im Augenblick nicht ganz leicht. Der Umgang mit Libyen bringt unsere Terminkalender gehörig durcheinander, Sondersitzung folgt auf Sondersitzung. Und dann ist da noch die Bundeswehrreform, die selbst Geduldigste manchmal ungeduldig werden lässt. Nun braucht der Umbau unserer Streitkräfte zu einer Einsatzarmee ganz einfach seine Zeit, zumal wenn diese Aufgabe mittendrin ein neuer Verteidigungsminister übernimmt. Nach dem Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs ist Thomas de Maizière der neue Chef.
Am vergangenen Sonnabend habe ich im Fliegerhorst Laage beim Landesinformationstag des Reservistenverbandes MV auch über die Bundeswehrreform gesprochen. Es ging überdies um die Rolle unserer Reservisten in einer zukünftigen Freiwilligenarmee.
Hier ein kurzer Auszug meiner Rede:
Was nun Ihre konkrete Rolle in einer neuen Sicherheits- und Verteidigungspolitik angeht, da muss ich Sie vertrösten: Die Rolle ist noch nicht geschrieben – aus einem einfachen Grund: Es gibt bislang kein endgültiges Bundeswehrkonzept. Und erst wenn wir wissen, wie die Streitkräfte der Zukunft aussehen, können wir auch überlegen, welche Aufgaben die Reservisten übernehmen sollen. Leuchtet ein, oder?
Es werden ja immer erst die Hauptrollen besetzt. In unserem Stück kommt hinzu, dass gerade ein neuer Regisseur angefangen hat. Achtung, meine Herren (und Damen)! Ich tappe jetzt nicht in die Falle, die mehr als 120.000 Reservisten Ihres Verbandes als Nebendarsteller zu begreifen. Zwar bringt es die deutsche Sprache mit sich, dass das, was nicht die Hauptrolle ist, einfach Nebenrolle genannt wird.
Das klingt, zugegeben, ein wenig abwertend, als sei diese Rolle mit links zu spielen. Wenn wir hingegen ins Englische schauen, klingt es deutlich besser. Da heißt die Nebenrolle nämlich Supporting Act und beschreibt die Aufgabe also als Unterstützung. Sehen Sie! Und diese Rolle – Supporting Act – können Sie durchaus annehmen, denke ich. Im Übrigen gibt es ja sogar einen Oscar für die beste Nebenrolle.
Sie sehen also, ganz leicht haben wir es im Augenblick nicht. Die ganze Rede können Sie hier lesen.
Freitag, 18. März
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Mit CDU-Landesgruppenchef Eckhardt Rehberg (3. v.r.), Verteidigungspolitiker Markus Grübel und Konteradmiral Horst-Dieter Kolletschke |
Zuletzt hatte ich den Fernseher anschalten müssen, wollte ich Konteradmiral Horst-Dieter Kolletschke sehen. Der Amtschef des Marineamtes schaute meist ernst, dem Auftrag angemessen. Er leitete die Untersuchungskommission, die die Vorkommnisse um den Tod einer Kadettin auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ aufzuklären hatte, und schaffte es damit ein ums andere Mal in die Nachrichten. Nun hat er wieder festen Boden unter den Füßen. Gestern Abend traf ich Konteradmiral Kolletschke beim Parlamentarischen Abend , und natürlich hatten wir viel zu bereden. So ist es augenblicklich überall in Berlin, wo sich Verteidigungspolitiker und Militärs begegnen: Irgendwann, und zwar meist recht schnell, landet man bei der Bundeswehrreform, also dem Umbau unserer Streitkräfte zu einer Einsatzarmee. Aber es wird wohl noch bis zum Herbst dauern, bis alles auf dem Tisch liegt.
Mein heutiger Brief aus Berlin über die Woche im Parlament handelt diesmal nicht, wie sonst, von Verteidigung und auch nicht vom Sport. Die schrecklichen Ereignisse in Japan überlagern einfach alles.
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