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Mittwoch, 27. Juli  (Bildergalerie) 

Wir Mecklenburger haben ja die besondere Gabe, große Gefühle in verdammt kurze Sätze zu packen. „Der Guttenberg ist schon gut“, sagte die Frau am Getränkestand auf dem Gelände des Kutschenmuseums in Kobrow II. Jenen, die im mecklenburgischen Gefühlsleben nicht ganz so heimisch sind, sei gesagt: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte die Frau – und nicht nur sie – mit seinem Auftritt und mit seinem Auftreten bei meinem ersten Sommerfest als Bundestagsabgeordnete am Dienstagabend schwer beeindruckt.

Guttenberg war charmant und herzlich, witzig, selbstironisch und volksnah ­– und das am Ende eines arbeitsreichen Tages, der ihn zunächst zum Logistikregiment 17 in Burg (Sachsen-Anhalt) und danach zum Fliegerhorst Rostock-Laage geführt hatte. Gewiss war es auch der freundliche Empfang in Kobrow II, der dem Minister nach vielen schwierigen Gesprächen über die Zukunft der Standorte nach der Bundeswehrreform neuen Schwung verschaffte. Dass 600 Mecklenburger ihm zu Ehren das „Frankenlied“ anstimmen und statt der leuchtenden grünen Wiesen aus dem Mecklenburg-Lied den Winzer Schutzherrn Kilian besingen, erlebt Guttenberg ja auch nicht jeden Tag. 

Er genoss es freilich auch, hier die richtige Politik zu erleben, wie er sagte. Man müsse nicht „abgehoben an irgendwelchen Tischen, in irgendwelchen Hauptstädten“ sitzen, sondern könne von Bank zu Bank gehen und sich unterhalten. Guttenberg sprach über die Neigung der Politiker, umständlich zu reden, weil die Bürger Unangenehmes angeblich nicht hören wollten. „Wenn man den Menschen in diesem Lande die Wahrheit nicht mehr zumutet, wird man als Politiker selbst zur Zumutung“, sagte er. Der Beifall für diesen Satz war gewaltig. Politik müsse sich mehr als Dienstleistung begreifen – und das bedeute: dienen und leisten. Und er lobte auch die Gastgeberin des Sommerfestes als angriffslustige und gleichwohl kompetente Verteidigungspolitikerin in Berlin. „Wenn sich Karin Strenz im Ausschuss zu Wort meldet, ziehen einige schon den Kopf ein.“

Und dann musste das Fass der Lübzer Brauerei angestochen werden. Ich wünschte, ich könnte sagen, wir hätten alles genau so geplant – im Wissen, dass sich ein Publikum ja durchaus erfreuen kann an der Ungeschicklichkeit von Politikern. Jedenfalls hämmerte ich mit ganzer Kraft auf den Zapfhahn ein. Dann schnappte sich Guttenberg den Hammer und schlug zu. Ich war also unschuldig, dass das Bier oben heraus spritzte und den Verteidigungsminister ordentlich duschte. Der begossene Politiker war nicht unglücklich („Ich fühle mich wohlig geduscht, das war auch nötig nach diesem Tag“) und dachte an seine Frau in Berlin, die sich nachher sicher freue, wenn er gut riechend aus Mecklenburg nach Berlin heimkehre. „So haben alle was davon.“ 

 

Das Video dazu finden sie hier

Gäste meines Sommerfestes waren unter anderem Willi Horn, der Chef der Lübzer Brauerei, der Kreistagspräsident von Nordwestmecklenburg, Klaus Becker, die Lübzer Bürgermeisterin und Kreistagspräsidentin von Parchim, Gudrun Stein, sowie Dr. Hans-Heinrich Uhlmann, der CDU-Kreisvorsitzende von Nordwestmecklenburg. Ohne die Unterstützung des Fördervereins, der sich auf dem Museumshof engagiert, wäre dieses Fest nicht möglich gewesen. Die vielen ehrenamtlichen Helfer sorgten dafür, dass die Besucher auch kulinarisch auf ihre Kosten kamen. Es gab geräucherte Forelle aus dem Sternberger See mit Sauerkraut, Wildschwein, feurigen Kesselgulasch und Brot aus dem Lehm-Backofen.  

Nach seiner Rede zog Guttenberg von Tisch zu Tisch, schüttelte Hände, schrieb Autogramme und empfing Geschenke. Sogar ein rosafarbenes Kuvert, das verdächtig nach Liebesbrief aussah, wurde ihm überreicht. Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg braucht sich indes keine Sorgen zu machen – die Verehrerin ihres Mannes geht noch in die Grundschule. Man darf aber durchaus feststellen, dass viele Mecklenburgerinnen die Nähe des Ministers suchten und um ein gemeinsames Foto baten.

Nur gegen den zwischenzeitlichen Platzregen war Guttenberg machtlos. Er nahm auch diese Dusche locker – nass war er ja ohnehin schon. Dafür stand, gewissermaßen als Wiedergutmachung, wenig später ein Regenbogen am Himmel. Irmi Rakow aus Wismar schrieb mir am späten Abend noch: „Der liebe Herrgott wollte uns eben auch alle begrüßen. Dafür hat er uns auch einen wunderschönen Regenbogen geschickt.“

Mehr Fotos von meinem Sommerfest finden Sie in der Bildergalerie.

Freitag, 23. Juli

Ljuba (l.) und Inna

Besucher zu empfangen gehört zu den angenehmsten Pflichten, die ein Mitglied des Bundestages hat. Mir geht es da wie den meisten Kollegen: Die Gespräche sind immer ein Gewinn für beide Seiten. Die Gäste können einmal direkt erleben, wie und wo die Frau oder Mann aus ihrem Wahlkreis in Berlin arbeitet. Und wir stellen fast immer fest, wie groß die Neugierde ist – und wie klein die Vorurteile. Dass Politik tatsächlich oft das beschwerliche „Bohren dicker Bretter“ ist, wie der Soziologe Max Weber einmal unsere Arbeit beschrieben hat, verstehen Besucher schnell, wenn man ein bisschen aus dem Parlamentsalltag berichtet.

Gäste aus der Ukraine indes empfängt ein Mitglied des Bundestages nicht alle Tage. Ljuba und Inna waren am Freitagnachmittag bei mir. Die beiden Frauen, die vom Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD) ein Forschungsstipendium erhalten haben und in diesem Sommer zwei Monate an der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer für ihre Doktorarbeiten recherchieren, waren fasziniert – vor allem von den Gebäuden unserer Demokratie. Dass jeder so einfach den Reichstag besuchen könne, fanden sie nicht alltäglich. Auch der Grundsatz, dass ein jedes Abgeordnetenbüro von außen einsehbar sein muss, hat sie verblüfft. Und für mich als Mitglied der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe war es natürlich auch interessant zu erfahren, dass sich mancher Ukrainer wünschte, seine Abgeordneten in Kiew würden sich von den deutschen Kollegen eine Scheibe abschneiden.  

Donnerstag, 22. Juli

Ich habe derzeit Gäste aus Frankfurt am Main, wo ich Anfang der neunziger Jahre gelebt, studiert und gearbeitet habe. Die Stadt ist mir mit der Zeit zu einer zweiten Heimat geworden, auch weil ich mit einem Frankfurter verheiratet bin. Wobei ich sagen muss, dass ich noch immer Mühe habe, die Hessen zu verstehen, wenn sie richtig losbabbeln. Weil meine Freungde aus Frankfurt das schöne Mecklenburg schon sehr gut kennen, habe ich ihnen diesmal meinen Arbeitsplatz in Berlin gezeigt: den Reichstag samt Kuppel, mein Abgeordnetenbüro im Paul-Löbe-Haus, den Fraktionssaal von CDU/CSU und die endlosen unterirdischen Gänge zu den Sitzungsräumen.

 

 

   

Stühle aus dem ehemaligen Bundestag in Bonn

 

 

Das "Archiv der Abgeordneten" des französischen Künstlers Christian Boltanski mit den Namen der 5000 Parlamentarier von 1919 bis 1999

 

Büste von Paul Löbe (1875-1967), dem Alterspräsidenten des ersten Bundestages

 

Mittwoch, 21. Juli 

 

Gedenktafel für Henning von Tresckow im Einsatzführungskommando der Bundeswehr Potsdam

Gestern hat das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam dem 66. Todestag Henning von Tresckows gedacht – in jener Kaserne, die seinen Namen trägt. Unter Historikern zählt von Tresckow neben Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu der zentralen Figur des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944. Nachdem der Anschlag gescheitert war, wählte der Generalmajor am nächsten Tag den Freitod – um der Folter zu entgehen und damit auch der Gefahr, seine Mitverschwörer zu verraten. Gedenkredner war der frühere brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm. Die Attentäter hätten sich zwischen Gehorsam und Ethos entscheiden müssen. Ihr Akt des Widerstands habe sie seinerzeit ins Abseits geführt – und den Verschwörern sei dies klar gewesen. „Die Aussichtslosigkeit der Tat gab dem Vorhaben die eigentliche Größe“, so Schönbohm.

Im Anschluss an einen Gottesdienst legten die Besucher der Gedenkveranstaltung gemeinsam mit Generalleutnant Rainer Glatz, dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Kränze vor der Kaserne nieder. Die Kränze waren gespendet worden – vom Landtag Brandenburg, der Landesregierung, der Gemeinde Schwielowsee, der Stadt Potsdam, dem Wehrbeauftragten des Bundestages, Hellmut Königshaus, dem Einsatzführungskommando sowie der Familie und dem Familienverband von Tresckow.

Dienstag, 20. Juli

Wenn Sie mein Tagebuch über die Fußball-WM 2010 in Südafrika suchen - es liegt jetzt links unter den Sportsachen. Hier finden Sie es.

Dienstag, 20. Juli

Es war kein Zufall, dass die 420 Rekruten gestern vor dem Reichstag ihr Gelöbnis abgelegt haben – 66 Jahre nach dem letztlich gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. „Mit dem heutigen Gelöbnis ehren wir die Männer und Frauen, die in einer der dunkelsten Stunden unserer Geschichte aufstanden, Werte, unsere Werte, zu verteidigen“, sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Er nannte den Widerstandsakt gegen Hitler eine Tradition, zu der sich die Bundeswehr bekenne und die auch Orientierung in einer von Einsätzen geprägten Gegenwart biete.

 

Ewald-Heinrich von Kleist mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg


Es hätte keinen besseren Redner geben können als Ewald-Heinrich von Kleist, der letzte lebende Mitverschwörer des Kreises um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er charakterisierte den Nationalsozialismus als ein „Regime, das seine Mordlust offen auslebte“. Von Kleist, heute 88 Jahre alt, schilderte beeindruckend die mutige Tat in einer Zeit, in der Zivilcourage unterdrückt und bestraft wurde. „Diejenige, die nie in einer Diktatur gelebt haben, immer in Freiheit waren, können nicht ermessen, wie kompliziert und schwierig es war“, sagte er vor 2800 Gästen. Eingeladen waren nicht nur Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch Verwandte, Freunde und Bekannte der Soldaten. Es war bereits die dritte Rekrutenvereidigung vor dem Reichstag. Damit soll ausgedrückt werden, dass die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist. Die Rekruten gelobten, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.

 

Am Rande des Gelöbnisses traf ich Konteradmiral Jens-Volker Kronisch, den ich aus Afghanistan kenne. Ich habe dem Befehlshaber im Wehrbereich I in Kiel zur Kooperationsvereinbarung gratuliert, die er in der vergangenen Woche mit Bildungsminister Henry Tesch unterzeichnet hatte. Sie regelt die Zusammenarbeit zwischen den Schulen des Landes und der Bundeswehr. Die Jugendoffiziere der Bundeswehr dürfen weiterhin Schüler über die deutsche Sicherheitspolitik informieren – so wie sie es seit 15 Jahren tun.

Montag, 19. Juli

Wenn es hier in den vergangenen Tagen etwas ruhiger gewesen ist, dann hat das einen einfachen Grund: Die Sommerpause in Berlin nutze ich für eine ausgedehnte Sommertour durch meinen Wahlkreis Wismar – Nordwestmecklenburg – Parchim. Zuletzt war ich in Plau am See, Warin, Wismar, Sukow, im Amt Sternberger Seenlandschaft und auf der Insel Poel. Hier ein paar kurze Berichte.

Badewannenrallye in Plau am See

 

Wer behauptet, einer Bootsbesatzung gehe es darum, schnell und trocken das Ziel zu erreichen, sollte dringend einmal die Badewannenrallye in Plau am See anschauen. Hier geht es weder um Schnelligkeit noch um Trockenheit – und Kentern ist eine besonders hoch geschätzte Kunst, die sogar mit einem Pokal belohnt wird. Tausende Zuschauer standen am Sonnabendnachmittag wieder an der Elde zwischen Hühnerleiter und Hubbrücke, um die selbstgebauten Schiffe zu bestaunen und deren Besatzung anzufeuern. Meine Favoriten waren die „Plauer Traumprinzen“ (Foto unten) um das Badewannenrallye-Urgestein Andreas Dau. Die Frösche in giftgrünen, ultraengen Badeanzügen – echte Männer entstellt ja bekanntlich nichts – holten sich den Erotikpokal, und zwar absolut verdient. Ich hoffe, dass die Modeschöpfer ihre Trendschnüffler in Plau am See hatten, denn es wäre überaus schade, wenn wir Frauen auf den Anblick von Männern in solcher Strandbekleidung verzichten müssten.

 

Jazz-Picknick in Warin

 

Warin hat am vergangenen Wochenende den 777. Geburtstag gefeiert. Ich war besonders gespannt auf das Jazz-Picknick am Sonntag im August-Cords-Park mit der Big Band der Kreismusikschule Nordwestmecklenburg und Sweathearts aus Lübeck. Erfinder des Jazz-Picknicks ist übrigens Warins Bürgermeister Michael Ankermann, den ich schon lange kenne, weil wir einst beide dem Landtag angehört haben. Ankermann, der übrigens ehrenamtlich tätig ist, staunte über die große Resonanz auf seine Idee eines Frühstücks mit nicht gerade leichter musikalischer Kost. „Alle haben gesagt, ein Jazz-Picknick sei nichts für Wariner“, erzählte er mir. Mein Eindruck war eher, dass die Wariner bereits seit genau 777 Jahren darauf gewartet haben. Es war toll!

Schlauchbootfahrt auf der Warnow

 

Manche Leute, auch meine Mitarbeiter, halten mich für handysüchtig. Dabei kann ich durchaus ohne mein Mobiltelefon existieren – sogar stundenlang und in überaus extremen Situationen. Es ging am vergangenen Freitag mit der Bundeswehr und den Feuerwehren des Amtes Sternberger Seelandschaft auf Schlauchboottour über die Warnow. Ich hatte ein ehrgeiziges Ziel und wollte meine Platzierung aus dem Vorjahr unbedingt verteidigen. Leider war auf die Besatzung in meinem Boot – neun Frauen und Männer – kein Verlass. Obwohl wir zwischendurch manche Pause einlegten, um uns nass zu spritzen und über Bord zu gehen, erreichten wir als viertes von zwölf Booten das Ziel.

 

Wulf Nehls (l.), persönlicher Referent des Innenministers Lorenz Caffier,
Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler und Olaf Steinberg, stellvertretender Bürgermeister
von Sternberg

Niemand wird gern Vierter. Der vierte Platz ist der „undankbare“, wie das in der Sportreportersprache heißt. Man ist zwar ein bisschen vorne dabei, geht aber genauso leer aus wie alle, die gebummelt haben und hinter einem gelandet sind. Im nächsten Jahr werde ich wieder ein bisschen stärker bremsen und mir den letzten Platz zurückholen. Denn für den gibt es den meisten Applaus. Ich wurde übrigens von einem Soldaten ins Wasser geschubst. Da ich mir aber nichts vorzuwerfen habe, weil ich mich im Verteidigungsausschuss immer für die Bundeswehr einsetze, nehme ich an, dass es keine Absicht war.

Meine Mitarbeiter behaupten gerade, ich hätte mein Handy nur zu Hause gelassen, damit es nicht ins Wasser fällt und untergeht. Aber mal ehrlich: Könnte ein Handysüchtiger so vernünftig denken und handeln?  

Heimatmuseum Kirchdorf

Dass ich einen kleinen Hut-Tick habe, müsste mittlerweile bekannt sein. Ich musste den Zylinder aus dem Heimatmuseums der Insel Poel in Kirchdorf einfach aufsetzen. Aber natürlich war ich nicht deshalb gekommen, sondern um mir das Museum und die Reste der weltweit einzigen Festungsanlage in Form einer Sternschnuppe anzuschauen. Eine solche Führung kann ich nur empfehlen. Danach wollte ich noch Inselpastor Mitchell Grell besuchen, der mich einst getauft hatte. Leider war er nicht zu Hause, aber ich bin sicher, dass wir uns bei meiner nächsten Stippvisite auf Poel treffen werden.

Juwelierin Jutta Kross in Wismar

 

Es ist mittlerweile eine schöne Tradition, dass ich in den Wochen ohne Bundestagssitzungen in den Einkaufsstraßen meines Wahlkreises unterwegs bin, um mit Geschäftsleuten, Unternehmern und Händlern zu sprechen. In der vergangenen Woche habe ich in Wismar unter anderem die Juwelierin Jutta Kross besucht, die mir stolz die Kollektion ihrer Pandorabändchen zeigte. Sie hat aber auch sehr eindrucksvolle Unikate von Wismarer Bauwerken. Ich werde mir wohl eine kleine Sammlung zulegen und als nächstes Stück St. Georgen kaufen. Die Wismarer Wasserkunst besitze ich schon.

Reit- und Springturnier in Sukow

 

Einige Besucher in Sukow rieben sich die Augen, dass ich – obwohl keine Wahlkampfzeit ist – zum Reit- und Springturnier gekommen war. Ich hatte aber gute Gründe. Zum einen ist meine Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler eine große Pferdefreundin und hat mich über die Jahre auch für Sport und Zucht begeistert. Zum anderen treffe ich bei solchen Ausflügen immer wieder alte Bekannte, in Sukow etwa Innenminister Lorenz Caffier (Foto oben) und Willi Horn, den Geschäftsführer der Lübzer Brauerei und großen Sponsor des Turniers.   

 

German Pellets in Wismar

 

Vor genau einem Jahr hatte ich im Wahlkampf die Zentrale von German Pellets in Wismar besucht. Ich freue mich, dass sich das Unternehmen mit seinen sieben Standorten in Deutschland weiter gut entwickelt, obwohl es ohne Energiesubventionen auskommt. Geschäftsführer Peter Leibold und seine Frau Anne stellten mir den Firmensitz vor und zeigte mir die Produktionsstätten. Das Wismarer Stammwerk hat eine Kapazität von 256.000 Tonnen Pellets pro Jahr. Pellets sind kleine, zylinderförmige Presslinge aus getrocknetem Holz, die als Brennstoff genutzt werden. Das Ursprungsmaterial –  Säge- und Hobelspäne, aber unbehandelte Resthölzer aus der Holzindustrie und aus dem Wald – wird gepresst und ohne chemische Bindemittel zusammengefügt. Die Produktion ist sehr umweltfreundlich, weil der Energieaufwand geringer ist als der von Heizöl oder Erdgas. Und auch das Heizen mit Pellets ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Denn Holz wächst nach und ist ausreichend vorhanden. Und beim Verbrennen wird deutlich weniger Schwefeldioxid ausgestoßen als bei fossilen Brennstoffen. 

Mittwoch, 7. Juli

Puuh, das war knapp! Der Landtag in Schwerin hat heute Nachmittag für Parchim als Kreisstadt gestimmt. Zuvor hatten die Abgeordneten mit 35 zu 34 Stimmen einen Änderungsantrag für Ludwigslust als Kreissitz abgelehnt. Ich freue mich über diese Entscheidung, weil ich überzeugt bin, dass sie für unser Land das Beste ist. Natürlich ist sie auch ein Lohn für die vielen Unterstützer, die sich in den vergangenen Monaten, Wochen und Tagen für Parchim als Kreisstadt eingesetzt haben. Jetzt geht es darum, dass wir gemeinsam mit den Menschen und Entscheidungsträgern im Landkreis Ludwigslust konstruktiv zum Wohle der gesamten Region kooperieren. Ich bin sicher, wir alle haben aus den Fehlern der alten Kreisgebietsreform gelernt. Jetzt müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen – für ein starkes Südwestmecklenburg.

Dienstag, 6. Juli

Es war heute eine besondere Sitzung der Arbeitsgruppe Verteidigung meiner Fraktion. Gewöhnlich treffen wir uns am Dienstag um 9 Uhr im Paul-Löbe-Haus. Diesmal allerdings waren wir zu Gast in der Berliner Zentrale des Bundeswehrverbandes, der Interessenvertretung der Soldaten. Der Chef des Verbandes, Oberst Ulrich Kirsch, stellte uns die Eckpunkte seiner „Attraktivitätsagenda 2011“ vor. Sie sieht unter anderem vor, die Vereinbarkeit von Familie und Dienst zu verbessern. Insgesamt, so Kirsch, seien die sozialen Rahmenbedingungen für die Streitkräfte überlebenswichtig – und überdies eine Selbstverständlichkeit: Schließlich sind es die Soldaten, die für unsere Sicherheit ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren.

Ich habe in mancher Rede bereits gesagt, dass die Attraktivität der Bundeswehr nicht allein von der Besoldung abhängt. Für Soldaten ist die Truppe auch Heimat. Und es sind ja die Familien, die von den Auslandseinsätzen direkt betroffen sind, die mit Sorgen die Nachrichten aus Afghanistan verfolgen und als Rückhalt gebrauchen werden. Sie benötigen unsere Unterstützung. Es gibt die Familienbetreuungszentren, die ich als Mitglied im Bundesvorstand der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung unterstütze. Genauso wichtig ist es aber, dass Soldaten, die traumatisiert aus dem Einsatz nach Hause kommen, geholfen wird. Als Berichterstatterin meiner Fraktion für den Sanitätsdienst der Bundeswehr setzte ich mich für die bestmögliche Betreuung und Behandlung unserer Soldaten ein.

Montag, 5. Juli

Manchmal muss man eine Vorlage einfach verwandeln. So war es mit den Schülern des Gymnasiums Neukloster, die mich gestern im Bundestag besucht haben. Die Mädchen und Jungen sprachen zunächst mit meinem Mitarbeiter Dr. Marco Michel über den parlamentarischen Alltag. Nach einer Weile fragte einer der Schüler, warum Politiker so gern und oft um den heißen Brei herumreden würden. Michel sagte, dies müsse ein Politiker beantworten, und empfahl, mir diese Frage zu stellen. Und dann kam ich in den Raum, und der Junge war mutig genug, abermals zu fragen: „Warum reden Politiker immer um den heißen Brei herum?“  Ich antwortete: „Weil sie Angst haben beim Lügen erwischt zu werden.“

Damit war das Eis gebrochen. Wir sprachen noch lange über meine Arbeit im Verteidigungsausschuss und vor allem über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Und da die Zeit für den Austausch von Argumenten begrenzt war, habe ich angeboten, in den Sozialkundeunterricht oder zu einem Projekttag in die Schule zu kommen. Sie haben mir gefallen, diese Jugendlichen: intelligent, interessiert, neugierig, kritisch, ausgewogen, taktvoll und auch nachdenklich, jedenfalls unkompliziert und erfrischend. Ich freue mich schon heute auf ein Wiedersehen.

Freitag, 2. Juli 

 

 

Die Woche im Berliner Backofen mit der neuneinhalbstündigen Wahl des Bundespräsidenten am Mittwoch hat Spuren hinterlassen. Ich meine natürlich, damit bloß kein Missverständnis aufkommt: körperliche Spuren. Viele der 5000 Gäste des Sommerfestes, zu dem der neue Bundespräsident Christian Wulff am Freitagabend eingeladen hatte, wirkten doch ein bisschen erschöpft – und mir erging es nicht anders.

Und doch konnte ich freundliche, entspannte Atmosphäre im Park von Schloss Bellevue genießen, zumal ich das Glück hatte, interessante Leute zu treffen. So begegnete ich unter anderem dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, dem Künstler HA Schult (Foto unten), der aus Parchim stammt, dem Stern-Journalisten Hans-Ulrich Jörges, unserem Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus und vielen Abgeordneten meiner Fraktion, darunter Julia Klöckner, die im nächsten Jahr Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden will. Und dann war da noch eine sehr rührende Szene: Peter Maffay sang „Über sieben Brücken“, und Gauck war so überwältigt, dass er auf die Bühne kletterte und mitsang. Er fürchtete schnell, dass er sich zu sehr in den Mittelpunkt gedrängt habe, und entschuldigte sich nachher im Flüsterton beim Hausherrn.  Doch Wulff – und auch das macht ihn zu einem würdigen Bundespräsidenten – nahm es Gauck gar nicht übel, ganz im Gegenteil. „Das ist Empathie“, rief er. „Besser kann die Einheit nicht leben.“

 

 

Freitag, 2. Juli

 

Der Landtag in Schwerin entscheidet am nächsten Mittwoch, wo der künftige Großkreis Südwestmecklenburg seinen Sitz haben wird. Ich habe mich noch einmal für Parchim stark gemacht, weil die Argumente klar für diese Wahl sprechen. Und der Innenausschuss des Landtages sieht es ja genauso. Trotzdem rechnen viele mit einer knappen Entscheidung. Seit heute werben Parchims Unterstützer mit einer Internetseite für ihre Stadt. Dort finden Sie viele Argumente, Stimmen, Bilder und wichtige Termine bis zum Tag der Entscheidung am 7. Juli. Schauen Sie vorbei und helfen Sie uns, dass Parchim das Rennen macht!

 

Donnerstag, 1. Juli

 

 

Mit meinem Mann Kurt

Bei mir zu Hause in Sehlsdorf leben zwei Kater, die bisweilen sehr wild sind. Und 2010 ist das Jahr des Tigers. Es lag also nahe, gestern die Abendveranstaltung des WWF, der weltgrößten internationalen Tierschutzorganisation, zu besuchen. Der WWF stellte seine Arbeit vor und ließ prominente Botschafter des Tierschutzes zu Wort kommen.  Dass der Tiger, dieses starke Tier, vom Aussterben bedroht ist, ist kaum bekannt. Weltweit gibt es nur noch 3200 Exemplare. Gastredner war Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der dem WWF ein großes Kompliment machte. Ein Umweltminister habe es eigentlich recht leicht, sagte Röttgen, er müsse die richtigen Forderungen des WWF nur aufnehmen.  In der Tat verfolgt der WWF ein ganz wichtiges Ziel: Schöpfung und Natur zu bewahren. Schließlich hängt davon nicht nur unsere Lebensqualität ab, sondern auch die der nächsten Generationen.

Montag, 28. Juni

Die Gymnasiasten mit der Sozialpädagogin Heike Reeps in meinem Bundestagsbüro

Ich mache es kurz: Das Treffen mit den Gerhart-Hauptmann-Gymnasiasten aus Wismar und der Sozialpädagogin Heike Reeps in dieser Woche hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich war bisweilen verblüfft, wie sehr sich Malten Rose, Saskia Schuldes, Cindy Kapalczynski und Saskia Harendt für meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Wismar – Nordwestmecklenburg – Parchim interessierten. Ein Wunder ist das freilich nicht: Als erfolgreiche Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ haben sie das politische Geschäft schon ein wenig kennen gelernt. Und dennoch betrachteten sie einige Orte mit großen Augen. Auf ihrem Rundgang bekamen sie Einblick ins Innere des politischen Betriebs.

Den Rest erzählen meine jungen Gäste selbst – in einem Bericht auf der Homepage ihrer Schule.

Montag, 28. Juni

Meinen Schweizer Praktikanten Daniel habe ich ja im WM-Tagebuch schon ein bisschen vorgestellt. Nur falls sich jemand Sorgen macht: Es geht ihm gut, er hat das Aus der Schweizer Nationalmannschaft in der Vorrunde bereits verarbeitet. Nun erzählt er in seinem Praktikumsbericht, was er im Bundestag bislang erlebt hat. Wenn Sie wissen wollen, was Daniel schreibt (und wie er ausschaut) – hier geht’s lang.

Samstag, 26. Juni

Mit Olaf Steinberg, stellvertretender Bürgermeister von Sternberg

Wenn ich am Freitag den Empfang des neuen Bundespräsidenten besuche, werde ich einen Hut aus Schwerin tragen, den ich in Sternberg gekauft habe.  Aber natürlich war ich am Sonnabend nicht zum vierten Rosenfest im „Lütt Acker“ gefahren, um eine Kopfbedeckung zu finden, sondern weil ich neugierig war – auf das Programm genauso wie auf die Leute. Und es wurde einiges geboten: Modenschau, Kinderschminken, Musik auf der Bühne und viel traditionelles Handwerk. Und dann konnte ich noch die wunderschöne Natur genießen und durch den Kräutergarten spazieren.

Glück hatte ich anschließend beim Sommerfest der CDU in Crivitz. Ich gewann beim Bingo einen Preis: herrliche Wurst von Schlachter Behnisch. Es grillte übrigens der Bürgermeister Uli Güßmann höchstpersönlich.

Vielen Dank für die Blumen: Reserveoffiziere, die ich bei der Tagung ihres Verbandes in Halle getroffen hatte, haben mir einen schönen Strauß geschickt. Ich freue mich sehr.  

Montag, 28. Juni

Am Mittwoch werde ich als Mitglied der Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt wählen. Meine Stimme gehört Christian Wulff, dem Kandidaten von CDU/CSU und FDP. Ich halte Christian Wulff für einen hervorragenden Bundespräsidenten. Zum einen ist er politisch erfahren und hat Niedersachsen mehr als sieben Jahre erfolgreich regiert. Gerade in Zeiten, in denen Deutschland vor großen Entscheidungen in Zukunftsfragen steht, braucht es im Schloss Bellevue einen Präsidenten, der Politik selbst gestaltet hat und weiß, wie kompliziert politische Prozesse sein können. Wulff ist überdies ein Mann, der Gräben nicht aufreißt, sondern zuschüttet. Zum anderen steht er für ein modernes Gesellschaftsbild.

Ich halte es für wichtig, dass der Bundespräsident nicht zur Spielfigur der politischen Auseinandersetzung wird. Die Wahl des Bundespräsidenten ist keine Abstimmung über die Regierung.   

Freitag, 25. Juni

Josef Schultz hat in Barnekow einen besonderen Status. Er ist der einzige Mann, der Zugang zur exklusiven Seniorinnen-Runde hat, die sich jeden Donnerstag im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr trifft. Josef Schultz, von den Damen liebevoll „Josi“ genannt, ist eine dieser guten Seelen und stillen Helden, die jede Gemeinde braucht. Er hilft, ohne große Worte zu machen. Und donnerstags deckt er die Tafel und verwöhnt die Damen, indem er Kaffee einschenkt und manchmal ein Glas Sekt bringt. So war es auch gestern, als ich da war, weil ich im Wahlkampf vor einem Jahr versprochen hatte, als Bundestagsabgeordnete wiederzukommen.

 

 

Aber Josef Schultz hat noch eine ganz besondere Qualität: Er ist aufmerksam und kann zuhören, was wir Frauen ja bekanntlich überaus schätzen. Ein Beispiel? Gestern unterhielten sich die Damen über das alte Gutshaus, das zwei Jahre vor der Wende abgerissen worden war. Es war ein Mittelpunkt des Dorflebens, beherbergte früher mal die Krankenstation und mal den Kindergarten. Und einige der Damen haben als kleine Mädchen sogar im zweiten Stock gewohnt.  In der Erinnerung der Damen-Runde steht es noch. Und was tat Josef Schultz, der die Gespräche mithörte? Er kramte, fand alte Fotos des Gutshauses, reichte sie herum und zauberte so ein Lächeln auf die Gesichter.

 

Muss ich erwähnen, dass "Josi" auch an Blumen für mich gedacht hatte? Und natürlich traf er meinen Geschmack: Fleißige Lieschen, und zwar weiße! Später zeigte er mir noch sein "Kunstwerk". In seiner Jugend hatte er aus Glasscherben die Gesichter von Marx, Engels und Lenin gestaltet. „Ich habe mal versucht, es auf dem Flohmarkt zu verkaufen, aber niemand wollte es haben“, erzählte er. „Na, nun hängt es hier bei der Feuerwehr.“

Donnerstag, 24. Juni 

 

Mit Polizeidirektor Joachim Gabriel (2.v.l.), Raina Basler und Polizeihauptkommissar
Rainer Hönich

Heute habe ich mit meiner Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler das Wismarer Polizeirevier besucht und ausführlich mit dem Leiter der Inspektion, Joachim Gabriel, gesprochen. Es war ein freundliches und freudiges Wiedersehen: Immerhin kennen wir uns schon mehr als sieben Jahre, denn der  Polizeidirektor hatte einst seinen Diensteinsatzort im Landkreis Parchim. Nachdem wir einige Erinnerungen ausgetauscht hatten, unterhielten wir uns über die Arbeit der Polizeibeamten. Dabei fiel mir auf, wie umfangreich und vielfältig die Aufgaben sind. Joachim Gabriel (Foto: 2.v.l.) berichtete mir über die Strukturreformen, den Umgang mit rechts- und linksradikaler Kriminalität und die länderübergreifende Zusammenarbeit. Polizisten machen ja weit mehr als Geschwindigkeitskontrollen. Sie sind bei Fußballspielen im Einsatz. Sie rücken an, wenn Drogen und Alkohol für Probleme sorgen. Sie werden bei häuslicher Gewalt gerufen – und manche sind auch im Auslandseinsatz, was mitunter eine große psychische Belastung mit sich bringt. Und auch dass Mecklenburg-Vorpommern ein großes Tourismusland  ist, spüren die Polizisten. Weit mehr als eine Million Sommerurlauber binden Kräfte.

Ich habe einen sehr interessanten Einblick in den Polizeialltag erhalten – und mein Respekt vor der Arbeit der Beamten ist noch einmal gewachsen.

 

Ich gehöre dem Förderverein des Krankenhauses Crivitz an. Und eigentlich besuche ich die Entbindungsstation der Klinik jedes Jahr am Muttertag und überbringe mit großer Freude rote Rosen. Es gibt ja wahrscheinlich keine andere Krankenhausstation, die Patienten und Besuchern so oft Glück schenkt.

Diesmal hatte ich leider am 9. Mai Termine in Berlin – aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Daher habe ich gestern Berliner Kuschelbären und Nuckelflaschen vorbeigebracht.  Der Verwaltungschef des Krankenhauses, Dr. Hans-Heinrich Uhlmann, der auch CDU-Kreisvorsitzender von Nordwestmecklenburg ist, begrüßte mich. Ich habe ihm auch erzählt, wie stolz er auf seine Mitarbeiter sein kann. Und ich sage ganz offen:  Ich bewundere die Schwestern der Entbindungsstation. Sie haben unheimlich viel zu tun – und trotzdem gelingt es ihnen, dass für sie jedes Baby genauso etwas Besonderes ist wie für jede Mutter.  

Mittwoch, 23. Juni

 

Ich hätte gern ein bisschen mehr Zeit gehabt für die Besucher des Gymnasiums Gadebusch. Wie es der Lehrer Udo Wachtel schafft, seine Schüler für China zu begeistern, verfolge ich schon seit langem mit großem Interesse. In der vergangenen Woche war er nun mit einer Gruppe chinesischer und deutscher Jugendlicher zu Gast im Bundestag. Nur tagte an diesem Nachmittag wieder der Kundus-Untersuchungsausschuss, der die Angewohnheit hat, vorab nicht zu verraten, wie lange die Sitzung dauern wird.

Zwar musste ich danach die Uhr im Blick haben, weil gleich die namentliche Abstimmung über die Verlängerung des Einsatzes zur Überwachung des Waffenembargos vor der Küste des Libanon auf der Tagesordnung des Bundestages stand, aber es hat glücklicherweise geklappt mit einem Gespräch im Paul-Löbe-Haus, in dem sich auch mein Büro befindet. Doch auch meine Gäste hatten danach noch nicht Feierabend. Nach dem Essen im Bundestagsrestaurant verfolgten sie von 19 Uhr an auf der Besuchertribüne die Debatte.

Dienstag, 22. Juni

 

Angela Merkel bei der CDU-Kreisvorsitzenden-Konferenz

Natürlich schaue ich mit großer Begeisterung die WM-Spiele – wie mein Tagebuch verrät. Aber meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete ruht deshalb noch lange nicht – eher im Gegenteil. Als am vergangenen Mittwochabend Uruguay Gastgeber Südafrika schlug, war ich bei einem Arbeitsessen mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Berliner Bendler-Block. Als Mitglied des Verteidigungsausschusses beschäftigt mich derzeit vor allem die Frage, wie die Bundeswehr in den nächsten Jahren reformiert werden wird. Und so geht es den anderen Verteidigungspolitikern meiner Fraktion. Wir wissen auch: Wer Reformen bei der Bundeswehr ankündigt, liefert die Sorgen gleich mit. Wir sind uns aber einig, dass weder die Sicherheit in der Heimat noch die unserer Soldaten im Einsatz leiden darf.

Dass dieses Thema auch die Reservisten der Bundeswehr unheimlich beschäftigt, habe ich auch am Freitagnachmittag in Halle gespürt. Als Gastrednerin sprach ich auf Einladung des Führungsstabs der Streitkräfte über die Bedeutung der Streitkräfte für die Politik. Bei dieser Gelegenheit habe ich den anwesenden Reserveoffizieren – vom Oberst und Kapitän zur See bis zum Oberstarzt – auch gesagt, dass ihr Können besonders gebraucht wird, sollte die Wehrpflicht ausgesetzt werden. „Sie sind eben kein Anhängsel der Truppe.“ Meine Gedanken können Sie hier nachlesen. Ein Wiedersehen gab es auch mit Oberst Ulrich Kirsch, dem Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, mit dem ich im vergangenen Jahr bei "Phoenix" über den Einsatz in Afghanistan diskutiert hatte.

       

Arbeitsessen im Bendler-Block

 

Tagung der Reserveoffiziere

Der Sonnabend begann im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, der Bundeszentrale der CDU. Parteichefin Angela Merkel hatte die Kreisvorsitzenden zur Konferenz eingeladen, um über das Erscheinungsbild der Koalition in Berlin zu sprechen. Da ich viel in meinem Wahlkreis unterwegs bin, weiß ich natürlich, dass das Durcheinander viele Freunde und Mitglieder der CDU ärgert. Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Ende, sehr treffend: „Zu einer bürgerlichen Politik gehören auch bürgerliche Umgangsformen.“

Und dann endlich ging es zurück nach Westmecklenburg.

Der Heimatabend des Sternberger Stadtfestes ist schon seit vielen Jahren ein angenehmer Pflichttermin für mich – nicht nur wegen der schönen Lieder, die im Museumshof angestimmt werden. Ich freue mich darauf auch immer, weil ich weiß, dass Johanna Groth aus dem Seniorenwohnheim da sein wird. Wir sind schon lange befreundet – und sehen uns leider viel zu selten.

 

Mit Johanna Groth in Sternberg

Gestern nun habe ich mein Kreistagsmandat offiziell niedergelegt. Ich gehe schweren Herzens, weiß aber, dass die CDU-Fraktion, die ich immerhin neun Jahre als Vorsitzende geführt habe, bei meiner Nachfolgerin Petra Weis in sehr guten Händen ist. Und auch ihre Stellvertreter Olaf Steinberg und Wolfgang Waldmüller sind sehr erfahrene Kommunalpolitiker.

 

CDU-Kreistagsfraktion mit Petra Weis (4. v.l.) 

Donnerstag, 17. Juni 

 

Gestern habe ich, während viele Berliner und Touristen in den Straßencafé die Sonne genossen, die Französischen Friedenskirche am Gendarmenmarkt besucht. Dort diskutierte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit Vertretern der evangelischen Kirche den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan und die Zukunft dieses geschundenen Landes. Einig war man sich, dass die Ziele in Afghanistan alleine militärisch nicht zu erreichen sind, weshalb sie im Verlauf des Einsatzes angepasst wurden. Es geht nicht mehr um die Errichtung einer „Westminster-Demokratie“, sondern um den Schutz der  Bevölkerung vor den terroristischen Taliban, die keine Rückzugsgebiete mehr haben sollen. Dass Sicherheit, Gerechtigkeit, Frieden und eine verlässliche Lebensgrundlage einen stärkeren zivilen Aufbau brauchen, bestreitet niemand. Und natürlich muss der Afghanistan-Einsatz regelmäßig bilanziert werden, wie es der Verteidigungsminister in seinen Quartalsberichten tut. Unstrittig war, dass die Internationale Schutztruppe aus militärischer Sicht keinen Tag länger als nötig in Afghanistan bleibt, der Wiederaufbau aber noch viele Jahre unterstützt werden muss.

Mittwoch, 16. Juni

Die Leinwand in der Landesvertretung MV gehörte gestern Abend dem Breitensport. Die Gäste des parlamentarischen Abends des Landessportbunds MV sahen statt der Fußball-WM einen Film, wie der Parchimer FC das Programm „Integration durch Sport“ des Bundesinnenministeriums umsetzt. In diesem Verein spielen junge Migranten aus aller Welt und deutsche Kinder gemeinsam Fußball. Und sie lernen nicht nur Technik und Taktik, sondern auch: die deutsche Sprache, Toleranz und Regeln. Für viele Kinder, die anderswo geboren sind, ist dies der einfachste Weg, die deutsche Sprache zu lernen und einen Weg in die Gesellschaft zu finden.

Der Landessportbund wird im September 20 Jahre alt. Wie erfolgreich der Dachverband der Sportvereine, Stadt- und Kreissportbünde in dieser Zeit gearbeitet hat, zeigt eine Zahl: 230.076. So viele Mitglieder hat der Landessportbund heute – das sind fast doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Vor allem Kinder, Jugendliche und Senioren schlössen sich Sportvereinen an und sorgten so dafür, dass der LSB noch immer wachse, wie der Präsident Wolfgang Remer sagte.

 

Alexander Bondar (2.v.l.) bei der Podiumsdiskussion in der Landesvertretung

Am Ende ernannte Remer den Fechter Alexander Bondar zum „Integrationsbotschafter“. Der 29 Jahre alte Rostocker ist Landestrainer beim Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport – und er verkörpert die erfolgreiche Integration. Bondar wurde 1995 ukrainischer Fechtmeister und besuchte bis 1996 das Sportgymnasium in Odessa. Drei Jahre später schaffte er in Rostock den Realschulabschluss, machte ein Ausbildung zum Koch, begann gleichzeitig, als Trainer ehrenamtlich zu arbeiten, und wurde auch noch neunmal Landesmeister im Fechten. „Sport ist die beste Medizin“, sagte er – und bezog das keineswegs nur auf die Gesundheit.

Freitag, 11. Juni

Gestern haben mehr als 20 Konfirmanden der Kirchgemeinde Dorf Mecklenburg auf meine Einladung den Bundestag besucht. Der Zufall wollte es, dass sie am Nachmittag auf der Besuchertribüne die Debatte verfolgten über den Antrag der Bündnisgrünen „Kernfusionsforschung kritisch überprüfen – ITER-Vertrag kündigen“. Auf der Besucherplattform des Reichstages trafen die Mädchen und Jungen anschließend meine Mitarbeiter zu einem Gespräch über den parlamentarischen Alltag.

 

Und eine der ersten Fragen, die mein Büro beantworten musste, war: Warum diskutiert der Bundestag ausgerechnet jetzt über den Versuch-Fusionsreaktor ITER, der wahrscheinlich erst 2018 in Betrieb genommen wird? Es gebe doch wichtigere Themen, etwa das Sparpaket. Nun, das Sparpaket ist wichtig, kein Zweifel, aber Politik muss eben immer auch die Zukunft im Blick haben, sie darf Themen nicht einfach ignorieren, nur weil gerade ein anderes die Schlagzeilen beherrscht. Jedes Thema ist auf seine Art wichtig, weil es das Leben der Bürger berührt, und verdient deshalb Aufmerksamkeit.

Dass es rund um den Reichstag derzeit ein bisschen stressiger ist, merken nicht nur wir Abgeordneten, sondern auch die Besucher. Unüberhörbarer Hinweis ist die Klingel, die vor jeder Abstimmung schrillt, um die Parlamentarier an ihre Pflicht im Plenarsaal zu erinnern. Gestern standen überdies zwei namentliche Abstimmungen an – und die versäumt kein Abgeordneter gern. Zwar erhalten wir vorab einen Ablauf mit den Terminen der Sitzungswoche – bei CDU/CSU ist das der Blaue Plan, benannt nach dem Papier, auf dem er gedruckt ist. Doch zum einen dauern Debatten und Fragestunden oft länger als vorgesehen, zum anderen werden wir immer wieder zu Sondersitzungen gebeten und haben natürlich im persönlichen Kalender auch lange geplante Gespräche.

Dass meine Mitarbeiter ins Schwitzen gerieten, lag nicht nur an der Berliner Hitze, sondern auch an den Konfirmanden und ihren kniffligen Fragen zum Parlamentsbetrieb.

Dienstag, 8. Juni

 

Ich bin am Wochenende viel unterwegs gewesen in meinem Wahlkreis. Ob Frühlingsfest der Sternberger Feuerwehr, Stadtfest in Brüel, Aufstiegsparty des FC Anker Wismar oder Stadt- und Kinderfest in Crivitz – amüsant und  kurzweilig war es überall. Besonders schön war es, viele bekannte Gesichter wiederzusehen und mit alten und jungen Bekannten zu schnacken. Und dann zeigte mir mein kleiner Freund Fritz-Maria die Welt aus Kinderperspektive, indem er mich überredete, in Brüel eine Runde mit dem Autoscooter zu drehen. Also, in meiner Kindheit gab es so etwas ja noch nicht, da waren Kettenkarussells oder die Achterbahn der größte Kitzel. Fritz-Maria, noch fünf Jahre alt, steuerte unser Gefährt und tat, was man sonst nicht darf: rasen, die Vorfahrt nehmen, riskant überholen und notfalls rammen. Und da der moderne Mann nicht mehr in alten Rollenbildern denkt, durfte ich Fritz-Maria zur wilden Fahrt auch einladen. Ich gebe zu: Ich habe sie genossen.

Dienstag, 8. Juni

 

Ich hatte Gänsehaut am Sonnabendnachmittag im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion - und ich war ganz sicher nicht die einzige unter den 1520 Zuschauern, der es so erging. Es war ja nicht nur das letzte Punktspiel der Saison für die Fußballer des FC Anker Wismar, sondern für hoffentlich lange Zeit auch das letzte Spiel in der Verbandsliga MV. Denn die Mannschaft steigt als ungeschlagener Landesmeister in die Oberliga auf. Natürlich ist dies in ein Triumph der Truppe um Trainer Timo Lange. Der gebürtige Grevesmühlener machte zwischen 1992 und 2003 275 Ligaspiele für Hansa Rostock und war wegen seines Einsatzes stets einer der Lieblinge der Fans - eben "Timo Lange Fußballgott". Als Aufstiegstrainer hat er nun auch seinen Platz in der Chronik des FC Anker.

Der Sprung in die Oberliga ist aber auch ein Triumph vieler Engagierter. Da sind die Unternehmer, die den Verein als Sponsor unterstützen, da sind treue Zuschauer, die auch bei Regen ins Stadion kommen, da sind viele Ehrenamtliche, die im Verein anpacken und sich auch um den Nachwuchs kümmern. Und da ist die natürlich auch die Hansestadt Wismar. Und nicht zuletzt braucht ein erfolgreicher Verein eine kompetente Führung, die vernünftig wirtschaftet und nicht mehr Geld ausgibt als eingenommen wird. Der Fußball bietet ja derzeit genügend Negativbeispiele: Ein Traditionsverein wie Rot-Weiß Essen hat gerade Insolvenz angemeldet. Auch weil ich weiß, dass Anker mit verhältnismäßig wenig Geld auskommen muss, beeindruckt mich der Erfolg so. Noch im Stadion habe ich einen Mitgliedsantrag ausgefüllt. Und ich drücke schon jetzt die Daumen für die nächste Saison in der Oberliga. Leicht wird es nicht, aber ich bin optimistisch. Fürs Erste habe ich die Mannschaft zu mir in den Bundestag nach Berlin eingeladen. Gefeiert wurde der Aufstieg übrigens meisterwürdig mit 400 Fans vor dem Brauhaus am Lohberg.                                                                                    

                                                                                                                              
Montag, 7. Juni

 

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Wenn wir an Sportler denken, spielt uns der Verstand oft einen Streich. Wir denken an Millionengehälter, die die weltberühmten Fußballer verdienen. Aber diese Stars mit ihrem Reichtum sind eine Ausnahme. Der Alltag vieler deutscher Spitzensportler sieht anders aus und ist ein dauernder Kampf um ein finanzielles Auskommen. Selbst Olympiasieger und Weltmeister haben Mühe, ihr Sportlerleben zu finanzieren. Wie die Deutsche Sporthilfe ausgerechnet hat, verdient ein Spitzenathlet deutlich weniger als der Durchschnittsbürger – Stundenlohn 7 Euro brutto! Im Schnitt hat er ein Monatseinkommen von 626 Euro – und das bei einer 60-Stunden-Woche zwischen Ausbildung, Studium oder Arbeit und Training plus Wettkampf.

Die Sporthilfe hat deshalb die Kampagne „Dein Name für Deutschland“ gestartet. Jeder Bürger kann für drei Euro im Monat mitmachen und unsere Spitzenathleten unterstützen – als Sponsor zusagen. Der Name des Spenders erscheint als Dankeschön in Anzeigen und Fernsehspots. Als Mitglied des Sportausschusses unterstütze ich diese Aktion natürlich. Machen auch Sie mit!

Donnerstag, 3. Juni

 

Schon in meiner Zeit im Landtag habe ich eine Klasse der Sternberger Förderschule zur individuellen Lebensbewältigung  am Kindertag nach Groß Raden eingeladen. Natürlich setze ich diese Tradition auch jetzt als Bundestagsabgeordnete fort - Getränke und Grillwürste gehen auf mich.  Vorgestern am Nachmittag trafen wir uns wieder im Archäologischen Freilichtmuseum, grillten gemeinsam, backten, scherzten und spielten. Museumsleiterin Heike Pilz hatte den Schülern aus Sternberg – sechs Jungen und einem Mädchen – sogar den Eintritt erlassen. Dass sie den Ausflug genießen, war offenkundig: Es wurde viel gelacht und getobt.

Dienstag, 1. Juni

Gestern habe ich das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz besucht und unter anderem mit Generaloberstabsarzt Dr. Jürgen  Blätzinger gesprochen. Auch Generalarzt Dr. Georg Mager, der Koblenzer Chefarzt, und Admiralarzt Dr. Michael Knabe vom Sanitätskommando II Diez, dem die Einrichtung unterstellt ist, haben mich unterrichtet und mir meine Fragen beantwortet. Als Berichterstatterin für den Sanitätsdienst der Bundeswehr meiner Fraktion im Verteidigungsausschuss halte ich es für meine Pflicht, auch vor Ort zu sein und mein Thema nicht nur am Schreibtisch zu bearbeiten.

Das größte Krankenhaus der Bundeswehr braucht dringend eine Kernsanierung. Das Vorhaben wird geschätzt 25 Millionen Euro kosten. Man könnte sagen, dass ein bisschen der Zahn der Zeit an der Koblenzer Klinik genagt hat. Sie entstand 1957 und ist längst mehr als „Das Lazarett“, wie es am Anfang hieß. Heute ist sie ein akademisches Lehrkrankenhaus der Mainzer Gutenberg-Universität, in dem nicht nur Soldaten behandelt werden. Jedes vierte der mehr als 500 Betten ist für Zivilisten reserviert. Mehr als 2000 Patienten werden pro Jahr stationär behandelt; um sie und um die ambulanten Patienten kümmern sich 1450 Mitarbeiter, 260 Ärzte und Apotheker.

Ich werde mich im Verteidigungsausschuss dafür stark machen, dass das Bundeswehrzentralkrankenhaus das Geld bekommt, um umfassend saniert zu werden. 

 

mit Generaloberstabsarzt Dr. Jürgen Blätzinger, Generalarzt Dr. Georg Mager und Admiralarzt
Dr. Michael Knabe (von links)

Insgesamt muss der Sanitätsdienst der Bundeswehr attraktiver werden, und das beginnt schon damit, dass Überstunden bezahlt werden und nicht länger freiwillig sind. Es gibt einen erheblichen Personalmangel. So ist derzeit bei den Koblenzer Assistenzärzten jede fünfte Stelle unbesetzt. Und jeder zehnte Assistenzarzt fehlt, aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon heißt: Mutterschutz. Bei den Fachärzten sieht es ähnlich aus: Nur 62 Prozent sind für den Klinikalltag verfügbar.

Die flexibleren, auch familienfreundlicheren Strukturen zu finden, die das Sanitätswesen braucht, um attraktiv zu sein für ausgebildete Mediziner, ist sicher eine der Aufgaben der Strukturkommission um Frank-Jürgen Weise. Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat dieses Problem bereits angesprochen. Eines muss klar sein: Wir müssen vom Einsatz her denken und handeln, denn die Bundeswehr ist mehr und mehr eine Einsatzarmee. Das bedeutet, dass die Ärzte bereits im Studium darauf vorbereitet werden sollten, was sie bei der Bundeswehr erwartet – zum Beispiel ein schwieriger Auslandseinsatz. Und nur wer dafür ausgebildet ist und mit den Kameraden in der Kaserne regelmäßig übt, wird sich darauf einlassen.

Anschließend habe ich noch das Sanitätszentrum Cochem besucht. Dort erhalten Sanitäter ihre Erstausbildung. Wie ich in den Gesprächen erfahren habe, muss wegen der wachsenden Einsätze im Ausland die Verbindung zu Fähigkeiten der Truppen vor Ort – etwa den Feldjägern – verbessert werden. Es ist ja eine bittere Realität, dass auch deutsche Sanitäter in Afghanistan angegriffen und beschossen werden, obwohl sie nur verwundete Kameraden retten wollen.

Montag, 31. Mai

Ich finde, dieser Kurzfilm zeigt sehr gut, wie unsere Welt ohne das Handwerk aussähe. Natürlich haben die Filmemacher ein bisschen bei Hollywood abgeguckt und die Botschaft zugespitzt – aber sie bleibt natürlich richtig: Die Handwerk ist die Grundlage von allem, ohne Handwerk keine Computer, keine Autos, keine lebensrettende Medizintechnik undundund. Und doch hat es diese wichtige Branche derzeit unendlich schwer, das habe ich erst am Sonnabend wieder beim vierten Tag der offenen Tür der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd, Außenstelle Parchim, gespürt. So zeigte der Parchimer Hufschmiedemeister Joachim Peseke seine Kunst und erzählte zugleich, wie schwierig es sei, Lehrlinge zu finden.  Das Motto der Veranstaltung hieß denn auch: „Das Handwerk sucht Auszubildende“.

 

Hufschmiedemeister Joachim Peseke aus Parchim (l.)

 

       

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Bahr
begrüßte die Besucher.

 

Die Tischlergesellen zeigten ihr Können beim vierten Tag
der offenen Tür 

Deshalb zeigte die Kreishandwerkerschaft gemeinsam mit den Mietern des Parchimer Hauses des Handwerks den westmecklenburgischen Schülern, die gekommen waren, dass Lehrjahre zwar keine Herrenjahre sind, aber eben auch selten langweilig und überdies den Einstieg in eine Zukunft mit beruflicher Perspektive bieten. Auch viele Innungsbetriebe stellten sich den Schulabgänger von heute, morgen und übermorgen vor. Und mancher der jungen Besucher packte schon einmal ein bisschen mit an und erfuhr dabei vielleicht, wie viel Freude es bringt, aus dem Geschick in den Händen etwas zu machen. Erst jüngst habe ich in meiner Rede bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Schwerin in Ludwigslust ausführlich über die große Sorge vieler kleiner Familienbetriebe gesprochen, geeignete Bewerber zu finden. Doch diese Sorge betrifft natürlich irgendwann uns alle – siehe oben!

Donnerstag, 27. Mai

 

Afghanistan-Vortrag am Dienstagabend beim Rotary Club Parchim im Café Scholz

Natürlich kenne ich die Umfragen, wonach bis zu 70 Prozent der Deutschen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr skeptisch sehen oder gar ablehnen. Aber ich war in dieser Woche auch nicht nach Parchim und Rostock gekommen, um Mitgliedern und Freunden des Rotary Clubs sowie den Bürgern im Wahlkreis des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Stein in meinem Vortrag über die Bundeswehr in Afghanistan eine heile Welt am Hindukusch zu zeigen. Nein, es ist riskant und schwierig in Afghanistan, das habe ich auf meinen zwei Reisen erlebt. Dies bestreitet auch kein Soldat und kein Befehlshaber. Und trotzdem habe ich im Februar – mit einer großen Mehrheit der Abgeordneten des Bundestages – für die Verlängerung des Mandats um ein Jahr gestimmt. Nun ist die Rückendeckung der Politik die eine Seite. Die andere Seite ist: Die Truppe wünscht sich, dass in der Heimat ihr Einsatz stärker wahrgenommen wird.

 

Mit dem Rostocker Landtagsabgeordneten Peter Stein bei der Begrüßung

Natürlich haben wir nach meinem Vortrag auch diskutiert, was wir in Afghanistan erreichen wollen und können. Viele Zuhörer waren skeptisch, dass der Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu gewinnen sei, schließlich hätten auch die Sowjetarmee in den achtziger Jahren und die Engländer im 19. Jahrhundert bittere Niederlagen erlebt. Das ist wahr, aber nur zum Teil. Damals waren Besatzungsmächte am Werk, bei diesem Einsatz geht es um etwas ganz anderes: Afghanistan soll ein friedliches Land werden, die Menschen sollen ohne terroristische Bedrohungen leben können. Hierfür kämpft die Nato - und zwar mit einem Mandat der Vereinten Nationen. 44 Nationen kämpfen gemeinsam, es ist eben kein Alleingang der Bundeswehr.

Wir dürfen nicht in der Vergangenheit verharren. Wir alle wollen sicher leben und uns nicht von Terroristen diktieren lassen, wie wir denken, fühlen, wählen und uns kleiden. Und Afghanistan ist überdies ein Land, dem die Zukunft gehört, wie allein schon ein Blick auf die Bevölkerungsstruktur zeigt: Jeder zweite Afghane ist 15 Jahre oder jünger. Wir müssen also die Jugend überzeugen, dass  ein Leben in Freiheit ein Gewinn ist, wir müssen ihr die Angst vor dem Westen nehmen. Und in einem waren sich alle einig: Das Thema Afghanistan wird in der Öffentlichkeit zu wenig diskutiert – deshalb werde ich diese Vorträge fortsetzen.

Dienstag, 25. Mai 

Mein Wahlkreis Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim ist groß, er gehört zu den flächenmäßig größten der 299 Bundestagswahlkreise in Deutschland. Ich merke das jedes Mal, wenn ich in meiner Heimat zu Terminen unterwegs bin, morgens Plau am See, mittags Rehna, nachmittags Wismar und abends die Insel Poel. Es ist deshalb mitunter schwer, den Kontakt zu den Bürgern, Unternehmern, Mitgliedern meiner Partei und Wählern zu halten. Und umgekehrt haben Sie es auch nicht ganz leicht, mich zu treffen, weil zum Beispiel mein Wahlkreisbüro in Wismar ist. Allerdings haben wir erst jüngst ein Bürgerbüro in Grevesmühlen eröffnet. Nordwestmecklenburger können sich nun auch an meine Mitarbeiterin Ingrid Schafranski, die Leiterin der CDU-Geschäftsstelle wenden, wenn Sie mich treffen oder sprechen wollen. Die Kontaktdaten finden Sie hier. Nach wie vor bin ich für Bürger zwischen Crivitz, Plau am See und Brüel in der CDU-Geschäftsstelle Parchim erreichbar. Ihre Ansprechpartnerin ist Sibylle Holzhüter.

 

Sonntag, 16. Mai

 

Schulleiterin Svea Finck (l.) mit Kreistagspräsidentin Gudrun Stein beim Tag der offenen Tür

Ich gebe zu: Ich bin ein bisschen skeptisch zum Tag der offenen Tür in der Evangelischen Grundschule "Paolo Freire" in Parchim gefahren. Nicht dass ich schlechte Erinnerungen an meine Schulzeit oder an meine Studentenjahre bis zur Diplomlehrerin für Sonderschulen hätte, im Gegenteil: Lehrern fühle ich mich noch heute sehr verbunden, auch wenn ich dann ein anderen Weg eingeschlagen habe. Meine Skepsis hatte vielmehr damit zu tun, dass die Evangelische Grundschule für eine Reformpädagogik steht, die es zu meiner Zeit und in meinem Land nicht gab. So bekommen die Schüler keine Zensuren, sondern Zeugnisbriefe. Und sie lernen nicht in Klassen, sondern in Gruppen, der "Blauen Gruppe", der "Grünen Gruppe", der "silver group" oder der "black group". Und was anderswo die Klassenlehrerin ist, ist hier die Stammgruppenleiterin. Ich konnte mir unter all dem wenig vorstellen.

Aber dann sprach mich gleich an der Tür ein Junge an, vielleicht zehn Jahre alt, fragte, ob er mich durch die Schule führen dürfe, und tat dies sogleich auf eine charmante und kompetente Weise. Erst als ich mich nach Frau Finck vom Schulleitungsteam erkundigte, stutzte er und fragte, wie sie mit Vornamen heiße. Schüler und Lehrer duzen sich nämlich an dieser Schule, und so kennen die Mädchen und Jungen Frau Finck nur als Svea. Svea Finck, die die Schule gemeinsam mit Simone Schwandt führt, habe ich gefragt, wie ihre Schützlinge denn später mit dem Wechsel auf eine weniger reformorientierte Schule klarkämen, und die Antwort war: sehr gut. Kollegen anderer Schulen schätzen die Mädchen und Jungen, die von "Paolo Freire" kämen, weil sie sowohl gebildet als auch sozial kompetent seien.

Demnächst werde ich einen ganzen Unterrichtstag in der Evangelischen Schule verbringen und hospitieren. Ich möchte einfach wissen, wie sich das genau anfühlt, wenn eine Schule reformpädagogisch, evangelisch und integrativ zugleich ist.

 

Mittwoch, 12. Mai

Nach mehr als zehn Jahren habe ich mich gestern aus dem Parchimer Kreistag verabschiedet. Zehn Jahre sind eine sehr lange Zeit. Ich würde nicht unbedingt von Hundejahren sprechen, die zwölf Menschenjahren entsprechen. Ich habe aber erfahren, was es bedeutet, ernsthaft und verantwortlich Kommunalpolitik zu machen: So viel Freude ein Kreistagsmandat bringt, es kostet immer auch Zeit und Kraft. Und wie viele andere habe auch ich Entscheidungen treffen müssen, die den einen oder anderen Bürger enttäuscht haben mögen – einfach, weil wir nicht so viel Geld ausgeben dürfen, wie es sich mancher wünscht. Bei mir kam eine weitere ehrenamtliche Aufgabe hinzu, die mich gefordert hat: Seit 2001 war ich auch Vorsitzende der CDU-Fraktion.

 

Der Abschied ist mir schwer gefallen. In meiner letzten Sitzung habe ich noch einmal die schönen Seiten der Kommunalpolitik erlebt. Hans-Ekkehard Bauer aus Peckatel hat den Walter-Dahnke-Naturschutzpreis des Landkreises erhalten. Bauer ist Naturschutzwart des Amtes Banzkow – und das mit einer solchen Begeisterung, dass sie andere auch begeistert. Er schafft es, dass viele Freiwillige bei der Naturschutzarbeit mithelfen. Dies würdigte Kreistagspräsidentin Gudrun Stein in ihrer Laudatio auf den Preisträger

 

Das Parchimer Landratsamt
 

An Gudrun Stein, meiner politischen Ziehmutter, habe ich auch den letzten Satz gerichtet:

„Als Mitglied des Verteidigungsausschusses möchte ich es so ausdrücken:
Frau Kreistagspräsidentin, ich melde mich ab!“

Meine gesamte Abschiedsrede finden Sie hier.

Freitag, 7. Mai 

 

Gestern Abend habe ich mit mehr als 30 Soldaten des 4. Fernmeldebataillons 801 aus Neubrandenburg über
meine Arbeit als Verteidigungspolitikerin im Bundestag gesprochen. Und glücklicherweise nahmen die Kameraden
kein Blatt vor den Mund, sondern sprachen offen über ihre Sorgen im Dienst. Sie wünschen sich eine effektivere
Ausbildung in Hinblick auf einen Auslandseinsatz und erwarten Rechtssicherheit im Rahmen des ISAF-Mandats
sowie einen hundertprozentigen Rückhalt der Politik. Einige äußerten zudem ihren Unmut über die geplante Verkürzung
des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate. Dass dies Kommandeuren und Ausbildern große Sorge macht, habe
ich bereits in vielen Gesprächen erfahren.

Wenn Soldaten ihr feierliches Gelöbnis ablegen, sprechen sie immer einen Satz, der mich besonders beeindruckt: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Ich meine: Sie haben das Recht, dass das deutsche Volk auch tapfer und treu zu ihnen steht.

Freitag, 7. Mai

 

Exerzierplatz der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig
 

In dieser Woche habe ich den Rückkehrerappell bei der 13. Panzergrenadierdivision in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne  besucht. Man ist in diesen schwierigen Zeiten immer froh, wenn Soldaten – noch dazu teilweise aus meinem Heimatland MV – unversehrt aus dem Auslandseinsatz zurückkommen. Nach einer Schweigeminute für die gefallenen Kameraden äußerte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Respekt vor der Truppe und ihrer Tapferkeit im Einsatz; auch ich verneige mich in tiefer Dankbarkeit und wünsche den verletzten Soldaten schnelle und vollständige Genesung.

       

Zu meiner großen Freude traf ich auch Männer wieder, die ich während meines ersten Truppenbesuchs in Afghanistan kennen gelernt hatte. Ein junger Soldat berichtete mir, dass seine Kameraden und er nach der Rückkehr aus dem Einsatz auf meine Homepage schauten und sich über mein Engagement für die Bundeswehr freuen. Mit Oberst Kai Rohrschneider, der mir in Kundus die Westplatte, die Polizeistation und das Provincial Reconstruction Team (PRT) gezeigt hatte, tauschte ich Erinnerungen aus. Der Generalsgattin Vollmer (Foto oben rechts) habe ich eine Gelbe Schleife geschenkt, die auch im Bundestag mehr und mehr Kollegen tragen, um auf diese Art und Weise ihre Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zu bekunden. Das freut mich sehr.

Freitag, 7. Mai

 

Die Vorsitzende des Kuratoriums der Bewerbergesellschaft, Katarina Witt,
zwischen Innenminister Thomas de Maizière (r.) und Eisschnellläuferin Jenny Wolf

Der deutsche Sport hat in den vergangenen Monaten große Erfolge errungen. Ich denke dabei vor allem an die Olympischen Winterspiele und die Paralympics in Vanouver Anfang des Jahres. Die deutschen Sportler holten nicht nur viele Medaillen, sondern begeisterten auch mit ihrem sympathischen Auftreten das Publikum – und zwar in der Heimat vor dem Fernseher genauso wie in Kanada. In dieser Woche nun hat sich der Sport feiern lassen – beim Parlamentarischen Abend in der Bayerischen Landesvertretung.

Die Veranstaltung mit mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Sport stand ganz im Zeichen der Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Bundesinnenminister Thomas de Maizière, zuständig für die Spitzensportförderung, setzt beim Werben um die Gunst des Internationalen Olympischen Komitees auf die Athleten. „Eine Bewerbung – und das hat Mitbewerber Korea nicht zu bieten – ist nichts ohne große Sportler“, sagte er. „Nur dann, wenn sie mitmachen, holen wir die Spiele.“ Mittlerweile unterstützen mehr als 70 bekannte Sportler als Botschafter die Bewerbung. Jüngster Neuzugang ist die Eisschnellläuferin Jenny Wolf, Silbermedaillengewinnerin von Vancouver. Sie wurde beim Parlamentarischen Abend offiziell als Botschafterin vorgestellt. Auch prominente Unterstützer der Bewerbung aus Mecklenburg-Vorpommern waren nach Berlin gekommen. Ich traf unter anderem Sportminister Lorenz Caffier und Landessportbundpräsident Wolfgang Remer. Werbung machte auch Katarina Witt, zweifache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf und heute Vorsitzende des Kuratoriums der Bewerbergesellschaft. Sehr persönlich erzählte sie den Gästen, welch unvergessliches Erlebnis eine Olympiateilnahme für jeden Sportler sei.
 

Die Entscheidung, ob sich München gegen Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) durchsetzt, fällt in 425 Tagen.  

Donnerstag, 6. Mai

 

Marco Michel (l.) und Christoph Wesemann vor dem Paul-Löbe-Haus
 


Es hat sich ausgezahlt, das harte Training im Büroalltag: mancher Sprint durchs Paul-Löbe-Haus, von der sechsten Etage hinunter zum Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses, unterm Arm eine Akte, die ich dringend brauchte. Auch die Mittelstrecke (Start: Büro, Ziel: Plenarsaal) hatte ich meinen Laufburschen Dr. Marco Michel und Christoph Wesemann – offizieller Titel: Wissenschaftliche Mitarbeiter – seit meinem Einzug in den Bundestag mitunter verordnet. Gestern nun sind die beiden Männer beim elften Bundestagslauf über 7,2 Kilometer gestartet – für einen guten Zweck. Die 440 Teilnehmer – manche bevorzugten die 3,6 Kilometer oder starteten im Nordic Walking – machten die Öffentlichkeit auf die Knochenschwund-Krankheit (Osteoporose) aufmerksam, die häufig zu spät erkannt wird.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse blockierte diesmal nicht, sondern gab pünktlich um 12.45 Uhr den Startschuss und witzelte mit Blick auf seinen Sitzstreik am Rande einer Demonstration am 1. Mai: „Wenn ich mich jetzt hinsetze, bin ich Wiederholungstäter – und dann auch noch mit Waffe. Das ist strafverschärfend.“

 

      High Noon: Bundestagsvize Wolfgang Thierse
                                                                                    (c) Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde
 

Mein Mitarbeiter Marco Michel, der bereits zehn Marathons gelaufen ist, ging das Rennen besonnen an und ließ Christoph Wesemann ziehen – im Wissen, dass der Kollege am Ende oft schlapp macht und sich dann Ruhephasen gönnt. Das hat Michel an langen Arbeitstagen im gemeinsamen Büro beobachten können. Er vertraute auf seine konditionelle Stärke und plante ein Überholmanöver bei Kilometer 5. (Jeder Wettkampf wird ja im Kopf entschieden.) Wesemann aber hielt sein Tempo durch – womöglich hatte er den Kollegen monatelang in die Irre geführt und manches Nickerchen am Schreibtisch kurz vor Feierabend nur vorgetäuscht. Als 69. von 158 Läufern erreichte er nach knapp 35 Minuten das Ziel. Eine halbe Minute später war auch Marco Michel angekommen – als 89. Meine beiden Laufburschen ließen damit so prominente Starter wie Christoph Heusgens, den außen- und sicherheitspolitischen Berater der Kanzlerin, und ARD-Mann Werner Sonne hinter sich.

Wie im Vorjahr gewann Christian Fleischer, der in der Bundestagsverwaltung arbeitet, er brauchte für jeden Kilometer zwischen Regierungsviertel und Siegessäule im Schnitt nur 3,44 Minuten. Die Ergebnisse können Sie hier ansehen.

Mittwoch, 5. Mai

 
Mit Generalstabsarzt Dr. Hans-Jürgen Dick, Amtschef des Sanitätsamtes der Bundeswehr
 

Gleich am Montagmorgen habe ich das Institut für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr in Berlin besucht. Zwei Stunden lang berichteten mir Fachleute, wie die Bundeswehr mit Soldaten umgeht, die nach der Rückkehr aus Auslandseinsätzen an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden. Laut Heinrich Müller vom Sanitätsamt der Bundeswehr dauert es oft zu lange, bis Soldaten selbst erkennen, dass sie sie unter PTBS leiden, und Hilfe suchen. Deshalb müssten zum Beispiel auch die Vorgesetzten sensibilisiert werden, seelische Probleme bei ihren Untergebenen zu entdecken.

Auch der neue Institutsleiter, Flottillenarzt Dr. Winfried Barnett, stellte mit Flottillenarzt Dr. Detlef Iske seine Arbeit vor und verwies auf den richtigen Umgang mit PTBS: Prävention, Diagnostik und Therapie. Die Psychotraumatologie ist ein eigener Zweig der Psychologie zur Erforschung und Behandlung seelischer Verwundungen. Dr. Barnett setzt auf neue Therapieansätze und eine stärkere Vernetzung mit zivilen Forschungseinrichtungen. Wichtig ist in meinen Augen, dass das Wohl der Soldaten im Mittelpunkt steht und ihnen bestmöglich geholfen wird. Denn nur dann gelingt die Rückkehr in die Familie und den Berufsalltag. Generalstabsarzt Dr. Hans-Jürgen Dick, Amtschef des Sanitätsamtes der Bundeswehr, freute sich, dass sich die Politik dieses wichtigen Themas annimmt.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich die Schirmherrschaft für einen Workshop der Selbsthilfeorganisationen übernommen,  die Soldaten und ihre Angehörigen betreuen.

Dienstag, 4. Mai

 

Mit Innenminister Lorenz Caffier (l.) und Vize-Admiral Wolfgang Nolting
 

Vize-Admiral Wolfgang Nolting, der Inspekteur der Marine, hat seinen Beitrag zum Transformationsprozess der Bundeswehr von einer Verteidigungs- zu einer modernen Einsatzarmee geleistet. Jetzt ist er in der Flensburger Marineschule Mürwik in den Ruhestand getreten – und zwar standesgemäß mit einem Großen Zapfenstreich.  Eine wichtige Aufgabe der Marine ist der Einsatz zur Absicherung der Warenströme gegen Piraterie. Ich habe nicht nur Wolfgang Noltings militärische Seite kennen gelernt, sondern auch den Menschen, der mir als Ratgeber für die Zukunft zur Verfügung stehen wird. Sein Nachfolger als Inspekteur der Marine ist Konteradmiral Axel Schimpf.  

Unser Innenminister Lorenz Caffier, der zum feierlichen Appell nach Flensburg gekommen war, überreichte Vize-Admiral Nolting ein ganz besonderes Geschenk aus Mecklenburg-Vorpommern. Nolting ist fortan Besitzer eines Sternes vom Deckengewölbe der Schweriner Schlosskirche. Ich finde ja, dass so ein Stern ein tolles Präsent für jeden Anlass ist – und überdies ein wichtiger Beitrag zur Sanierung dieses Sakralbaus in der Landeshauptstadt.

Montag, 3. Mai 

 

Am Wochenende hatte ich die große Freude, aus Parchim den Reiseunternehmer Andreas Plestinsky mit seiner Gruppe im Bundestag zu empfangen. Nach einem allgemeinen Vortrag auf der Besuchertribüne des Plenarsaals ging es direkt zum Gespräch in unseren Fraktionssaal, wo ich die interessierten Gäste über die täglichen Arbeitsabläufe im Parlamentsbetrieb informierte. Im Mittelpunkt stand die Sitzordnung - wo sitzt die Kanzlerin Angela Merkel, wo die Landesgruppe MV, wo die Freunde von der CSU, wo Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg? Danach ging es um die Erörterung weltpolitischer Fragen – allerdings ist es uns nicht gelungen, eine endgültige Strategie für die Krise Griechenlands zu entwickeln. Selbst in diesem mecklenburgischen Kreis, den immerhin sehr viel miteinander verbindet, gingen die Meinungen auseinander. Mancher mag da geahnt haben, wie kompliziert Politik bisweilen ist, wenn ganz unterschiedliche Ansichten verhandelt und zusammengefügt werden müssen. Zum Abschluss ging es weiter in die Reichstagskuppel, wo wir uns hoch über Berlin bis zu einem baldigen Wiedersehen im Wahlkreis voneinander verabschiedeten.

 

Mittwoch, 28. April

 

 

Am vergangenen Sonnabend hatte ich die große Ehre, die Hauptrede vor der Vollversammlung der Handwerkskammer Schwerin im Kreissaal des Landratsamtes Ludwigslust zu halten. Eine große Sorge des Handwerks ist der Bewerbermangel, denn längst haben wir mehr offene Stellen als junge Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. In meiner Rede habe ich mir Gedanken gemacht, wie wir auf dieses Problem reagieren könnten, denn klar ist auch: Die Zahl der potenziellen Bewerber wird so schnell nicht steigen. Wir rechnen mit 12.000 Schulabgängern in den nächsten Jahren. Meine Rede finden Sie hier.

Montag, 26. April  

 

Mit Marlies und Michael Heiden in der Reichstagskuppel

Die beiden Gewinner der Berlin-Reise, die ich bei der Tombola des legendären CDU-Weihnachtsstammtisches in Plau am See gestiftet hatte, haben mich am Freitag im Bundestag besucht. Es war eine große Freude, Marlies und Michael Heiden in meinem Büro zu begrüßen und über die alltägliche Arbeit in der Hauptstadt zu erzählen. Nach einem kurzen Rundgang durch das Parlamentsgebäude genossen wir bei herrlichem Wetter in der Reichtagskuppel die Aussicht über Berlin.

Freitag, 23. April

 

Mit Nato-General Egon Ramms in meinem Büro im Paul-Löbe-Haus
 


Zwei Männer haben mich in dieser Sitzungswoche besonders beeindruckt. Da war zum einen Nato-General Egon Ramms, mit dem ich in meinem Bundestagsbüro ein sehr persönliches Gespräch über den Afghanistaneinsatz und die Ausrüstung unserer Soldaten geführt habe. Der deutsche Vier-Sterne-General ist Befehlshaber der Allied Joint Force Command im niederländischen Brunssum. Zum anderen besuchte US-General Stanley McChrystal, Kommandeur der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf), die Mitglieder des Verteidigungs- und des Auswärtigen Ausschusses. McChrystal stellte auch die neue Nato-Strategie des Partnerings vor, wonach unsere Soldaten gemeinsam mit der afghanischen Armee Präsenz in der Fläche zeigen sollen. Bei dieser Gelegenheit gab es auch ein freudiges Wiedersehen mit Generalmajor Bruno Kasdorf, den ich bei meinem Truppenbesuch in Afghanistan kennengelernt hatte.

 

Vier-Sterne-General Stanley McChrystal (M.) mit Ruprecht Polenz,
Vorsitzender des Auswärtigen Auschusses (l.), und Generalmajor Bruno Kasdorf.
 

Mittwoch, 21. April

 

Symposium in Diez, von links: Kommandeur Admiralarzt Dr. Michael Knabe,
Sanitätskommando II, Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath,
Inspekteur des Sanitätswesens und Generalleutnant a.D. Manfred Dietrich,
Präsident Förderkreis des Heeres

Im Augenblick bin ich ziemlich oft beim Arzt – oder gleich bei mehreren Ärzten auf einmal. Aber das liegt nur daran, dass ich in meiner Fraktion Berichterstatterin für Sanitätswesen bin – da sind Arztbesuche unverzichtbar. Viele Gespräche mit Medizinern führe ich in Berlin. In der vergangenen Woche aber habe ich ein zweitägiges Symposium zum Sanitätswesen in der Bundeswehr im Schloss Oranienstein in Diez an der Lahn besucht. 15 Experten aus ganz Deutschland berichteten in Vorträgen über den aktuellen Stand und die Zukunft des Sanitätswesens.

Immer wieder ging es auch darum, dass die Bundeswehr für junge Mediziner attraktiv sein muss, denn angesichts schwieriger Auslandseinsätze, vor allem in Afghanistan, brauchen unsere Soldaten die bestmögliche ärztliche Betreuung. Auch dies wird ein Thema sein, mit dem sich die Strukturkommission der Bundeswehr beschäftigen wird. Und natürlich kam auch zur Sprache, dass viele Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus ihrem Auslandseinsatz zurückkehren. Mehr als 460 Kameraden wurden allein im vergangenen Jahr an PTBS behandelt – doppelt so viele wie 2008. Hier besteht aus meiner Sicht echter Handlungsbedarf. Wir müssen die seelischen Wunden genauso ernst nehmen wie die körperlichen. Und wir alle müssen lernen, dass vor allem Soldaten in Afghanistan Erlebnisse haben, die sie allein nicht verarbeiten können. Sie brauchen unsere Anteilnahme und die professionelle Betreuung im PTBS-Zentrum, das der Bundestag beschlossen hat.

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg: mit Oberstarzt Dr. Karl-Heinz Biesold und Rolf
Hartmann von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung.
 

Von Diez an der Lahn (Rheinland Pfalz) bin ich weitergefahren zum Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg. Mit Rolf Hartmann von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, deren Vorstand ich angehöre, und Oberstarzt Dr. Karl-Heinz Biesold habe ich die Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie besichtigt. Dr. Biesold, Fachmann seit 15 Jahren, hat ausführlich das Thema „Einsatzbedingte psychische Störungen“, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Gerade angesichts der steigenden Zahl traumatisierter Soldaten muss konzeptionell schnell und sinnvoll entschieden werden. Wichtig ist es, die erfolgversprechendste und nachhaltigste Behandlungsmethode an den richtigen Standorten zu finden. Es darf auf gar keinen Fall um Kompetenzgerangel von Institutionen gehen. Nur so werden wir es erreichen, dass die PTBS-Patienten so schnell wie möglich wieder integriert werden – in ihre Familien genauso wie in ihre gewählte Heimat, der Bundeswehr. Wir brauchen leistungsfähige Soldaten.

Montag, 19. April

Aller Anfang ist schwer – das ist beim Haushalt des Landkreises Parchim nicht anders. Wenn es um Geld geht, wird es immer schwierig. Ich denke aber, dass wir auf einem guten Weg sind. Seit vergangener Woche liegt der erste Entwurf der Verwaltung vor. Wir Christdemokraten im Kreis, also die Mitglieder der Fraktion und des Vorstands, haben uns in einer gemeinsamen Klausurtagung jüngst intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich halte es für ungeheuer wichtig, dass wir uns schnell und früh eingearbeitet haben. Denn der Kreistag hat in Zukunft mehr Einfluss, weil der Haushalt auf die doppelte Buchführung umgestellt wird.

Die Mitglieder, die bekanntlich ehrenamtlich arbeiten, können nun genauer mitbestimmen, in welchen Bereichen wir Kosten einsparen und wo wir die Ausgaben erhöhen. Dies bedeutet allerdings auch, dass von uns besondere Detailkenntnisse verlangt werden. Ich rechne auch damit, dass die Diskussionen in den Ausschüssen in Zukunft noch interessanter werden. Dass der Kreistag als wichtigstes Kommunalparlament der Region mehr Kompetenten bekommt und gestärkt wird, freut uns Christdemokraten. Das ist auch ein kleiner Lohn für die gute Arbeit derer, die ihre Freizeit für diese Arbeit opfern. Übrigens verdient auch die Verwaltung ein Lob für ihren Haushaltsentwurf.

Ein weiteres Ergebnis unserer Klausurtagung: Als CDU im Landkreis werden wir alles daran setzen, dass das Schulnetz in der Region stabil bleibt. Unser Ziel muss es sein, die 40 Schulen zu erhalten, damit vor allem jüngere Schüler morgens und nachmittags nicht allzu weite Wege haben.

Mit Amtsleiter Helmut Blank und Kämmerin Sabine Manthey von der Kreisverwaltung
nach der Diskussion über den Haushalt 2010

Mittwoch, 14. April

Das Bundeswehr-Sozialwerk, 1960 vom damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gegründet, kümmert sich um Angehörige der Armee und deren Familien. Um die soziale, gesundheitliche, sportliche und kulturelle Fürsorge zu ermöglichen, unterhält es Hotels, Häuser und Ferienwohnungen in Deutschland und Europa. Mehr als 2500 Ehrenamtliche engagieren sich unter anderem in Mutter- oder Vater-Kind-Freizeiten, Kinder- und Jugendfreizeiten, Kulturfahrten für Erwachsene und Freizeiten für behinderte Menschen. Der Verein arbeitet eng zusammen mit den Familienbetreuungszentren, in denen vor allem Soldaten im Auslandseinsatz und deren Angehörige Unterstützung finden.

Seit wenigen Tagen bin ich eines von mehr als 107.000 Mitgliedern des Bundeswehr-Sozialwerks.

Montag, 12. April

Foto: Frank Peter Reichelt

Die vergangenen zwei Wochen bin ich vor allem in meiner Heimat unterwegs gewesen. Einer der interessantesten Termine war das Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im Schweriner Schloss. Dort hatte ich ein Wiedersehen mit Victoria Knauf aus Herren Steinfeld, die mich bereits Mitte März im Bundestag besucht hatte.  Im Wettstreit der Klassen 11 bis 13 erreichte sie einen tollen dritten Platz. Das Daumendrücken für die Teilnehmer aus meinem Wahlkreis hat vielleicht geholfen – der Sieg ging an Tom Brüggert vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar. Die Schüler hatten die Frage zu diskutieren, ob der Ministerpräsident künftig in offener Abstimmung gewählt werden solle. Tom Brüggert hatte die Pro-Position zugelost bekommen – eher die undankbarere Rolle. Denn wie die Teilnehmer erzählen, ist es immer leichter, die Kontra-Position zu vertreten. Es hat mir unheimlich Spaß gemacht zu erleben, wie junge Leute klug, ordentlich und friedlich miteinander streiten, indem sie um die besten Argumente ringen. Insgesamt hatten in diesem Jahr 2800 Mädchen und Jungen bei „Jugend debattiert“ mitgemacht. Tom Brüggert und die Siegerin der Klassen acht bis zehn, Wibora Broschinski aus Rostock, vertreten nun Mecklenburg-Vorpommern beim Bundesfinale am 20. Juni in Berlin.  Prominentester Zuhörer wird dann der Schirmherr sein: Bundespräsident Horst Köhler.

Von der Landeshauptstadt ging es gleich weiter nach Warnemünde. Im Stützpunkt Hohe Düne hat Horst-Dieter Kolletschke das Kommando über das Marineamt Rostock übernommen und ist damit Nachfolger von Konteradmiral Axel Schimpf, der als neuer Inspektor der Marine ins Bundesverteidigungsministerium wechselt. Dass die beiden Männer gut miteinander können, merkte jeder Zuhörer. So sagte Flottenadmiral Kolletschke über seinen Vorgänger, er sei ein „Mensch der zuhören und über sich selbst lachen kann“. Und er kündigte sogleich an, diesen Stil fortsetzen zu wollen.

Handschlag nach gemeinsamen Jahren in Warnemünde: Dr. Horst-Dieter Kolletschke (l.)
mit seinem Vorgänger Axel Schimpf (r.), der nach Bonn wechselt und Admiral Wolfgang
Nolting im Verteidigungsministerium ersetzt

 

Frank Steffel, mit dem ich im Sportausschuss des Bundestages sitze, wird der Sieg der BVB Spreefüchse Berlin am Sonnabendabend in Wismar gefreut haben – schließlich ist er Präsident des Vereins. Doch bei aller Verbundenheit unter Fraktionskollegen hätte ich mich über eine Überraschung der Wismarer Handballfrauen der TSG gegen den Tabellenzweiten aus der Hauptstadt doch gefreut. Am Ende aber gab es eine klare 19:30-Niederlage in der Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße. Die Stimmung habe ich trotzdem genießen können, und die Handballerinnen aus der Hansestadt brauchen die Köpfe nicht hängen zu lassen. Als Kleiner unter vielen Großen, was die finanziellen Voraussetzungen betrifft, haben sie den Klassenerhalt geschafft und spielen auch in der kommenden Saison in der Zweiten Bundesliga. Trainerin Marina Bratenkowa war zwar etwas traurig über die Niederlage im letzten Heimspiel, es überwog bei ihr aber das Positive am Ende einer Saison: „Wir wissen, dass es in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten für unsere Sponsoren nicht immer einfach ist, auch noch Geld für Handball auszugeben, und dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.“

Als kleinen Lohn für eine tolle Saison habe ich die Mannschaft nach Berlin eingeladen. Ich freue mich auf das Wiedersehen.

   

Tolle Stimmung in der Wismarer Sporthalle beim letzten Heimspiel der TSG-Frauen

 

Mit Sponsorin Irmtraud Rackow (l.) und Trainerin Marina Bratenkowa

Mittwoch, 7. April

Die Nachricht am Karfreitag, dass bei einem Gefecht nahe Kundus drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden seien, hat mich tief betroffen gemacht. Noch heute, fast eine Woche später, ertappe ich mich dabei, wie ich in Gedanken in Kundus bin. Nach zwei Afghanistanreisen weiß ich, unter welchem Druck die Truppe im Einsatz steht, wie riskant ihr Alltag ist, wie gefährlich jede Patrouille. Routine ist dort unmöglich. Umso wichtiger scheint mir zu sein, dass möglichst schnell das Zentrum für Posttraumatische Belastungsstörung verwirklicht wird, das wir im Verteidigungsausschuss des Bundestages fraktionsübergreifend beschlossen haben. Es muss uns klar sein, dass auch Soldaten, die nicht verwundet worden sind, mit einer Wunde aus dem Einsatz zurückkehren können, weil das Erlebte so an die Knochen geht. 

Gestern habe ich die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf bei Münster besucht, zu der auch das Sportmedizinische Institut gehört. Dort werden nicht nur erfolgreiche Sportsoldaten nach einer Verletzung behandelt und betreut, sondern auch Kameraden, die verwundet worden sind. Und das Beeindruckende ist: Die Wunden der Soldaten, die körperlichen genauso wie die seelischen, heilen in Warendorf oft schneller als in einem gewöhnlichen Krankenhaus oder Reha-Zentrum – und das nicht bloß wegen der modernen Technik. Entscheidend ist, dass das medizinische Personal zum Teil selbst im Auslandseinsatz gewesen ist und überdies genau weiß, wie Soldaten ticken. In Warendorf werden sie ernst genommen und gefordert, sie sind umgeben von anderen Kameraden und Spitzensportlern und entwickeln einen besonderen Ehrgeiz trotz aller Schmerzen. Ich denke, das Zentrum für Posttraumatische Belastungsstörung wäre in Warendorf sehr gut aufgehoben.

Freitag, 26. März

Heute vor einer Woche ist die Sternberger Tafel fünf Jahre alt geworden. Wegen der Sitzungswoche des Bundestages musste ich in Berlin bleiben, allerdings hat mich meine Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler (Foto) vertreten und mir auch von der gelungenen Feier im Vereinshaus in der Sternberger Bahnhofstraße berichtet. Viele Helfer, Mitglieder und Sponsoren unserer Tafel, aber auch Vertreter von Stadt, Kirche und anderen Tafeln in der Region waren gekommen.
Und natürlich war auch Ilse Däumer da, die die Tafel im März 2005 inititiert hatte, weil sie und ihre Mitstreiter der ersten Stunde genau spürten, dass Hilfe mehr und mehr gebraucht wurde. Heute versorgt die Sternberger Tafel Woche für Woche 350 Menschen, darunter viele Kinder, und arbeitet dabei eng zusammen mit den Supermärkten der Umgebung und Lebensmittelherstellern der Region. Dass es Unternehmer und Firmen gibt, die die Sternberger Tafel unterstützen, ohne dies an die große Glocke zu hängen, finde ich wunderbar. Jüngst haben wir drei weitere Hersteller von Milchprodukten, Obst und Fisch ins Boot geholt. Ich freue mich, dass ich – als einer von vielen Unterstützern in und um Sternberg – einen kleinen Anteil am fünfjährigen Bestehen der Tafel habe. Und natürlich ist es ein großes Glück, dass viele Mitglieder und Freunde dem Verein in den vergangenen fünf Jahren treu geblieben sind und sich ehrenamtlich für Bedürftige einsetzen. Eine dieser Engagierten ist Ilse Däumer
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Mittwoch, 24. März

Franka Dietzsch mit Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (l.) und LSB-Präsident Wolfgang Remer. Foto: LSB

Sie verdient diese Ehrung wie kaum eine andere Sportlerin aus Mecklenburg-Vorpommern. Die frühere Diskuswerferin Franka Dietzsch hat am Sonnabend die Ehrenplakette des Landessportbunds (LSB) für ihr Lebenswerk erhalten und damit nach dem Ende ihrer glanzvollen Karriere mit drei WM-Goldmedaillen und vielen weiteren nationalen und internationalen Erfolgen einen weiteren Titel gesammelt. LSB-Präsident Wolfgang Remer, Innenminister Lorenz Caffier und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel gratulierten der Sportlerin im Radisson Blu Hotel Schloss Fleesensee. Doch nicht nur Franka Dietzsch stand an diesem Abend im Rampenlicht. Geehrt wurden auch Sportler, die bei Welt- und Europameisterschaften vordere Plätze belegt hatten, sowie viele Frauen und Männer, die sich in den Vereinen des Landes ehrenamtlich engagieren. Die Sportvereine in Mecklenburg-Vorpommern haben mehr als 200.000 Mitglieder.    

Donnerstag, 18. März 

In dieser Woche sind 40 junge Journalisten im politischen Berlin unterwegs. Als Teilnehmer des siebten Jugendmedienworkshops des Bundestages schnuppern sie hinein in die Politik, besuchen Hauptstadtmedien, hören Vorträge von Chefredakteuren und schildern am Ende in einer eigenen Zeitung  ihre Eindrücke.  Zum Programm gehört auch ein Gespräch mit dem Abgeordneten aus dem Wahlkreis. Einer der 270 Jugendlichen, die sich für diesen Workshop beworben hatten, ist Victoria Knauf aus Herren Steinfeld. Sie hat mich heute in meinem Berliner Büro besucht. Ihr Terminkalender in dieser Woche war übrigens ähnlich vollgepackt wie meiner. Wir beide waren ein wenig auf dem Sprung zur nächsten Sitzung. Doch bevor es für mich zur Feierstunde „20. Jahrestag der freien Wahl zur Volkskammer der DDR“ (18. März 1990) in den Plenarsaal ging, haben wir uns eine Weile unterhalten. Victoria Knauf, noch 16 Jahre alt, will nach dem Abitur Journalistin werden. Sie erzählte mir von ihrem Praktikum beim Radio, wo sie sogar moderieren durfte. „Das war aufregend und hat mir gut gefallen.“ Die Politik verfolgt sie intensiv. Erst jüngst hat sie den Regionalausscheid von Jugend debattiert gewonnen und nimmt damit am Landesfinale am 8. April im Schweriner Schloss teil. Eine weitaus größere Reise steht ihr noch bevor. Sie wird zur Expo 2010 in die chinesische Metropole Schanghai reisen. Im deutschen Pavillon der Weltausstellung wird ein Theaterstück aufgeführt, das die Elftklässlerin des Gadebuscher Gymnasiums gemeinsam mit ihrem besten Freund Arne Büttner geschrieben hat.

Dienstag, 17. März

Zum achten Mal veranstaltet der Hanseatische Köcheclub Wismarbucht die Heringstage. 20 Restaurants in Wismar und Umgebung beteiligen sich an diesem wunderbaren Fest und verwöhnen ihre Gäste bis zum 28. März mit Heringsgerichten.  Mehr als 2000 Schaulustige aus Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland waren bereits bei der Eröffnung der Heringstage am vergangenen Sonntag und probierten die Köstlichkeiten direkt aus der Pfanne. Zu Wismars Geschichte gehört der Hering, er hat eine riesige wirtschaftliche Bedeutung. Bereits im 11. Jahrhundert segelten Wismarer Fischer zur südschwedischen Küste, um ihn zu fangen. Von Wismar aus wurden die Fische dann nach ganz Europa exportiert. Und bis heute ist der Hering einer der Exportschlager der Stadt. 

Donnerstag, 11. März

   

CDU-Kreisvorstand Parchim

 

Wolfgang Waldmüller

Kommunalpolitik, heißt es, ist die hohe Schule der Politik. Ich habe den allergrößten Respekt vor allen Leuten, die sich in der Stadt- oder Gemeindevertretung ehrenamtlich engagieren, ihre Abende opfern, um in Ausschüssen wichtige Entscheidungen zu beraten, und doch viel zu selten gelobt werden. Wie eng die Gestaltungsspielräume bisweilen sind, weiß ich auch, weil ich seit mehr als zehn Jahren dem Parchimer Kreistag angehöre.

Gestern hat der CDU-Kreisvorstand Parchim ein einstimmiges Votum abgegeben, dass Wolfgang Waldmüller bei der Landtagswahl im nächsten Jahr wieder als Direktkandidat des Wahlkreises 31 antreten soll, zu dem Parchim, Lübz und Plau am See gehören. Natürlich hat die Wahlkreismitgliederversammlung im Herbst das letzte Wort. Als Vorsitzende des Kreisverbandes halte ich es allerdings für wichtig, dass wir Wolfgang Waldmüller schon jetzt Rückenwind geben - auch, weil sich seine politische Arbeit sehen lassen kann. Er vertritt die Interessen der Bürger unserer Heimat nicht nur im Wirtschaftsausschuss des Landtages, sondern engagiert sich auch als erster Vorsitzender des Unternehmerverbandes Parchim.

Freitag, 5. März

Ich weiß es und sage dies auch bei vielen Gelegenheiten: Unsere Soldaten verdienen unseren Rückhalt, und damit meine ich nicht nur den politischen. Die Politik hat aber die Aufgabe, zu vermitteln, was die Bundeswehr für unsere Sicherheit leistet – auch und vor allem bei Auslandseinsätzen wie in Afghanistan. Deshalb ist es wichtig, dass Soldaten und ihre Familie unterstützt werden, und genau dies tut die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung. Die EAS, vor mehr als 50 Jahren gegründet, betreibt im Auftrag des Verteidigungsministers und des Evangelischen Militärbischofs Soldatenheime wie das „Haus an der Schleuse“ in Torgelow, das ich jüngst besucht habe, begleitet Familien von Bundeswehrangehörigen im Alltag und ist im Ausland aktiv: Die sogenannten Oasen in den Camps, Rückzugs- und Ruheorte für Soldaten, sind ein gemeinsames Projekt der EAS und der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung.

In dieser Woche bin ich in den Vorstand der EAS gewählt worden. Mit meiner Parlamentkollegin Karin Evers-Meyer vertrete ich den Bundestag in diesem Gremium.

                                            Die Oase in Mazar-e-Sharif                            Foto: EAS

Donnerstag, 4. März

Wir Christdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern haben gestern Geburtstag gefeiert – unsere Partei ist jetzt 20 Jahre alt. Und weil in der Politik 20 Jahre eine Ewigkeit sind, hatten die 300 Gäste der Feier im Mecklenburgischen Staatstheater viel Gesprächsstoff. Wir erinnerten uns, wie am 3. März 1990 CDU-Mitglieder der Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg den Neuanfang wagten. Das Motto war: „Aufbruch in eine neue Zeit“. Viele Frauen und Männer, die damals in der ersten Reihe gestanden hatten, wie der erste Ministerpräsident Alfred Gomolka und der erste Landesvorsitzende Günther Krause, waren auch gestern anwesend und berichteten als Zeitzeugen, wie alles begonnen hatte. Für mich war der Rückblick besonders interessant, weil ich erst Jahre später in die Politik gegangen bin. Es muss eine spannende und turbulente Zeit gewesen sein. Die Festrede hielt natürlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die als Landesvorsitzende von 1993 bis 2000 einen großen Anteil daran hat, dass die CDU heute die größte Partei in MV ist.

Fachleute unter sich: Ex-Kultusministerin Steffi Schnoor (links), Bildungsminister
Henry Tesch und Ilka Lochner-Borst, Bildungsexpertin der CDU-Landtagsfraktion
und Bürgermeisterkandidatin für Rostock-Laage

Dienstag, 2. März

Heute habe ich im Bendler-Block mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gesprochen. Es ging unter anderem um die Akzeptanz des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr und die wichtige Arbeit der Betreuungszentren für Soldatenfamilien. Ein Buch, das mir sehr am Herzen liegt, „Friedensethik im Einsatz“ des Militärpfarrers Hartwig von Schubert, habe ich dem Minister überreicht. 

Freitag, 26. Februar

Zu einem der schönsten Augenblicke dieser Woche zählt für mich der Besuch der Pinguin-Klasse der Evangelischen Grundschule aus Wismar.  Auf die 20 Dritt- und Viertklässler hatte ich mich schon lange gefreut.  Wir trafen uns, nachdem sie in der Bundestagskantine gegessen und danach eine Führung unternommen hatten.

Es sind nicht immer Journalisten oder die Abgeordneten der Opposition, die die schwierigsten Fragen stellen. Kinderfragen sind bisweilen viel schwerer zu beantworten.  Ich gebe zu, ich war auf einiges gefasst – aber dass mich einer der Jungen nach dem Gewicht des Bundesadlers im Plenarsaal fragen würde, das hätte ich nicht erwartet. Natürlich ging es in unserem Gespräch in der Reichstagskuppel auch um richtige Politik, schließlich sind die Pinguine ziemlich politische Wesen. Sie erzählten mir von ihrer Klassensprecherwahl im September vergangenen Jahres. Dabei gab es einen ernsthaften Wahlkampf mit allem, was dazugehört: Kandidaten, Wahlhelfer, Wahlurne, Wahlkampfreden und Wahllokal. Einer der acht Kandidaten hängte sogar ein Wahlplakat von sich auf. Nach der Stimmauszählung erlebten die Pinguine gleich, wie kompliziert Politik mitunter sein kann. Sie hatten vergessen einen Kandidaten, der krank war, auf die Wahlliste zu setzen. In der Politik wäre ein solcher "Verfahrensfehler" ein mittlerer Skandal. Irgendjemand würde schnell den Rücktritt eines anderen fordern. Die Pinguine indes schrieben einen Brief an den Wahlleiter der Stadt Wismar und baten um Auskunft, was Erwachsene in einem solchen Fall täten. Die Pinguine haben dann ganz einfach den Wahlgang wiederholt und einen Klassensprecher gefunden, der ziemlich aufgeweckt ist.

Natürlich habe ich meinen Gästen auch ein bisschen aus meinem parlamentarischen Alltag erzählt und ihre Fragen beantwortet. Die Kinder wollten wissen, ob mir die Arbeit Spaß mache (ja, sehr oft), ob Debatten und Reden im Plenarsaal auch mal weniger spannend seien (oh ja!), ob ich als Mitglied des Sportausschusses selber sehr sportlich sei (na ja) und ob die Partei „Die Linke“ so heiße, weil ihre Mitglieder Linkshänder seien (nein).

Zum Abschied hat mir die Klasse ein selbst gemaltes Bild und eine Kaffeetasse ihrer Schule geschenkt, gefüllt mit Naschereien. Dass der Bundesadler im Plenarsaal 2,5 Tonnen wiegt, also ein echtes Schwergewicht ist , werde ich so schnell nicht vergessen.  

Mittwoch, 24. Februar

Es ist Sitzungswoche, jene Zeit, in der Abgeordnete die Strecken zwischen Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Plenarsaal bisweilen im Eilschritt zurücklegen müssen, weil vieles gleichzeitig stattfindet. Ganz ähnlich - bloß meist ohne Eilschritt - ist es bei Veranstaltungen außerhalb des Bundestages. Auch hier jagt ein Termin den anderen. Oft, aber nicht immer, ist es schwierig, sich für eine Veranstaltung zu entscheiden. Gestern jedoch war es leicht: Die Lebenshilfe lud ein zu ihrem Parlamentarischen Abend. 

 

Im Gespräch mit Hannelore Lüdke und Karsten Geike
 

Ich war sehr froh, in der thüringischen Landesvertretung die Landesvorsitzende Hannelore Lüdke zu treffen. Natürlich habe ich ihr von meinem Besuch an der Astrid-Lindgren-Schule erzählt, der mich noch immer begeistert. Ich habe Sie und ihren Bützower Kollegen Karsten Geike (er ist dort Geschäftsführer des Heilpädagogischen Zentrums) gefragt, welches die brennenden Themen seien. Beide sagten, es gehe vor allem darum, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen umzusetzen, die seit dem Frühjahr 2009 in Deutschland geltendes Recht sind. Hannelore Lüdke erzählte, dass der Schuh vor allem beim Betreuungspersonal drücke, aber man wolle nicht klagen. „Unsere Leute  sind so stolz auf sich“, sagte sie und berichtete von geistig behinderten Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führten und anders als früher nicht mehr in irgendwelchen Einrichtungen untergebracht seien. Unserer Gesellschaft ist es gelungen, sie zu integrieren – auch dank Vereinen wie der Lebenshilfe.

Montag, 22. Februar

 

Eleganz, schöne Körper und Charme: das Sterberger Männerballett
 

Heimsieg! Der Sternberger Carnevals-Club (SCC) hat am Sonnabend den 13. Ausscheid der Männerballette gewonnen. Als Mitglied der achtköpfigen Jury im Seehotel darf ich sagen: Der Erfolg ist verdient. Die Sternberger tanzten den "Schwanensee" auf eine unvergessliche Art und sahen in ihren rosafarbenen Kostümchen überdies zauberhaft aus. Ihr Auftritt hatte alles: Witz, Charme, natürlich auch jene Form von Grazie, wie Frauen sie niemals hinbekämen. Männer können nicht tanzen? Von wegen! Leichtfüßig und elegant bewegten sich die Sternberger Schwäne übers Parkett. Auf Platz zwei und drei landeten die Carnevals-Clubs aus Dabel und Demen. Den vierten Rang teilten sich die Ballette aus Hagenow, Meyenburg und Sukow. Der Publikumspreis wanderte in den Landkreis Ludwigslust: nach Techentin.

In der Jury habe ich nun schon zum fünften Mal gesessen - diesmal zusammen mit den sieben Trainerinnen der sieben Männerballette, die nach Sternberg gekommen waren. Es ist mir immer wieder eine Ehre. Denn: Bei allem Frohsinn, den Carnevals-Clubs in diesen Wochen versprühen - dahinter steckt das Jahr über harte Arbeit. Dass man den Fleiß nicht sieht, weil alles spontan und leicht wirkt, ist Teil der Kunst. Und die Vereine machen auch eine hervorragende Kinder- und Jugendarbeit - der Auftritt der "Feuersternchen" des SCC  im Unterhaltungsprogramm hat dies bewiesen. Als kleinen Lohn gab es von mir einen Scheck für die Vereinsarbeit der Sternberger Narren.

 

Donnerstag, 18. Februar

 

Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Aschermittwochsrede in Demmin                 Foto: Rainer Cordes
 

Angela Merkel bevorzugt das Florett, wo andere den Säbel schwingen. Auch am politischen Aschermittwoch der CDU gestern Abend in Demmin griff sie zu dieser Waffe. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende zeigte sich durchaus angriffslustig, verzichtete aber auf billige Kalauer und Bosheiten, wie sie an einem solchem Tag anderswo in Deutschland durchaus üblich sind. So distanzierte sich Merkel elegant von den Aussagen Guido Westerwelles zu den Hartz-IV-Sätzen. „Das sind nicht meine Worte, das ist nicht mein Duktus“, sagte sie und fügte hinzu:  „Es gibt auch Unterschiede zwischen kleinen Parteien und einer Volkspartei wie der CDU. Wir interessieren uns nicht nur für Gruppen, sondern für alle. Wir haben Maß und Mitte.“  Merkels Rede war ganz nach dem Geschmack der 3000 Besucher in der Demminer Tennishalle.

Montag, 8. Februar
 

In dieser Woche werde ich mit einer Delegation, der auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann angehört, Afghanistan besuchen. Das große Thema unserer Reise wird die Polizeiausbildung sein. Bereits bei meinem ersten Besuch der deutschen Soldaten am Hindukusch über Weihnachten hatte ich mit Polizeiausbildern gesprochen, die in Afghanistan im Einsatz sind und einen schwierigen, aber auch sehr wichtigen Auftrag haben. Immerhin ist es unser Ziel, dass die afghanische Regierung in naher Zukunft selbst für die Sicherheit des Landes sorgt. Dafür braucht es allerdings schätzungsweise 110.000 Polizisten. Mehr als 80.000 Afghanen sind bereits ausgebildet worden – 30.000 davon allein von Beamten aus Deutschland. Die Bundesregierung plant ja, die Zahl der deutschen Ausbilder aufzustocken – von 123 auf 200 –, und Mecklenburg-Vorpommern wird dies unterstützen, wie unser Innenminister Lorenz Caffier jüngst angekündigt hat.

 

Mit einem Polizeiausbilder im Camp Marmal (Mazar-e-Sharif), Dezember 2009
 

Dienstag, 2. Februar

 

In Schulen fühle ich mich wohl – obwohl meine Zeit als Sonderschullehrerin fast zwei Jahrzehnte zurückliegt. Hin und wieder begegnen mir vertraute Gesichter – wie Andrea Wieschmann. Ende der achtziger Jahre hatten wir gemeinsam an der Pädagogischen Hochschule in Magdeburg studiert. Heute leitet sie in Wismar die Astrid-Lindgren-Schule zur individuellen Lebensbewältigung, die ich am Montag besucht habe. Diese Schule - 1990 gegründet, seit fast acht Jahren in Trägerschaft der Wismarer Werkstätten - hat fünf Klassen mit jeweils fünf Schülern, sechs Lehrer und neun Heilerzieher. Und die Pädagogen - wer einmal Lehrer gewesen ist, sieht das - haben Kompetenz, Einfühlungsvermögen und ein überdurchschnittliches Engagement. Sie bilden und erziehen, fordern und fördern ihre Schüler, denen das Lernen schwerer fällt, weil sie sprachmotorisch unterentwickelt, lern-, geistig oder mehrfach behindert sind.

 

Die Ganztagsschule in der Liselotte-Hermann-Straße besteht aus Unter-, Mittel-, Ober- und Abschlussstufe, die jeweils drei Jahre dauern. Die Schüler haben also zwölf Jahre Unterricht, und zwar Deutsch genauso wie Mathe und Sachkunde. Hinzu kommen in der letzten Stufe Intensivkurse und Projekttage. "Ein klassischer Tag bei uns beginnt mit dem Frühstück", erzählte Andrea Wieschmann. "Die Kinder lernen dabei den Einkauf und alles, was dazugehört, sie müssen zum Beispiel überlegen, was gebraucht wird." Pünktlich um 9 Uhr beginnt dann der Unterricht. Gelernt aber wird nicht nur im Klassenraum, sondern zum Beispiel auch am Mittagstisch. Im Speiseraum lassen sich - fast unbemerkt - soziale Kompetenzen üben. Dass Gespräche nur dann möglich sind, wenn man bereit ist, dem anderen zuzuhören, ist einer dieser Kompetenzen.  Eine große Rolle spielt der Sportunterricht. Dann können sich die Kinder austoben und Aggressionen abbauen. Die Lindgren-Schule setzt auf Abwechslung, auf Bewegungstherapie genauso wie auf Schwimmen und Reiten. Und natürlich gibt es auch Wettkämpfe, um den Umgang mit Niederlagen zu trainieren und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Die Pädagogen lassen sich einiges einfallen, um ihre Schützlinge zu fördern und ihnen Erfolgserlebnisse zu schenken. Vor Weihnachten wurde das Theaterstück "Die Zauberflöte" aufgeführt, im März folgt der Lesewettbewerb. Im vergangenen Jahr haben Schüler eine eigene Firma gegründet: das CleanTeam sGmbH. Die Jugendlichen reinigen täglich den Speiseraum sowie das Lehrerzimmer und einmal wöchentlich den Schulbus, sie haben eine Geschäftsführung, kaufen Reinigungsmittel ein, schreiben Dienstpläne und organisieren die Buchhaltung. Im Oktober 2009 erreichte das CleanTeam den dritten Platz beim Wettbewerb um den Schulpreis der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. Derzeit bereiten die Lindgren-Schüler übrigens das Faschingsfest "Neptun und sein Gefolge" vor, basteln Kostüme und denken sich Spiele aus. 

Und wer sich selbst ein Bild von der Astrid-Lindgren-Schule machen will, sollte sich den Tag der offenen Tür am 28. April vormerken.  

Freitag, 29. Januar

 

Sitzungssaal der parlamentarischen Versammlung des Europarats, Straßburg

Die vergangenen sieben Tage habe ich mich vor allem der Bundes- und Europapolitik gewidmet. Zunächst war ich auf Einladung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung beim Kongress "Parteiendialog in Mittelosteuropa" in Prag. Dort diskutierten Politiker und Politikkenner aus Estland, Litauen, Lettland, Polen, Ungarn, der Slowakei, Deutschland und Tschechien über die Zukunft christlich-demokratischer Parteien. Es ging auch um die soziale Marktwirtschaft inmitten der Weltwirtschaftskrise und eine gemeinsame Strategie der konservativen Parteien Europas. Interessant fand ich vor allem, wie viel uns mit unseren Partnerparteien – sei es nun die Bürgerplattform in Polen oder die KDU (Christliche und demokratische Union) in Tschechien – verbindet. Wir kommen bei ähnlichen Fragen oft zu ähnlichen Antworten. Unser Ziel ist, als christliche Parteien weiterhin wählbar für alle Bürger zu sein. Konservativ darf nicht bedeuten, dass wir vor der gesellschaftlichen Wirklichkeit die Augen verschließen. Auch Werte können sich verändern. Und faszinierend war zu sehen, dass die Vergangenheit uns kaum noch Schranken baut. Wir alle sind Europäer, und das eint uns.

 

Teilnehmer des Parteiendialogs in Mittelosteuropa, Prag
 

Am Montag und Dienstag weilte ich bei der konstituierenden Sitzung der parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg. Dort werde ich in den nächsten vier Jahren die Interessen meiner Fraktion und vor allem Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Der Europarat, die älteste politische Organisation unseres Kontinents, widmet sich intensiv unserer Sicherheit. Seine wichtigste Aufgabe ist der Schutz der Menschenrechte und des Rechtsstaates.

 

Der afghanische Präsident Hamid Karsai (Foto links) war am Mittwoch bei der gemeinsamen Sitzung des Verteidigungs- und des Auswärtigen Ausschusses und berichtete uns, wie er die Gegenwart in seinem Land sieht und was er sich für die Zukunft vorstellt.

Die kommenden Woche gehört nun wieder den Bürgern in meinem Wahlkreis Wismar – Nordwestmecklenburg – Parchim. Am Dienstagnachmittag findet die erste Bürgersprechstunde in meinem neuen Wismarer Wahlkreisbüro in der Schüttingstraße 7 statt. Vorher werde ich bereits die Astrid-Lindgren-Förderschule in der Hansestadt besuchen, um mehr über die Arbeit der Lehrer zu erfahren. Weitere Termine führen mich natürlich auch in die Landkreise Parchim und Nordwestmecklenburg. Mein Kalender verrät Ihnen, wo ich genau unterwegs bin.

Die nächste Bürgersprechstunde findet übrigens in zwei Wochen statt: am Montag, 15. Februar, von 16 bis 19 Uhr. Sie können sich natürlich schon jetzt anmelden - per Telefon, Fax oder E-Mail.

Freitag, 22. Januar
 

 

Mit General Murat von der afghanischen Nationalarmee (ANA)
 

Dem einen oder anderen mag schon aufgefallen sein, dass es auf meiner Seite eine neue Rubrik gibt: Afghanistan-Reise. Dort finden Sie ein Tagebuch mit Eindrücken meines Besuchs bei den deutschen Soldaten über Weihnachten und eine Bildergalerie. Viel Spaß beim Lesen! Schreiben Sie mir Ihre Meinung an karin.strenz@bundestag.de.

 

Mazar-e-Sharif
 

Mittwoch, 20. Januar

 

Mit Ilka Rohr vom Landkreis Parchim und der Kräuterhexe
 

MV tut nicht nur gut, wie der Werbespruch unseres Landes heißt – MV schmeckt auch gut. Das habe ich auf der Grünen Woche in Berlin einmal mehr erlebt. Ziel meines Besuchs war natürlich die Halle 5.2b mit der Gemeinschaftsschau Mecklenburg-Vorpommerns. Viele Unternehmen aus meinem Wahlkreis Wismar – Nordwestmecklenburg – Parchim sind bei der weltgrößten Ernährungsmesse vertreten. 

Die Straußenfarm Riederfelde vor den Toren meiner Geburtsstadt Lübz ist zum zweiten Mal bei der Grünen Woche. Nach der Premiere im vergangenen Jahr hat das Familienunternehmen von Frank Löhr und Monika Helfrich sogleich sein Angebot erweitert und präsentiert in diesem Jahr neue Produkte wie Straußen-Leberpastete. „Die Grüne Woche ist als Kontaktbörse unverzichtbar für uns“, sagte mir Frank Löhr. Auch einen alten Bekannten wie Randolf Beck habe ich ich in der MV-Halle getroffen. Der Geschäftsführer des Lübzer Restaurants "Alter Amtsturm" macht auf der Grünen Woche seit langem Werbung für sein Haus mit der traditionellen, mecklenburgischen Küche - und natürlich für das bekannte Bier seiner Stadt.

Mit der Mecklenburger Draisinenbahn zu fahren, ist ein unvergessliches Erlebnis. So ein Ausflug entlang der Mecklenburgische Seenplatte beginnt unweit des Lauer Sees bei Karow und führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, vorbei an Seen, Wäldern, verschlafenen Dörfern und weiten Wiesen. Eine Draisine bietet Platz für zwei bis vier Personen.

Am Stand der Hanse Sektkellerei Wismar habe ich den Geschäftsführer Dr. Bernd Kretschmer getroffen und mit ihm verabredet, dass wir uns demnächst wiedersehen – in der nördlichsten Sektkellerei Deutschlands. Zur Zeit der Hanse waren Seestädte wichtige Umschlagplätze für den Weinimport. Die Sektkellerei knüpft an diese Tradition an. Das restaurierte „Alte Gewölbe“ aus dem 17. Jahrhundert, in zehn Metern Tiefe gelegen, bietet das passendes Ambiente für Jubiläen, Empfänge, Familienfeiern und Feste jeder Art.

             

Dienstag, 19. Januar

Die Sternberger Tafel gibt es mittlerweile fast fünf Jahre, und seitdem unterstütze ich sie, so gut ich kann. Ich halte es für wichtig, dass wir Kindern und Erwachsenen helfen, deren Leben nicht immer ganz so einfach ist. Dazu gehört vor allem, dass wir ihnen den Alltag erleichtern, indem wir Lebensmittel bereitstellen. Ich finde allerdings, dass noch ein bisschen mehr dazugehört. Und deshalb schenke ich den Kindern und ihren Eltern jedes Jahr zu Weihnachten Karten für eine Vorstellung im Landestheater Parchim. Fast 50 Kinder und Erwachsene haben am vergangenen Sonntag das Geschenk eingelöst und das Stück „Moritz in der Litfaßsäule“ geschaut. Im Saal war auch ein kleiner Kreis von Sternberger Freunden der Tafel: ihr Vorsitzender Bruno Pischel, Olaf Steinberg, der Chef des DRK-Ortsvereins, der die Busfahrt bezahlt hatte, meine Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler, der Pfarrer der Katholischen Kirche, Horst Gollnick, die Sozialarbeiterin der Kooperativen Gesamtschule Sternberg, Elke Schwemer, und Anke Täufer vom Familienentlastenden Dienst des DRK. Und der Theater-Intendant Thomas Ott-Albrecht machte uns eine besondere Freude: Es kommt schließlich nicht jeden Tag vor, dass der Chef des Hauses Besucher persönlich begrüßt und Spaß mit der Aufführung wünscht.  

Sonnabend, 16. Januar

Wir sind fast schon wieder im Wahlkampf: Am Freitagabend haben die Wismarer Christdemokraten im Brauhaus Heike Isbarn als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl nominiert. Wir setzen auf eine Frau ohne Parteibuch! Und sie will „eine Bürgermeisterin für alle Wismarer sein“. Das Votum  war sehr überzeugend: 24 der 27 anwesenden Mitgliedern stimmten für die 46-Jährige, die das Bauordnungs- und Denkmalamt der Hansestadt leitet und ehrenamtliche Vorsitzende des Weißen Ring in Wismar/Nordwestmecklenburg ist, einer Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien. Dass Wismar heute gut da steht, ist auch ihr Verdienst. Sie hat ordentlich dazu beigetragen, Holzcluster anzusiedeln, den Werfthallenneubau zu realisieren und die Bewerbung um das Unesco-Welterbe vorzubereiten. Isbarn stammt aus Essen, lebt aber bereits seit dem Ende ihres Jurastudiums in Mecklenburg – und das nicht ohne Grund: Ihre Mutter hat mecklenburgische Wurzeln. Und was verbindet sie mit der CDU? Sie fühle sich den christlichen Werten der Union verpflichtet und zugleich wie eine „hanseatische Freibeuterin“, die ein Stück weit unabhängig bleiben wolle

Mittwoch, 13. Januar

Der Bauunternehmer Ulrich Hagemann hatte sichtlich Spaß an seinem Geschenk, das er mir am Dienstag zur Eröffnung meines Wahlkreisbüros in Wismar mitgebracht hatte. Er machte es spannend. „Ich bringe drei Dinge mit: Früchte, ein Gefäß und ein Werkzeug“, sagte er und lächelte. „Und dann glauben alle, es sei eine Flasche Rotwein inklusive Korkenzieher – doch weit gefehlt.“  Noch lüftete Hagemann das Rätsel nicht. Die Früchte seien „winterfest, hitzebeständig, nahrhaft“, kurzweilig zu knacken und senkten den Cholesterinspiegel. Das Gefäß wiederum funktioniere wie ein Sieb: „Die unwichtigen Dinge fallen durch, die wichtigen bleiben hängen.“ Und schließlich das Werkzeug: Es erlaube, kräftig Druck auszuüben an Stellen, wo es sein muss, aber man kann auch ganz sanft die Dinge bewegen.“ Hagemann übergab mir eine Schale Nüsse samt Nussknacker und wünschte mir viel Erfolg: beim Nüsseknacken - nicht zuletzt im politischen Alltag.

Gekommen waren nicht nur politische Freunde und Weggefährten wie die Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein, der Organisator des Plauer CDU-Stammtischs, Rüdiger Hoppenhöft, Wismars Senator Michael Berkhahn oder Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt. Auch Bürger, Kameraden der Feuerwehr und Unternehmer aus der Region gratulierten mir zur Eröffnung des Wahlkreisbüros in der Schüttingstraße 7. Besonders gefreut habe ich mich über den Besuch der "Pinguine" der Evangelischen Grundschule Wismar, die auch bald zu mir in den Bundestag kommen werden.

Und dann war da noch ein besonderes Wiedersehen: Werner Zuther hatte ich im vergangenen Sommer zweimal an meinem Wahlkampfstand in Wismar getroffen. Beim ersten Mal  sprach er lange mit mir und befragte mich nach meinen politischen Zielen. Eine Woche später kam er wieder und verkündete: „Ich geben Ihnen meine beiden Stimmen. Die Erststimme für Karin Strenz, die Zweitstimme für die CDU.“ Unsere dritte Begegnung gab es nun in meinem neuen Wahlkreisbüro. Auch weil Leute wie Werner Zuther mir ihr Vertrauen geschenkt haben, bin ich heute Bundestagsabgeordnete und Vertreterin der Bürger im Wahlkreis Wismar – Nordwestmecklenburg – Parchim.

       

Werner Zuther im September

 

Werner Zuther gestern

In der Schüttingstraße 7, aber auch in Parchim und Grevesmühlen werde ich künftig regelmäßig Bürgersprechstunden abhalten. Raina Basler, die Leiterin meines Wahlkreisbüros, findet sicher einen Termin für ein Gespräch und beantwortet auch gern Ihre Fragen.

Mehr  Fotos von der Eröffnungsfeier finden Sie in der Bildergalerie.

Montag, 11. Januar

Auf schwerin-news.de ist heute ein Interview erschienen, das Marko Michels mit mir geführt hat. Darin geht es unter anderem um meinen Besuch in Afghanistan, meine Arbeit im Sportausschuss des Bundestages und um die Ähnlichkeit von Michael Ballack und Angela Merkel. Hier ein Auszug:

Frage: In knapp einem Monat beginnen die Olympischen Winterspiele im Februar, gefolgt von den Paralympischen Winterspielen im März, jeweils in Vancouver und in Whistler. Was erhoffen Sie sich von den deutschen Olympioniken und Paralympioniken bei den Winterspielen 2010?

Karin Strenz:  Ich wünsche mir vor allem saubere Spiele und Wettkämpfe – auch wenn sich dieser Wunsch wahrscheinlich nicht erfüllen dürfte. Ich würde mir auch wünschen, dass wir nach diesen zwei sportlichen Großereignissen wüssten, im Kampf gegen Doping ein Stück vorangekommen zu sein. Was ich nicht möchte, ist, dass wir den Zweitplatzierten zum ersten Verlierer machen. Der Sieg ist nicht alles – auch wenn Medien, Zuschauer, Sponsoren und leider auch die Politik oft nur Gewinner beachten. Im Zweifel ist mir ein fünfter Platz im Langlauf, der ehrlich zustande gekommen ist, lieber als der Olympiasieg eines Gedopten. Und seien wir ehrlich: Selbst ein sechster oder siebter Rang bei Olympia, Paralympics oder auch einer Weltmeisterschaft ist ein Spitzenresultat. Nur müssen wir das auch anerkennen. Da ist sicher auch die Politik in der Pflicht. Wir dürfen die Sportförderung nicht nur von Medaillen abhängig machen und nicht gleich kürzen, wenn Erfolge mal ausbleiben. Der Druck auf die Athleten ist ohnehin schon gewaltig.

(...)

Frage: CDU, CSU und FDP sind im Jahr der Fußball-WM noch immer kein eingespieltes Team … Müsste die Mannschaftskapitänin, die Bundeskanzlerin, die Akteure nicht allmählich zur Räson bringen?

Karin Strenz:  Es ergeht Angela Merkel ein bisschen wie Michael Ballack, dem auch oft vorgeworfen wird, er sei kein Führungsspieler. Dabei ist er unverzichtbar für die Nationalmannschaft. Und Merkel hat 2009 bewiesen, wie gut sie führen kann, und den Deutschen souverän und vor allem unaufgeregt den Weg aus der Krise gewiesen. Dass man von ihr so oft Härte verlangt, hat sicher damit zu tun, dass Merkels besonnene Art eher untypisch für die Politik ist. Man sollte das jedoch nicht mit Schwäche verwechseln. Mancher Politiker hält sich für führungsstark, weil er schon frühmorgens lauthals kräht wie ein Hahn – allerdings nicht auf dem Mist, sondern im Radio. Im Übrigen kann ich mich nicht erinnern, dass einer Regierung jemals ein Traumstart bescheinigt worden wäre.

Das ganze Interview gibt es bei schwerin-news.de.

Freitag, 8. Januar
 

Meine Mitarbeiterin Raina Basler, die mir bereits in meiner Zeit als Landtagsabgeordnete zur Seite gestanden hat, ist gerade bei den letzten Handgriffen. Bis Dienstag soll schließlich alles fertig werden. Denn am 12. Januar eröffne ich  mein Wahlkreisbüro in Wismar, Schüttingstraße 7. Von 14 bis 19 Uhr können wir plaudern, uns kennenlernen, wiedersehen oder auch einen Termin vereinbaren. Ich freue mich auf Ihren Besuch!
 

Mittwoch, 6. Januar
 

Die Gelegenheit war günstig: Unser Innenminister Lorenz Caffier weilt mit der CDU-Landtagsfraktion gerade in Berlin zur Klausur. Im Paul-Löbe-Haus haben meine alten Kollegen aus dem Schweriner Schloss gestern die politische Arbeit der nächsten Monate beraten. Da ich dort auch mein Bundestagsbüro habe, lag es nahe, Caffier und seinen Staatssekretär Thomas Lenz zu mir einzuladen. Bei einer Tasse Kaffee sprachen wir über meine Arbeit im Verteidigungs- und im Sportausschuss. Und natürlich interessierte sich unser Innenminister, der auch für die Polizei zuständig ist, für meine Erfahrungen aus der Reise nach Afghanistan über Weihnachten. Dort hatte ich auch mit deutschen Ausbildern gesprochen, die in Mazar-e-Sharif und anderswo die afghanische Polizei aufbauen und schulen. 

Donnerstag, 31. Dezember
 

Einen spannenderen Jahresabschluss hätte ich mir gar nicht vorstellen können. Über Weihnachten habe ich eine Woche lang unsere Soldaten in Afghanistan besucht, und die Eindrücke, die ich gesammelt habe, zählen zu den wichtigsten und prägendsten meines Lebens. Ich habe viel gelernt über das Soldatensein, ich habe Kameradschaft gespürt und erfahren, wie genau die Truppe vom Ausland aus die Berliner Politik verfolgt. In der Verteidigungspolitik, die mich als Bundestagsabgeordnete besonders beschäftigt, sollten wir auf Dispute verzichten, die allein der Profilierung dienen. Damit wünsche ich mir keinesfalls ein Diskussionsverbot, im Gegenteil, wir leben in einer Demokratie und müssen auch lebendig streiten. Wir sollten aber darauf achten, dass unsere Soldaten bei all dem nicht das Gefühl bekommen, wir würden sie im Stich lassen. Sie brauchen uns, wie wir sie brauchen.

 

(Screenshot: NDR/Nordmagazin)

Mehr über meine Afghanistan-Reise erfahren Sie, wenn Sie sich in der NDR-Mediathek das „Nordmagazin“ von gestern Abend anschauen. Als Studiogast habe ich meine Eindrücke geschildert, und ein paar Aufnahmen aus Afghanistan gibt es dort auch. Zur Sendung geht es hier- dann einfach rechts das Nordmagazin vom 30. Dezember wählen. Das Interview, das NDR Info mit mir geführt hat, gibt es hier zu hören. 

Im neuen Jahr werde ich sicher an dieser Stelle noch einiges berichten und Ihnen auch Fotos zeigen. Zunächst aber wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden einen guten Start ins Jahr 2010, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit. Ganz besonders grüße ich unsere Soldaten in Afghanistan, ihre Familien und Partner in Deutschland. Ich wünsche Ihnen und Euch, liebe Frauen und Männer, ganz besonders viel Kraft, Zuversicht und Gottes Segen.
 

Nachtrag: "Plötzlich war Goldberg in Kundus", ein ausführlicher Bericht in der Schweriner Volkszeitung.

Sonntag, 20. Dezember

Mein Rückblick auf das vergangene Wochenende folgt ein bisschen spät. Ich komme aber erst jetzt dazu, weil mich die Woche in Berlin vollkommen gefordert hat. Als Mitglied des Verteidigungsausschusses gehöre ich seit Mittwoch auch dem Untersuchungsausschuss an, der die Ereignisse von Kundus am und nach dem 4. September aufklären wird. Als Außenstehender ahnt man nicht unbedingt, was hinter solch einem Untersuchungsausschuss steckt. Man sieht nur, dass Politiker aus einem Sitzungssaal kommen und Interviews geben. Dass sie vorher stundenlang Akten studiert, Fragen formuliert und Zeugen befragt haben, erfährt der Zuschauer selten. Zudem gibt es vor und nach dem Untersuchungsausschuss, der mittwochs tagt, Sondersitzungen der Arbeitsgruppe Verteidigung. Und natürlich wollen auch die Journalisten wissen, was die Ausschussmitglieder denken. Am Dienstag zum Beispiel rief ein Redakteur des Fernsehsenders Phoenix bei mir an und lud mich für Mittwochabend zu einer Diskussionsrunde in das ARD-Hauptstadtstudio ein. Meinen ersten TV-Auftritt als Bundestagsabgeordnete, 45 Minuten lang, können Sie sich hier anschauen.
Nun aber in den Wahlkreis: Am Sonnabend vor einer Woche war ich bei der Eröffnung des sanierten Sternberger Marktplatzes. Für 395000 Euro ist in vier Monaten ein wahres Schmuckstück entstanden. Und für die Altstadtsanierung, die vor 19 Jahren begonnen hat, war es ein weiterer Meilenstein. Nun ist viel, aber noch nicht alles geschafft. Wie Bürgermeister Jochen Quandt sagte, bleibe in der Gebäudesanierung noch viel zu tun.

         
Der neue Sternberger Marktplatz     Mit meiner Wahlkreismitarbeiterin Raina Basler (r.)

Tags darauf, am Dritten Advent, habe ich das Turmblasen in den Ruhner Bergen besucht, wo sich Mecklenburger und Brandenburger besonders nahe sind, weil an dieser Stelle die Grenze zwischen beiden Ländern verläuft. Ulrich Felski aus Putlitz schlüpfte in die Sagenfigur Riese Ramm – und ist in dieser Rolle mittlerweile längst selbst legendär. Bei beiden Terminen habe ich übrigens Kraft getankt für die Parlamentswoche in Berlin. Dass ich allerdings so viel Kraft brauchen würde, hätte ich nicht gedacht.

Damit verabschiede ich mich erst einmal für ein paar Tage, denn über Weihnachten werde ich unsere Soldaten in Afghanistan besuchen, um mir ein eigenes Bild von diesem schwierigen Einsatz zu machen. Als Verteidigungspolitikerin sollte man wissen, worüber man spricht. Mehr kann ich an dieser Stelle aus Sicherheitsgründen nicht verraten. Dass ich erst heute den Rückblick auf mein Wochenende im Wahlkreis geschafft habe, hat auch mit dieser Reise zu tun, deren Vorbereitung nicht ganz so leicht ist.

Freitag, 11. Dezember

 

Für manche Geschenke muss man grübeln, andere liegen auf der Hand und machen trotzdem Freude. So war es in dieser Woche bei der Sternberger Tafel. Mein Weihnachtsgeschenk:  45 Kinder und Jugendliche dürfen im Januar eine Vorstellung von „Moritz in der Litfaßsäule“ im Landestheater besuchen. Es reicht nicht, das Theater erhalten zu wollen, man muss auch hingehen. Und man muss jungen Leuten bisweilen auch die Angst nehmen und ihnen zeigen, dass so ein Kunstwerk auf der Bühne, dargestellt von echten Menschen, etwas Wunderbares, oft Unvergessliches ist. Das direkte Erleben der Spielsituation beflügelt die Kreativität. Im vergangenen Jahr hatte ich den Kindern und Jugendlichen der Sternberger Tafel übrigens auch einen Theaterbesuch geschenkt – für „Pippi Langstrumpf“.

Donnerstag, 10. Dezember

 

Es gibt für mich Termine, die sind Herzenssache. Das Sternberger DRK-Seniorenzentrum besuche ich schon seit vielen Jahren - und zwar ausgesprochen gern. Für mich die Weihnachtsfeier einer der Pflichttermine - aber ein äußerst angenehmer. Und ich glaube, dass sich auch die Senioren gefreut haben, als ich heute wieder da war, um kurz vor dem dritten Advent mit ihnen zu feiern und Kaffee zu trinken. Ein bisschen Bienenstich hatte ich natürlich auch wieder dabei.
Viele Frauen des Seniorenzentrums sind mir über die Jahre ans Herz gewachsen, ich würde sogar sagen, dass mich mit einigen - wie etwa Johanna Groth - eine Freundschaft verbindet. Dass ich mich in diesem Haus so wohlfühle, hat auch mit dem Personal zu tun. Heimleiter Danilo Wahl und seine mehr als 50 Mitarbeiter sind jeden Tag mit Seele und Leidenschaft dabei. Das spüren auch die Bewohner.

Montag, 7. Dezember

Der Weihnachtsstammtisch des CDU-Ortsverbandes ist seit vielen Jahren einer der kulturellen Dauerbrenner, das größte gesellschaftliche Ereignis der Stadt und obendrein noch die wichtigste Wohltätigkeitsveranstaltung. Am vergangenen Sonnabend kamen 168 Gäste. Organisator Rüdiger Hoppenhöft hatte für die Tombola 73 Bar- und 117 Sachspender gefunden. So kamen am Ende 8175 Euro zusammen. Das Geld erhalten:

  • die Stadt als Zuschuss für die 775-Jahrfeier 2010,
  • die Schlaganfall-Patienten-Station,
  • die Sozialstation für neue Computertechnik,
  • die Schule am Klüschenberg für zwei Fußballtore und Bälle,
  • die Grundschule Kantor Carl Ehrich für ihre Jubiläumsfeier,
  • die Plauer Jugendfeuerwehr,
  • der Fanfarenzug für Shirts und Regenjacken
  • der Kinderhort für zwei Kinderfahrzeuge und eine Werkbank,
  • der Seglerverein für Schwimmwesten, um mit den Kindern des DRK-Kinderheims zu arbeiten.

Meinen Tombola-Gutschein für zwei Übernachtungen in Berlin, eine persönliche Führung durch den Reichstag und Sektempfang in meinem Büro gewannen Marlies und Michael Heiden aus Plau am See. Gestern war ich dann in Goldberg. Die Walter-Husemann-Schule hat mit Mitteln des Konjunkturpakets II die Sporthalle saniert. Ich habe eine Spende überreicht - Ehrensache für mich als Mitglied des Bundestagssportausschusses.

Freitag, 4. Dezember

Meine Internetseite sieht von heute an ein bisschen anders aus. Sie finden nun mehr Informationen als bislang über meine Arbeit in Berlin. In der Rubrik Bundestag gebe ich Einblicke in meinen parlamentarischen Alltag und stelle die Ausschüsse vor, denen ich angehöre: Verteidigung und Sport. Und natürlich freue ich mich, wenn Sie mit einer Besuchergruppe aus meinem Wahlkreis zu mir nach Berlin kommen. Was Sie dabei beachten müssen, steht hier. Neu ist auch die Rubrik Presse. Dort finden Sie zukünftig meine Pressemitteilungen und Berichte über mich. Und Sie können auch schon die ersten zwei Interviews hören, die ich in den vergangenen Tagen gegeben habe.

Dienstag, 1. Dezember

Es gefällt mir in Berlin, was vor allem daran liegt, dass auch der Alltag einer Abgeordneten des Deutschen Bundestages überaus spannend ist. Von Routine spüre ich jedenfalls noch nichts. Trotzdem verbringe ich so viel Zeit wie möglich in meiner Heimat – in Sitzungswochen bleibt mir dafür allerdings nur das Wochenende. In Sehlsdorf, meinem Zuhause, bin ich derzeit kaum anzutreffen – und falls doch, brummt gerade die Waschmaschine. Ich habe mir vorgenommen, eine Abgeordnete zu sein, die nicht vom Schreibtisch aus Politik macht. Für mich gehört der Kontakt mit den Bürgern dazu. Ich spüre auch, dass die Leute – trotz E-Mail und anderen Formen der modernen Kommunikation – eine Sehnsucht haben, den Politiker ungefiltert und direkt zu erleben. Und auch mir ist natürlich lieber, dass ich die Meinung der Leute von Angesicht und Angesicht erfahre als etwa über eher anonyme Umfragen.

       

Am vergangenen Sonnabend habe ich den Tag der offenen Tür des Gadebuscher Gymnasiums besucht. Schulleiter Ingolf Litzner, seine Kollegen und die Schüler hatten ein gewaltiges und anspruchsvolles Programm vorbereitet. Gleich zum Auftakt sang der Chor des Gymnasiums wunderschöne Weihnachtslieder. Es gab aber noch viel mehr: individuelle Beratungsgespräche, Mathe-Knobeleien, Geografie-Experimente, physikalische Vorführungen, Theaterproben zu „Kabale und Liebe“. Und dann war es da noch der „Gläserne Unterricht“ in den Fächern Russisch, Französisch und Latein. Mich verschlug es, wohl aus alter Verbundenheit, zum Russischen – und immerhin: Ein paar Vokabeln sind in all den Jahren seit dem Ende meiner Schulzeit hängen geblieben. Natürlich habe ich mir auch die neue Sporthalle angeschaut, die überaus gelungen ist. Was mich besonders freut: Das Gymnasium hat einen deutsch-chinesischen Lehreraustausch. Chinesisch gehört zum Wahlunterricht und wird auch von vielen Schülern belegt. In Gadebusch hat man rechtzeitig erkannt, welch wichtige Rolle China, dieses Riesenreich, in Zukunft spielen wird. Nun wird niemand ernsthaft erwarten, dass Gadebuscher Abiturienten fließend Chinesisch sprechen, wenn sie hinaus ins Leben gehen – aber darum geht es auch gar nicht. Wichtig ist, Hemmschwellen abzubauen und die andere Kultur zu entdecken. Diese Schule zählt für mich jedenfalls zu den eindrucksvollsten in Mecklenburg-Vorpommern, und ich werde bestimmt nicht zum letzten Mal vorbeigeschaut haben.

Den Sonntag wiederum habe ich in der Schule „Am Sonnenkamp“ in Neukloster verbracht. Dort gab es ein zauberhaftes Adventskonzert der Kreismusikschule „Carl Orff“ Nordwestmecklenburg. Und  die Bühne gehörte diesmal nicht allein dem Nachwuchs, der vor stolzen Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden musizierte. Auch die Dixieband aus Quereinsteigern bewies, dass man auch mit 40 plus noch die Leidenschaft für Musik entdecken kann. Hartwig Kessler, der Chef der Kreismusikschule, hat allen Grund, stolz zu sein. Es kommt nicht von ungefähr, dass seine Einrichtung einen guten Ruf weit über die Grenzen des Landkreises hinaus hat.

Montag, 30. November

Am Donnerstagmorgen, pünktlich um 9 Uhr, tagt wieder der Küstenkreis, jener Zusammenschluss von Unions-Abgeordneten aus fünf Bundesländern, die sich für eine maritime Politik engagieren. Sonst ist aber diesmal etwas anders, denn nach vier Legislaturperiodem hat Wolfgang Börnsen aus Flensburg als Sprecher aufgehört. Als Ehrenvorsitzender wird er dem Küstenkreis aber erhalten bleiben. Sein Nachfolger Ingbert Liebing stammt auch aus Schleswig-Holstein. Einer der stellvertretenden Sprecher ist Eckhardt Rehberg, der Chef unserer Landesgruppe.  

 

Dienstag, 24. November

Marko Michels vom Nachrichtenportal MV-Schlagzeilen hat mit mir ein Interview geführt. Es geht um meine ersten Tage im Bundestag, meine parlamentarische Arbeit, den Start der Regierung, die Gefahr des Abhebens und den Handwerker im Paul-Löbe-Haus.

Hier ein kurzer Auszug:

Frage: Für Sie waren die Wahlen mit einigen Veränderungen verbunden: zunächst das direkt errungene Bundestagsmandat in der SPD-Hochburg Nordwestmecklenburg/Wismar, dann die Aufgabe ihres Landtagsmandates im Schweriner Schloss und der Wechsel in den Bundestag nach „Spree-Athen“. Haben Sie sich politisch wie persönlich in Berlin bereits eingelebt?

Karin Strenz: Ich bin inzwischen angekommen in Berlin, und zwar persönlich wie politisch. Die ersten Tage allerdings hatte ich tatsächlich damit zugebracht, mich zu orientieren.Im Vergleich zum Bundestag ist der Landtag eine sehr übersichtliche Welt. In Berlin ist alles zwei Nummern größer: Die Wege sind weiter, es gibt fast zehnmal so viele Abgeordnete und entsprechend zehnmal so viele dringende Wünsche an Handwerker, Lieferanten und Computerspezialisten. Ich habe schnell gelernt, dass nicht alles sofort klappt und sich auch Abgeordnete gedulden müssen. Zum Beispiel kann es vier Werktage dauern, bis der Handwerker kommt und einen Nagel in die Wand schlägt, damit ich im Büro ein Bild aufhängen kann. Ich würde auch selbst zum Hammer greifen, aber das ist verboten – wahrscheinlich nicht ohne Grund: Offenbar sind Politiker eher ungeschickt. Inzwischen finde ich mich auf den langen Gängen zwischen meinem Büro im Paul-Löbe-Haus, den Fraktionsräumen, Sitzungssälen und dem Plenarsaal gut zurecht. Und ich gebe zu: Auch im Schweriner Schloss habe ich mich bis zuletzt gelegentlich verlaufen – geografisch, nicht politisch, wohlgemerkt!

Das ganze Interview können Sie hier lesen.

Freitag, 20. November

Manchmal vergessen wir, dass der Klimawandel eines der großen Menschheitsprobleme des 21. Jahrhunderts werden wird – und natürlich schon längst ist. Die globale Erwärmung macht nicht an unseren Grenzen Halt und wird zwangsläufig auch ein Thema für unsere Kommunen werden. In dieser Woche war ich Gast des „Forums für Stadtentwicklung und Tourismus“ im brandenburgischen Teltow. Das Stadtmarketing hatte sich zum Ziel gesetzt, Anstöße zu geben, wie auch auf kommunaler Ebene der Klimawandel bekämpft werden kann. Jeder kann etwas tun für den Umweltschutz. Manchmal reicht schon ein Fahrkurs für die Mitarbeiter, wie er in den Behörden von Teltows Partnerstadt Ahlen üblich ist.

Besonders interessant fand ich den Ideenaustausch der Partnerstädte Teltow und Ahlen und die Präsentation des European Energy Award, bei dem bereits fast 200 Städte und Regionen teilnehmen. Dahinter steckt ein Managementsystem, das kommunale Klimaschutzprogramme erfasst und regelmäßig bewertet. Dass dies auch für Mecklenburg-Vorpommern interessant ist, liegt auf der Hand: Als Urlaubs- und Gesundheitsland brauchen wir eine gesunde Natur. Ich werde an dem Thema dranbleiben. Und sicher wird sich in den nächsten Wochen und Monaten manche Gelegenheit ergeben, mit kommunalen Fachleuten und Politikern einige Ideen des Teltower Forums zu besprechen.  

Dienstag, 17. November

 

Die Welt ist manchmal doch erfreulich klein. Am Sonnabend, auf dem zweiten Jahreskongress zur politischen Bildung in der Güstrower Fachhochschule für Verwaltung, habe ich Joachim Nüsing getroffen, Sozialkunde- und Wirtschaftslehrer des Schweriner Fachgymnasiums der Beruflichen Schule Technik. Joachim Nüsing hatte seine Schüler überzeugt, einen dieser fast 1000 Dominosteine zu gestalten, die am 9. November vor dem Brandenburger Tor in Berlin nacheinander umkippten, um so an den Fall der Mauer vor 20 Jahren zu erinnern. Für mich war das ein beeindruckender Augenblick.

 

Das Kunstwerk der Mecklenburger war mir übrigens schon bei einem Spaziergang am Vormittag aufgefallen. Und nach wie vor finde ich, dass die Karikatur – dieser etwas ungläubig dreinblickende Mensch mit Knollennase, Hammer und Meißel inmitten eines riesigen Mauerlochs – den Wagemut der DDR-Bürger von 1989 unheimlich gut trifft. Was mich verblüfft: Die Schüler, geboren zwischen 1989 und 1991, haben anders als ich keinerlei Erinnerung an die bewegte Zeit. Anna Pötzig etwa, die das Projekt organisatorisch begleitet hat, ist erst am Tag nach dem Mauerfall auf die Welt gekommen.

Wir Älteren haben Bilder im Kopf gespeichert, die uns nie verlassen werden, wir können noch die Rufe nach Freiheit und Demokratie hören, wir wissen auch, was es bedeutet hat, hinter einer Mauer zu erleben, die für die Ewigkeit gemacht schien. All das fehlt den Jugendlichen heute. Sie müssen sich diese Vergangenheit erst erarbeiten, sie müssen ein Gespür für diese Jahre bekommen, für diesen Augenblick des Mauerfalls, in dem die Zeit auf einmal stillstand. Wenn ihnen die Schule die Möglichkeit gibt, all dies zu suchen und zu entdecken, dann ist das eine große Leistung. Ich habe mich sehr gefreut, in Güstrow den Lehrer zu treffen, der seine Schüler so begeistert hat für unsere Geschichte. Und ich habe gespürt: Auch Joachim Nüsing ist stolz – auf seine kreativen Schüler.

Sonntag, 15. November

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Bundeswehr vor gewaltigen Herausforderungen steht. Dafür genügt ein Blick nach Afghanistan. Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat erst jüngst von „kriegsähnlichen Zuständen“ gesprochen. Mancher ist da erschrocken. Wer allerdings mit Soldaten und Offizieren spricht, die die Wirklichkeit in Afghanistan erlebt haben, erfährt, dass sie es ähnlich sehen. Es ist die Wahrheit. Sie wollen auch nicht, dass ihr Dienst in der Heimat verharmlost wird. Sie wünschen sich vielmehr, dass in Deutschland anerkennt, was sie leisten. Tag für Tag erleben sie, wie riskant ihre Mission ist. Wer das bestreitet, tut ihnen keinen Gefallen – ganz im Gegenteil.

 

Wir müssen akzeptieren, dass unsere Soldaten gewaltige seelische Belastungen erleben. Ich verfolge die Entwicklung, was die deutschen Auslandseinsätze betrifft, seit langem mit großem Interesse. Ärzte diagnostizieren bei deutschen Soldaten, die lebensgefährliche Einsätze in Afghanistan er- und überlebt haben, oft ein posttraumatisches Belastungssyndrom, eine ernsthafte Erkrankung der Seele. Oft werden sie nach Hause geschickt und brauchen psychologische Betreuung. Nicht immer gelingt dies.

Am Freitag habe ich die Veranstaltung "300 Jahre Charité und Militärmedizin" besucht. Ein Thema war auch die Frage, wie es gelingt, dass die Armee physisch und psychisch gesund ist. Zukünftig, da bin ich sicher, werden wir mehr tun, um posttraumatische Belastungssyndrome zu verhindern. Wir werden unseren Soldaten aber auch helfen müssen, ihre im Einsatz erlittenen Ängste zu überwinden. Wir dürfen nicht vergessen, wo sie uns und sich verteidigen müssen: in einer anderen Welt, einer anderen Kultur, fernab von zu Hause, getrennt von geliebten Menschen, den Kindern, den Eltern und Freunden. Derzeit wird eine Abteilung Psychische Gesundheit aufgebaut. Zudem gibt es das mobile physiologische Labor, kurz mobPhysioLab, eine Art Container, der Leben retten kann. Nachdem einer der Entwickler, Oberfeldarzt Dr. Andreas Werner, es vorgestellt hatte, durfte ich es mir mit den anderen Gästen der Veranstaltung anschauen. Ich war beeindruckt. Das Labor erlaubt, Belastungssituationen in Extremsituationen besser zu beurteilen. Soldaten, aber auch Feuerwehrleute und Helfer des THW können während ihres Einsatzes von modernster medizinischer Technik erfasst werden. Auf diese Weise könnten körperliche Risiken - vor allem in anderen Klima- und Zeitzonen – schneller erkannt und minimiert werden.

Dienstag, 10. November

Manchmal braucht es Äußerlichkeiten, um zu begreifen, wie viel Zeit vergangen ist. Natürlich erinnere ich mich, wie Außenminister Hans-Dietrich Genscher 1989 auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag stand und den Bürgern der DDR jenen Satz zurief, der kein Ende hat: „Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Ausreise…“ Der Rest ging im Jubel unter - bis heute für mich ein Gänsehautmoment.

Gestern habe ich Genscher im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden gesehen, wo er von der Deutschen Gesellschaft für seine Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung geehrt wurde.  Die 20 Jahre, die seit seinem Auftritt in der Prager Nacht vergangen sind, sieht man Genscher auf den ersten Blick tatsächlich an. Der 82-Jährige bewegt sich langsam, viel langsamer als früher. Sein Geist aber ist nach wie vor beeindruckend lebendig.  Nach der Laudatio der Schauspielerin Veronica Ferres hält Genscher seine Dankesrede frei. Er spricht mit klarer Stimme und immer noch druckreif. Bescheiden ist er auch. Seinen Einfluss auf die Wende im Herbst 1989 will er nicht überschätzt wissen. „Niemand wird mich je von der Überzeugung abbringen: Die Mauer ist im Osten zum Einsturz gebracht worden“, sagt der gebürtige Hallenser. „Das werde ich den Menschen in meiner Heimat nie vergessen.“

 

Wie zum Beweis ehrt der Vorstand der Deutschen Gesellschaft danach drei Ostdeutsche. Monsignore Karl-Heinz Ducke, Pastor Martin Lange und Martin Ziegler, Oberkirchenrat i. R., haben bis zum März 1990 den Runden Tisch in Ostberlin moderiert. Sie tun es Genscher nach und geben sich nicht weniger bescheiden. Stellvertretend für seine zwei Kollegen sagt Ziegler über die Zeit des Runden Tischs: „Wir sahen uns nicht berufen, Revolutionsführer zu sein.“ Vielmehr hätten sie die unterschiedlichen Parteien und Gruppen zu einer „Streitkultur ohne Feindseligkeiten“ bringen wollen. Zudem sei es gelungen, die Bürger nach 40 Jahren Diktatur aus der Lethargie zu holen und ihnen Engagement zu vermitteln. „Politik war Bürgersache geworden“, sagt Ziegler.

Die Deutsche Gesellschaft hat übrigens zwei Vorsitzende, die dazu noch Ostdeutsche sind: Lothar de Maizière, der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident der DDR, und Gunther Hatzsch, Vizepräsident des Sächsischen Landtags a. D. Seit 2005 ehrt die Deutsche Gesellschaft mit ihrem Preis Persönlichkeiten, die sich um die deutsche und europäische Verständigung verdient gemacht haben.

Die bisherigen Preisträger:

2005: Angela Merkel und Wolfgang Thierse

2006: Imre Kertész, ungarischer Literaturnobelpreisträger

2007: Wolfgang Schäuble und Klaus Johannis, Oberbürgermeister von Hermannstadt (Rumänien)

2008: Egon Bahr und Wladyslaw Bartoszewski (ehemaliger polnischer Außenminister) 

Und hier sind noch vier Bilder von der Freiheitsfeier gestern Abend am Brandenburger Tor: 

       

 

       

 

Montag, 9. November

 

Natürlich ist es ein Zufall – aber ein sehr schöner, wie ich finde. Am vergangenen Mittwoch habe ich im Schweriner Schloss mein Landtagsmandat niedergelegt, weil ich ja nun als Parlamentarierin iin Berlin arbeite. Wirksam wird meine Mandatsniederlegung aber erst heute – am 9. November, einem jener Tage, die für uns Deutsche besonders geschichtsträchtig sind. Manche sprechen auch von einem „Schicksalstag der Deutschen“. Der 9. November ist ein Tag, der uns zugleich an die Glücksmomente und die dunklen Stunden erinnert, der jedes Mal Freude schenkt und jedes Mal Gedenken verlangt. Heute vor 91 Jahren hat Reichskanzler Maximilian von Baden die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. verkündet und Friedrich Ebert die Amtsgeschäfte übertragen. Philipp Scheidemann rief vom Reichstagsgebäude die „Deutsche Republik“ aus – die Monarchie war Vergangenheit. Heute vor 71 Jahren brannten in Deutschland die Synagogen, wurden deutsche Juden gejagt und ihre Geschäfte zertrümmert. Und heute vor 20 Jahren ist die Berliner Mauer gefallen.

       

Meine letzten Minuten nach mehr als sechs Jahren als CDU-Abgeordnete im Schweriner Schloss habe ich übrigens mit meinem Fraktions- und Bürokollegen Günter Rühs verbracht. Wir stießen mit einem Glas Sekt auf den Abschied an. Zuvor hatte ich im Beisein der Landtagsvizepräsidentin Renate Holznagel meine Urkunde erhalten, die meine Mandatsaufgabe zum 9. November bezeugt. Ich verlasse den Landtag ohne Wehmut, aber auch ohne irgendeinen Groll. Das – so viel weiß ich – gelingt längst nicht jedem Politiker.  

Freitag, 6. November

Ich werde bald dem Küstenkreis der Bundestagsfraktion von CDU und CSU angehören. Das Treffen am nächsten Donnerstag in Berlin steht bereits in meinem Terminkalender. Ich bin überzeugt, dass vor allem mit Blick auf die Region Wismar mein Engagement in dieser Runde sinnvoll ist. Die Mitglieder eint das gemeinsame Ziel, maritime Politik zum Wohle der norddeutschen Länder und Stadtstaaten zu machen. Denn bei aller Diskussion über die Autorepublik Deutschland sollte nicht vergessen werden, dass wir die viertstärkste Schiffsbaunation sind, weltweit die drittgrößte Handelsflotte stellen und mit Hamburg den bedeutendsten Schiffsfinanzierungsstandort überhaupt haben.

Der Küstenkreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich 1978 gegründet – als Antwort auf eine der großen Umweltkatastrophen dieser Zeit. Im März 1978 war der Tanker „Amoco Cadiz“, unter liberianischer Flagge fahrend, vor der Küste der Bretagne gegen einen Felsen gekracht und auseinander gebrochen. Man spricht heute vom sechsgrößten Öl-Unglück aller Zeiten – mehr als 220000 Tonnen Rohöl liefen ins Meer. Die Mitglieder des Küstenkreises treffen sich regelmäßig in den Sitzungswochen des Bundestages und haben in den 30 Jahren mehr als 300 parlamentarische Initiativen entwickelt. Seit mehr als neun Jahren ist der schleswig-holsteinische Abgeordnete Wolfgang Börnsen Sprecher dieses Kreises.

Der Schiffsbau hängt sehr vom Export ab, und für diesen wiederum braucht es Kredite der Banken. Ohne Kredite brechen Aufträge weg, was wiederum auch den Zulieferbetrieben schadet. Und eine starke Ostseeküste mit erfolgreichen Werften, touristischer Infrastruktur und geschützter Natur ist – wer würde das bestreiten? – gut für ganz Mecklenburg.

Mittwoch, 4. November

Mit dem Internet stehe ich keineswegs auf Kriegsfuß, aber ein Experte dieses Mediums bin ich auch nicht. Ich nutze es, wie wahrscheinlich viele andere, als schnellen Rechercheweg. Ich suche Zugverbindungen und Telefonnummern im Netz, ich lese Zeitungen als elektronisches Papier. Das Internet gehört längst zu unserem Alltag. Gestern habe ich in Berlin eine Podiumsdiskussionen besucht, bei der es um die Chancen und Herausforderungen ging, die das Internet als Plattform für den Meinungsaustausch bietet. Mit dabei waren die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) und Torbjon Jagland, Generalsekretär des Europarats. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren sich einig, dass das Internet vor allem eines erlaubt: den ungefilterten Austausch von Informationen. Ohne Twitter, Weblogs und das Internet überhaupt hätten wir wahrscheinlich wenig über die jüngste Oppositionsbewegung im Iran erfahren. Dass Hunderttausende auf den Straßen gegen Präsident Ahmadinedschad demonstrierten, hätten die offiziellen Medien im Iran nie gemeldet. Allerdings – und dies ist die Herausforderung – können genauso radikale Gruppen das Internet missbrauchen, um ihre Ideologien zu verbreiten. Man sollte das Internet also weder fürchten noch glorifizieren. Es ist ein Medium mit Stärken und Schwächen, mit Licht und Schatten, mit Belanglosem und Bedeutsamem: Von Britney Spears‘ Problemen zu den Kämpfern für die Menschenrechte in Birma sind es nur ein paar Klicks.

Sonntag, 1. November

Der Festakt „Mauerfall und Wiedervereinigung – der Sieg der Freiheit“ gestern im Berliner Friedrichstadtpalast ist für mich der politische Höhepunkt meiner ersten echten Woche als frisch gewählte Bundestagsabgeordnete gewesen. Die Regenten der Wendezeit 1989/90, der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow, Amerikas Ex-Präsident George Bush senior und Altkanzler Helmut Kohl, haben sich auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung zum ersten Mal wieder getroffen. Dass ich diese drei Männer hautnah erleben durfte, die die deutsche Einheit ermöglicht haben und deshalb von der Geschichte niemals vergessen werden, erfüllt mich mit Stolz, Demut, Dankbarkeit und einem großen Glücksgefühl. Ohne Kohl, Gorbatschow und Bush – natürlich auch ohne die mutigen Demonstranten in der DDR – säße ich heute nicht im Bundestag. Ich weiß natürlich nicht, wo ich heute wäre, wenn es die DDR noch gäbe, und vielleicht ist es auch gut, dass sich der Verstand nicht vorstellen kann, was Erich Honecker und seine Genossen aus und mit mir gemacht hätten.

 

Im Friedrichstadtpalast, sonst die Bühne großer Revuen, liefen die zwei Jahrzehnte meiner Biografie – der politischen wie der ganz persönlichen – zwischen 1989 und heute wie ein Film an mir vorbei. Was haben wir alles bewegt, welche Erfahrungen haben mich geprägt? Was werden die nächsten 20 Jahre bringen?

Gorbatschow, Bush und Kohl geben uns ein Vermächtnis mit auf den Weg, Errungenes zu schützen und gut darauf zu achten, dass wir weiter zusammenwachsen in Freiheit, Verantwortung, Demokratie und Freundschaft. Bei allen Sorgen und Problemen, die wir im vereinten Deutschland haben – und wie sollte es anders sein, wenn zwei Staaten politisch, wirtschaftlich und ideologisch mehr als 40 Jahre getrennt gewesen sind? –, trotz alledem sollten wir uns jeden Tag mindestens einmal erfreuen an dieser Sternstunde unserer Geschichte. Dass wir als Europäer heute friedlich, als Freunde und nahezu ohne Grenzen zusammenleben, hätten sich unsere Vorfahren niemals träumen lassen. Wenn wir heute versöhnt mit Franzosen und Polen sind, dann ist das nicht nur eine Folge des Umbruchs vor 20 Jahren, sondern auch ein Ergebnis kluger Politik seitdem.

Auch der beschwerlichste Alltag darf uns nicht vergessen lassen, wie unser Leben bis 1989 ausgesehen hat. Und was bringen mir und uns die nächsten 20 Jahre? Nun, auch da versagt der Verstand, ich meine aber, wir müssen uns vor der Zukunft nicht fürchten.

 

Mittwoch, 28. Oktober

Berlin rund um den Reichstag ist augenblicklich im Umzugsstress. In vielen Fluren stehen Kartons. Neue Abgeordnete kommen, alte Abgeordnete ziehen in ein anderes Büro, wieder andere verlassen die Stadt und begeben sich auf Jobsuche. Wer jemals seinen Platz im Parlament nach einer Wahl verloren hat – wie ich einst vorübergehend im Schweriner Landtag –, der weiß, welch schwerer Augenblick dies ist. Da verbietet sich jede Schadenfreude.

Im Moment bin ich mit meinen drei Mitarbeitern noch am Improvisieren, da mein Büro noch nicht fertig ist. Ich übernehme das Büro einer Kollegin meiner Fraktion, die vom Paul-Löbe-Haus ins Jakob-Kaiser-Haus zieht. (Bitte fragen Sie mich nicht, nach welchen Kriterien die Büros vergeben werden. Sollte ich dieses Geheimnis irgendwann lüften, erfahren Sie es natürlich. Es ist jedenfalls nicht immer so, dass sich wichtige Ämter automatisch in größeren Räumen niederschlagen.) Bis alles eingerichtet ist, rücken wir im Büro der Landesgruppe MV ein bisschen zusammen. Die ersten Tage mit einem Schreibtisch, den sich vier Leute teilen, werden wir schon überstehen.

Das sind ja auch Kleinigkeiten im Vergleich zu den erhebenden Momenten, die ich schon jetzt in Berlin erlebt habe. Die Wahl der Kanzlerin gehört dazu, auch die Unterzeichnung des Koalitionsvertrags. In den nächsten Tagen wird sich dann entscheiden, worauf ich mich inhaltlich im Bundestag konzentrieren werde. Neben den Aufgaben, die ich für meinen Wahlkreis wahrnehmen werde, gibt es noch die Arbeit in Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Vereinigungen. Ehrlich: Ich kann es gar nicht erwarten, mich so richtig in die Arbeit zu stürzen. Dann aber am eigenen Schreibtisch!

Donnerstag, 22. Oktober

 

Eine ganz pflegeleichte Landtagsabgeordnete bin ich nie gewesen – und ich habe das auch nie sein wollen. Ich habe immer die Region im Blick, in der ich zu Hause bin. Ich vertrete die Bürger in Westmecklenburg, sie haben mich gewählt, und ihnen fühle ich mich auch verpflichtet. Ich gebe also gern zu, dass es die CDU-Landtagsfraktion mitunter mit meinem mecklenburgischen Sturkopf zu tun hatte.

Vielleicht erklärt dies auch, warum in dem Blumenstrauß, den mir Fraktionschef Harry Glawe in dieser Woche zu meinem Abschied aus dem Schweriner Schloss überreicht hat, Disteln steckten. Ich verstehe dies als Lob und freue mich zugleich, dass die Kollegen Humor haben und mir hoffentlich nichts nachtragen. Einiges werde ich vermissen, wenn ich nun in den Deutschen Bundestag nach Berlin wechsele.

Besonders gut war die Zusammenarbeit mit Wolfram Axthelm, dem Leiter der Presse- und Kommunikationsabteilung der CDU-Fraktion, mit Kathrin Karsten-Neumann, der wissenschaftlichen Referentin für Bildung, Wissenschaft und Kultur,  sowie mit Waja Gwiazda, die mit mir das Sorgentelefon besetzt hat. Fehlen werden mir auch Günter Rühs, mit dem ich mir ein Büro geteilt habe, und meine Kollegin Ilka Lochner-Borst, die zu einer Freundin geworden ist.Und ich danke natürlich Udo Timm und Jörg Vierkant, die in der letzten Phase des Wahlkampfes selbstlos und lautlos meine Petitionsakten bearbeitet haben. 

Dass ich in meiner letzten Landtagssitzung als einzige Abgeordnete der CDU am Mittwoch gegen das Finanzausgleichsgesetz gestimmt habe, entsprang meiner tiefsten Überzeugung. Ich musste es tun. Die Tatsache, dass unser einmaliges Kinder- und Jugendtheater in Parchim nicht die Absicherung erhalten hat, die es braucht, um dauerhaft und eigenständig zu existieren, war für mich Auslöser dieser Entscheidung. Und ich denke, Widerspruch gehört zur Demokratie – solange dahinter kein eitler Profilierungswille steckt. 


Sonntag, 11. Oktober

Der CDU-Kreisverband Parchim hat in dieser Woche einen neuen Vorstand gewählt. Uunsere Vernetzung ist noch ein bisschen stärker geworden. Denn jetzt gehört auch der Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller dem Vorstand an. Kompetente Kommunalpolitiker wie Günter Matschoß aus Pinnow, immerhin stellvertretender Landrat, sind im Führungszirkel schon länger vertreten. Als wiedergewählte Vorsitzende des Kreisverbandes werde ich zukünftig noch gute Kontakte aus dem Bundestag einbringen. Mein Wahlergebnis war ganz ordentlich, denke ich: 93 Prozent. Die Stimmung in der Partei könnte nicht besser sein.

 

Montag, 5. Oktober

Mein Wahlkampfteam ist weiterhin unterwegs - der Plakate wegen. Sie müssen zwei Wochen nach der Wahl abgehängt sein. Es ist wirklich harte Arbeit und ich freue mich sehr, dass sie nicht umsonst war. Ich denke, das werden wir alle gemeinsam in den nächsten vier Jahren sehen. Auf dem Foto ist übrigens mein Unterstützer Michael Berkhahn in Wismar dabei, die Plakate in seinen Kofferraum einzuladen.  

 

Freitag, 2. Oktober

Unsere Landesgruppe steht, Eckhardt Rehberg ist ihr Vorsitzender. Prominentestes Mitglied ist natürlich unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. In den nächsten Tagen und Wochen entscheidet sich, in welchen Arbeitsgruppen und Ausschüssen wir Parlamentarier arbeiten werden. Aber auch der Umzug nach Berlin nimmt einige Zeit in Anspruch. Ich habe schon ein kleines Zimmer gemietet, aber das ist natürlich die leichteste Übung. Politikwissenschaftler sagen ja, dass neue Abgeordnete etwa zwei Jahre brauchen, um zu verstehen, wie der Bundestag insgesamt funktioniert. Ich werde auf jeden Fall sehr fleißig sein im Bundestag, um unsere Region in Deutschland und Europa voranzubringen.

 

Dienstag, 29. September

Ich bin heute in Berlin gewesen. Die CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommerns, der ich als neue Abgeordnete des Bundestages zukünftig angehören werde, hat sich zum ersten Mal getroffen, um das gemeinsame Vorgehen in den nächsten Wochen zu planen. Ich kann an dieser Stelle nur soviel verraten: Wir christdemokratische Abgeordnete wollen gemeinsam das Beste für Mecklenburg-Vorpommern erreichen. Vor uns, auch vor mir liegt eine spannende Zeit. Ich freue mich auf die Aufgaben, die vor uns liegen. Vieles, aber nicht alles ist anders als im Schweriner Landtag - insofern fühle ich mich nur als halber Neuling.

Freitag, 25. September

In der vergangenen Woche kam Werner Zuther an meinen Wahlkampfstand in Wismar, hat sich dort ausführlich informiert, lange mit mir gesprochen und sich dann wieder auf den Weg gemacht.  Gestern kam der Wismaraner wieder vorbei und verkündete: "Ich geben Ihnen meine beiden Stimmen. Die Erststimme für Karin Strenz, die Zweitstimme für die CDU." Großartig!

 

Mittwoch, 23. September

Bei uns zuhause in Sehlsdorf wohnen zwei Kater – Marni und Seti. Beide stehen ziemlich gut im Futter, was auch daran liegen mag, dass sie wirklich gerne Schlagsahne essen und ich sie ihnen auch noch gebe. Seti jedenfalls ist seit neuestem ganz vernarrt in die Mausls, die mich in diesem Bundestagswahlkampf begleiten. Als ich ihn gestern mal wieder beobachtete, ganz vertieft in die kleinen Mäuschen, flatterte mir eine Pressemitteilung der CDU Wismar ins Haus, naja, eher in die Mailbox. Es ging um das Wirtschaftsgespräch, dass ich am Montag im Brauhaus der Hansestadt hatte. Eigentlich, so die Verfasserin, hatte man ja gar nichts berichten wollen. Aber ich hätte so einen kompetenten Eindruck bei den Zuhörern hinterlassen, dass man gar nicht anders könne, als das der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es ging um alle Wirtschaftsthemen, die uns zurzeit beschäftigen, von der Werftenkrise über Steuerbelastungen und Bürokratie bis zur Bankenkrise. Ich habe versucht, jede Frage so gut wie möglich zu beantworten.

In der Pressemitteilung heißt es unter anderem: „In dieser Diskussion konnte Frau Strenz glaubhaft überzeugen, sich für deren Belange einsetzen zu wollen. Sie zeigte auch, dass sie durchaus in der Lage ist sich mit Biss für die Interessen der Menschen einsetzen zu wollen. Überhaupt, wurde allen an diesem Abend deutlich, dass Karin Strenz den Kontakt zum Bürger sucht und dabei keine Berührungsängste hat, auch unangenehmen Fragen nicht aus dem Weg geht.“ Eines ist mir dann beim Lesen durch den Kopf gegangen: Niemand ist ein Allround-Experte. Schon gar kein Politiker. Aber eines müssen Politiker können: Erkennen, was die Menschen bewegt, neues Wissen aufnehmen, anderen vertrauen und vor allem anerkennen, dass am Stammtisch, im Kegelclub und bei der Freiwilligen Feuerwehr ebenso wie in all den Fachministerien Experten sitzen, die helfen können, gute Politik zu machen. Der Politiker muss sie den Menschen erklären können. Das ist der Unterschied. Ich denke, ich kann das. Und das ist auch eines meiner Ziele für den Bundestag: Zeigen, dass ich Politik für unsere Land, für uns, unsere Kinder, für unsere Zukunft mache.

 

 

 

 

Montag, 21. September

Darf ich vorstellen: Das ist mein Mann Kurt Strenz. Er ist (fast) alles in einer Person – mein Ratgeber, mein Kritiker, mein Stratege, mein Psychologe, mein Animateur, mein Aufmunterer und Antreiber, manchmal mein Chauffeur, öfter mein Fahrgast, und auch im Plakateaufhängen und beim Verteilen von „Karin“-Flyern ist er ziemlich gut. Und das nicht erst in diesem Wahlkampf. Kurt ist nämlich mein Stammwähler. Das weiß ich, weil es bei uns zuhause kein Wahlgeheimnis gibt. Kurz: Kurt ist einfach genial. Ich hoffe, dass er mich auch an diesem Sonntag wählt. Versprochen hat er es mir.

 

Sonnabend, 19. September

Wochenendausflüge nach Boltenhagen gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Im Sommer haben wir in der Ostsee gebadet, im Winter sind wir stundenlang an den gefrorenen Eisschollen entlang spaziert – eingepackt in gefühlte zwölf Schichten von Unterhemden, Pullovern, Schals und dergleichen sowie ausgestattet mit Thermoskannen voll Früchtetee für uns Kinder und Glühwein für die Erwachsenen. Heute war ich zum Wahlkampf dort. Schon die Fahrt ist kleines Naturwunder – zur Linken ist die Ostsee zum Greifen nah. Vor Ort war ich mit Kurdirektor Dieter Dunkelmann und meinem Unterstützer Hans-Otto Schmiedeberg wirklich in fast jedem Laden, Kiosk oder Restaurant. Was ich noch nicht wusste: Den kleinsten Buchladen Deutschlands gibt es in diesem schönen Ostseebad. Der Tourismus boomt, aber die Menschen sind so ruhig und freundlich, dass man den Boom gar nicht richtig merkt. Jeder Schritt ein kleines Stück Urlaub. In Grevesmühlen war ich heute auch – zum Tag der Vereine. Kinder haben traditionelle Tänze ganz bezaubernd aufgeführt. Von mir gab’s dafür viele süße Mausls. Jedem Ehrenamtler wieder einmal einen ganz großen Dank für das Engagement.

 

 

Noch eine Woche, dann wählen wir einen neuen Bundestag. Am Mittwoch war die Bundeskanzlerin in Schwerin. Ihre Rede war gut. Ganz ehrlich, diejenigen, die Streit und Zwist von ihr erwarten oder zumindest Dauerschelte für die anderen Parteien, verstehe ich nicht. Im Moment ist eine ruhige und besonnene Politik doch das Beste, was wir von der Bundesregierung erwarten können. Schauen Sie doch zum Beispiel nur einmal nach Ungarn. Dort laufen sich die Rechtsextremen warm. Mit Populismus schlagen sie Kapital aus den Sorgen der Menschen. Das ist der falsche Weg. Wir Deutschen wissen das genau. Angela Merkel ist klug und besonnen. Sie weiß, dass sich eine Demokratie jeden Tag neu beweisen muss. Es war natürlich auch toll, neben der Kanzlerin auf dem Podium zu stehen. Wir kennen uns ja schon eine kleine Ewigkeit. Sie fragte sicherheitshalber vor ihrer Rede noch einmal nach meinen Vornamen. „Frau Strenz, Sie heißen Karin, nicht wahr?“ „Ja“, sagte ich, „aber es wäre doch nicht schlimm gewesen, wenn Sie das nicht gewusst hätten“. Und weiter: „Verübelt hätte ich Ihnen nur, wenn Sie Krenz statt Strenz gesagt hätten.“ Die Kanzlerin: „Das wäre mir nicht passiert, der Name Strenz ist mir wohl ein Begriff.“ Wir mussten beide herzlich lachen. Und das Lächeln der Kanzlerin umarmt wohl jeden, es ist so warm und einnehmend. So, nun aber weiter in den Endspurt. Ich bin zuversichtlich. Gucken Sie mal hier. Die Jugend in unserem Wahlkreis steht hinter mir. 

 

 

 
 

Mittwoch, 16. September

Ich bin gestern den ganzen Tag in Gadebusch unterwegs gewesen, stand so es ja auch in meinem Terminplan: Geschäfts- und Ladenbesuche. Ganz ehrlich: Ich gehe nicht nur im Wahlkampf gerne bummeln. Die Ladenstraßen in kleineren Städten sind mir viel lieber als moderne Einkaufstempel. Es gibt immer etwas zu erfahren, ein kleiner Plausch hier, ein freundlicher Gruß da. Und überall gibt es kleine und feine Besonderheiten zu entdecken. Gadebusch jedenfalls war klasse. Es waren auch Leute der Jungen Union dabei und Ingrid Schafranski, die Geschäftsführerin der CDU in Nordwestmecklenburg. Übrigens: Besonders interessant fand ich die Gespräche im Autohaus Kröger. Es ging um die ausgelaufene Abwrackprämie, neue Kunden und die Zukunft der Branche. Fazit: Nur mit Optimismus und Tatkraft lässt sich die Zukunft meistern. Sehe ich auch so. Morgen erzähle ich vom Wahlkampf unserer Kanzlerin in Schwerin. Sie ist eine starke Frau.  

Dienstag, 15. September

Seit gestern bin ich wieder unterwegs in meinem Wahlkreis. Gleich der erste Termin war einmal mehr der Beweis: Mecklenburg lebt! Lore Cordes hat nach der Wende das alte Gutshaus ihrer Vorfahren vor dem Verfall gerettet. Heute ist das Gutshaus Stellshagen eine der ersten Adressen für Menschen, die Erholung, Entspannung, Natur pur und grüne Kraftquellen in vielen Formen suchen. Die Auslastung beeindruckt: 80 bis 90 Prozent. Die Eigentümerin ist eine starke Frau, die weiß, dass man im Einklang mit der Natur und den Menschen leben muss, um auf Dauer glücklich und auch erfolgreich zu sein. Ihr Engagement, ob sozial oder ökologisch, beeindruckt mich sehr. Genauso verstehe ich das Wort „konservativ“.

 

Freitag, 11. September

Also, wenn das Wahlergebnis von CDU/CSU am 27. September in die Nähe meines Fiebers der vergangenen Tage kommt, dann wird die Freude groß sein. (Gegen ein bisschen mehr hätten wir natürlich alle nichts.) Aber das Gute an hohen Temperaturen ist ja, dass sie all den kleinen Krankheitserregern den Garaus machen. Zwar kann ich noch keine Bäume ausreißen, aber immerhin schon wieder ein bisschen planen, und zwar die nächsten beiden Wochen mit dem Endspurt. Gerade habe ich den aktuellen Kalender veröffentlicht, damit Sie sehen, wo ich unterwegs bin. Von Montag an will ich wieder die Menschen für mich und meine Politik gewinnen. Dann gibt es auch wieder (fast) jeden Tag Neuigkeiten. Ganz ehrlich: Schniefend und hustend im Bett sitzen und Fencheltee trinken ist zwar ein, zwei Tage in Ordnung, aber irgendwann ist auch genug damit. Ich freue mich riesig auf Montag.

 

Mittwoch, 9. September

Eigentlich standen in meinem Kalender für diese Woche viele spannende Termine. Leider muss ich passen, leider kann ich nicht hingehen. Mich hat’s erwischt, aus der Erkältung, mit der ich mich schon viel zu lange quäle, ist eine schlimme Bronchitis geworden. Der Arzt hat strenge Bettruhe verordnet. Und ehrlich gesagt: Im Moment wüsste ich auch gar nicht, wie ich aus dem Bett rauskommen sollte. Ich will aber gar nicht klagen, so was erwischt ja fast jeden einmal und es ist immer ärgerlich. Allerdings: Für jemanden, der in drei Wochen in den Deutschen Bundestag gewählt werden möchte, ist das auch psychisch eine ganz schön unangenehme Sache. Die ganze Zeit denke ich: Eigentlich müsste ich jetzt da draußen sein, bei den Menschen in unserem Land, und sie für mich und meine Politik begeistern. Stattdessen liege ich im Bett. Der Computer auf meinem Bauch ist jetzt so etwas wie meine Verbindung nach draußen. Weil ich gerade nicht im Lande unterwegs sein kann, habe ich eine Bitte. Schreiben Sie mir, sagen Sie, was Sie bewegt. Ich antworte – wie immer – nur diesmal eben schriftlich. Und ich versuche, so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen. Versprochen!

 

Sonnabend, 5. September

Das war eine Woche: anstrengend, aber schön und mit sehr, sehr vielen interessanten Gesprächen. Ich bin ja immer viel in meinem Wahlkreis und im ganzen Land unterwegs, um zu erfahren, was die Menschen bewegt. Aber jetzt, vor der Bundestagswahl, ist das noch mal eine ganz neue Erfahrung. Was mich besonders beeindruckt: Von Politikverdrossenheit merke ich kaum etwas. Vielmehr machen sich die Menschen Gedanken, haben Ideen und Visionen. Ich sage es ja: Mecklenburg lebt. Gestern war ich auf Kremserfahrt, das ist eine dieser liebenswerten Traditionen, die ich so mag. Auf dem Pferdewagen geht es durch die Natur, es wird gesungen, geredet und sinniert. Kein Handyklingeln, dafür Vogelgezwitscher, ein Reh auf der Lichtung, das Quaken der Frösche und herrlich frische Luft. Gestern waren wir mit zwei Pferdestärken im Parchimer Stadtwald unterwegs. Sie sehen, ich bin begeistert. Doch damit nicht genug. Am Abend spielten Mühlenberg & Co. So eine tolle Band. Ich liebe die Musik. In ihr finde ich alles wieder, was in meinem Leben eine Rolle spielt.

 

Montag, 2. September

Nach dem Unternehmerfrühstück heute Morgen in Parchim habe ich mich gleich aufgemacht, um in Parchim und Sternberg Geschäftleute in ihren Läden und bei der Arbeit zu treffen. Mit dabei war Sternbergs stellvertretender Bürgermeister Olaf Steinberg. Besonderes Highlight: Die Sternberger Optikerin Marion Müller feierte ihr 25-jähriges Meisterjubiläum. Die Zahl der Gratulanten war groß. Wie schön, dass unsere Unternehmen so gut verwurzelt sind. Auch ich gratuliere und stelle fest: Mecklenburg lebt!

 

Montag, 1. September

Mecklenburg lebt! Das habe ich heute in der Ostsee-Molkerei in Wismar wieder einmal gesehen. Dort hat unser großer Milchproduzent heute den symbolischen Startschuss für den Lieferbeginn (Inbetriebnahme) der Dampferzeugungsanlage gegeben. Für mich als große Sahneliebhaberin ist so ein Molkereibesuch ja wie eine Visite im Milchhimmel. Dass die Eröffnung heute  eine große Sache war, zeigt die anwesende Prominenz von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel bis zum Vorstandschef von E.ON, Bernd Dubberstein. Zum Glück gab’s einige Verzögerungen. Da hatte ich ausreichend Zeit für gute Gespräche mit Gästen und Mitarbeitern. Dass Politiker sich selten an Zeitpläne halten, hat eben auch etwas Gutes – für die, die pünktlich kommen.

 

Sonntag, 30. August

 

Schweriner Volkszeitung, 29. August 2009, Seite 4

Sonntag, 30. August

Gestern hatte ich einen sehr, sehr sportlichen Tag: erst beim traditionellen Leistungsvergleich der Freiwilligen Feuerwehren Nordwestmecklenburgs in Züsow, dann beim 15. Wismarbucht-Schwimmen. Ganz wichtig für die Feuerwehren ist die Jugendarbeit. Als Tochter eines Feuerwehrmanns freue ich mich immer, wenn ich sehe, wie viele junge Leute hier einen Teil ihrer Freizeit verbringen und nicht nur lernen, wie man Brände löscht und Menschenleben rettet. Toll finde ich, wenn Mädchen sich engagieren. Diese hier kannten mich nur von den Plakaten und fanden es witzig, mich persönlich kennen zu lernen. Als sie Mausl sahen, sagten sie: „wie cool ist das denn“ und wollten gleich schauen, was auf meiner Webseite los ist.

Hinterher war ich beim Wismarbucht-Schwimmen. Ganz ehrlich, ich bin keine Wasserratte. Darum bewundere ich alle, die sich in die kalten Fluten zwischen der Insel Poel und Hohen Wieschendorf auf dem Festland geworfen haben. Organisator war die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Wismar (DLRG) Es war das 15. Wettschwimmen in diesem herrlichen Landstrich. Ich hatte die Ehre, Harald Schütt eine Tafel mit Inschrift zu überreichen und ihm dabei für seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit als Präsident der Wismarer DLRG zu danken. Er ist so bescheiden und dankt jedem, der dabei ist. Organisiert und initiiert hatte dieses Rennen Dr. Joachim Behrensen, der bislang alle 15 Rennen mit geschwommen ist. Fazit: Allen Ehrenamtlern wieder ein ganz großes Dankeschön für ihr Engagement.

 

Sonnabend, 29. August

Unser Land ist so schön, dass es mich manchmal zu Tränen rührt. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind für mich die schönsten Augenblicke des Tages. Gestern Abend habe ich diesen wunderschönen Horizont gesehen, während an unserem Haus in Sehlsdorf die Kraniche vorbeiflogen. Sie waren auf dem Weg zu ihrem Schlafplatz. Die Nacht verbringen sie in den Langenhägener Seewiesen, einem der schönsten und bedeutendsten Reviere dieser stolzen Vögel. Wenn ich am Schreibtisch sitze, kann ich ihre typischen Rufe hören. Ich sitze dann, lausche und denke über den Sinn unseres Daseins nach.

 

Donnerstag, 27. August

Wäre ich nicht mit ganzem Herzen Politikerin, dann wäre ich wohl in der Logistikbranche tätig. Dort kann man sehen, wie unsere Welt zusammen wächst, und sich immer von Neuem verblüffen lassen, wie ein eben versendeter Gegenstand sein Ziel erreicht. Unsere Region, gelegen zwischen Hamburg, Berlin und den anderen Ostseeanrainerstaaten, ist ein genialer Ausgangspunkt für Vertriebsunternehmen. Gestern war ich in Neukloster, wo die Firma RegionalPaket eine riesige Logistikhalle baut und weiter expandiert. Die sympathischen Herren auf dem Foto sind die Geschäftsführer des Unternehmens: Ingo Kaldarasch und Jörg Retzlaff. Ich war sehr von ihnen und ihrem Unternehmen beeindruckt, das wirklich fast alles vom Sender zum Empfänger bringt. So dynamisch geht es in unserem Land zu. Mecklenburg lebt, weil es hier so tolle Unternehmer gibt.

 

Sonntag, 23. August

Ich habe es ja schon gestern gesagt: An diesem Wochenende feiert Mecklenburg. Heute war ich in Wismar beim Schwedenfest. Dort erinnert die wunderschöne Hansestadt, dass sie 155 Jahre – von 1648 bis 1803 – zu Schweden gehörte. Danach befand sich Wismar im Herrschaftsbereich des Herzogtums Mecklenburg. Die Schweden hatten es den Schweriner Herzögen verpfändet. Und weil unsere nördlichen Nachbarn das Pfand nicht einlösten, fiel die Stadt 1903 ganz an Mecklenburg. Aber: Die Schwedische Herrschaft hat viele Spuren hinterlassen, und das feiern die Wismarer und viele Freunde. Die Traditionen von einst verbinden Mecklenburg und Schweden noch heute. Auf allen Gebieten arbeiten wir zusammen: Hochschulen, Kammern, Städte, Verwaltung etc. Hier wächst Europa wirklich zusammen. Ich habe mich sehr gefreut, Wismars ebenso sympathischen wie kompetenten Bausenator Michael Berkhahn zu treffen. Als mich dann die hanseatische Bürgerschaft noch so herzlich in ihrer Mitte aufnahm, habe ich mich richtig zuhause gefühlt. Überhaupt der Umzug: Alle Verbände, Vereine, die Hochschule und sogar die gesamte Stadtverwaltung waren dabei, herrlich kostümiert und zu Fuß oder auf Pferden und mittelalterlichen Holzwagen unterwegs, das leuchtende Blau-Gelb unzähliger schwedischer Flaggen und Fähnchen dabei.

  

 

 

Sonnabend, 22. August

Unser Land erlebt gerade ein herrliches Festwochenende. Überall feiern die Menschen ihre Traditionen und zeigen, wie gut es tut, an Bewährtem festzuhalten. Ich war heute in Kobrow II und in Lübz unterwegs. Kobrow ist ein kleines Dorf inmitten des Naturparks „Sternberger Seenland“ und trägt auch den Titel Museumsdorf. Dort lässt sich erfahren, wie die Mecklenburger im vergangenen Jahrhundert und auch davor Landwirtschaft betrieben haben. Es gibt ein Kutschen- und ein Agrarmuseum. Und beim Kartoffelfest – dem siebten – gibt es natürlich jede Menge Kartoffeln: frisch vom Acker, als Brot aus dem Back- und Rauchhaus, als Puffer und, ja, als Maus. Neben einer Kartoffelkönigin gibt es eine Kartoffelmaus, die ganz schnell ganz dicke mit Mausl Karin war. Dass solche Feste in Mecklenburg stattfinden, verdanken wir vor allem auch Vereinen wie dem Heimatverein Sternberg. Deren Mitglieder arbeiten das ganze Jahr über für die Traditionen unseres Landes. Ein großes Dankeschön für dieses ehrenamtliche Engagement. Unsere Kinder und Enkel haben es auch ihnen zu verdanken, wenn sie Geschichte so anschaulich lernen können.  

 

Heute war Anstich beim Lübzer Turmfest. Rund um den Amtsturm, der ja über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt ist, feierten unzählige Menschen das große Volksfest. Es ließ sich einige Prominenz sehen, allen voran der Chef der Lübzer Brauerei Willi Horn, Bürgermeisterin Gudrun Stein, Vize-Landrat Günter Matschoss und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller. Zur Lübzer Brauerei habe ich schon seit meiner Jugend eine besondere Beziehung: In den Sommerferien habe ich stets drei Wochen Nachtschicht im Brauereikeller gemacht und mir so ein bisschen Geld verdient. Das war hart, aber auch interessant. Seitdem verfolge ich die Entwicklung des Unternehmens. Den traditionellen Anstich hat unsere wunderbare Bürgermeisterin Gudrun Stein wieder herrlich hinbekommen: Passgenau nach dem dritten Schlag floss das Bier. Das war ein wirklich schöner Sonnabend.

 

 

 
 

Mittwoch, 19. August

"Tolle Gegend, Dein Wahlkreis", schrieb mit gestern Stefan Moschinski, der zusammen mit meiner Mitarbeiterin Raina Basler und Ulrich Ritschel, dem Dachdeckermeister aus Sternberg, seit einigen Tagen Plakate in Nordwestmecklenburg aufhängt. Er sagte noch, dass schon der Anblick der Landschaften gut tiäte und die Freundlichkeit der Menschen sowieso. Dem kann ich nur zustimmen.  Schön, dass ich so tolle Leute in meinem Team habe.

 

Montag, 17. August

Auch gestern haben wir wieder den ganzen Tag lang Plakate in meinem Wahlkreis aufgehängt – und dabei so manches kleine Abenteuer erlebt. Raina Basler, bei der ja alle organisatorischen Strippen des Wahlkampfes zusammenlaufen, war mit Stefan Moschinski und dem Sternberger Dachdeckermeister Ulrich Ritschel in Nordwestmecklenburg unterwegs. Kurz vor der Insel Poel - die drei waren gerade ganz verzückt vom Vogelflug in der Abenddämmerung – ist ihnen der Keilriemen des Transporters gerissen. Ich weiß nicht, wie sie es angestellt haben, aber sie haben ihn repariert und auch die letzten Plakate angebracht. Das sind schon tolle Frauen und Männer, die ich da in meinem Team habe. Sie packen Probleme einfach an und lösen sie – da wird nicht groß rumgeredet, sondern gearbeitet. Das ist ja ohnehin typisch für uns Mecklenburger und genauso halte ich es ja auch mit der Politik.

 

 

Sonnabend, 15. August

Wahlkampf ist oft auch Handarbeit. Heute habe ich mit meinen Unterstützern Juliane, Christian und natürlich Ehemann Kurt von morgens um 10 Uhr an Plakate – viel Strenz (mindestens 100), viel Merkel – in Goldberg, Lübz und Umgebung aufgehängt. Ich frage nachher gleich mal in die Runde, ob jemand seine Finger noch spüren kann. „Medaillen der Arbeit“ würde wohl so mancher Handwerker oder Bauarbeiter jetzt sagen. Die nächsten Tage geht es weiter so. Ich freue mich, denn jedes meiner Plakate soll den Menschen im Land auch sagen: Sprechen Sie mich an! Lassen Sie uns über unsere Region oder auch ganz Persönliches sprechen! Ich bin für Sie da!

 

Donnerstag, 13. August

Gerade komme ich aus Görslow. Dort hat die Bundesbeauftragte für die Unterlagen der Staatssicherheitder DDR eine Außenstelle. Drei Stunden war ich zusammen mit Kultursstaatssekretär Udo Michalik dort. Und mir ist so mancher Schauer über den Rücken gelaufen. Denn vor Ort wurden meine schlimmen Erinnerungen an die Staatsspitzel wieder lebendig. Die haben mich mit miesen, gegen meine Familie gerichteten Mitteln gezwungen, mich von meiner ersten großen Jugendliebe zu trennen, weil seine Großmutter in Hamburg lebte. Und wenn ich nur dran denke, dass wir unsere Jugend kaum ohne Vorsichtsmaßnahmen genießen konnten, selbst Altersgenossen haben ja gespitzelt. Kaum dass man sich versah, stand man schon unter Staatsfeindverdacht. Grund: Wir hatten mit ein paar Leuten Udo Lindenberg "Sonderzug nach Pankow" am Vorabend gehört. Ein anderes Mal waren Freunde von mir tagelang "verschollen", weil wir im Jugendclub das Deutschlandlied ("Deutschland einig Vaterland") gesungen hatten.

Und das sind nur ein paar meiner persönlichen Erinnerungen an die Staatssicherheit und ihre treuen Diener. Viele Menschen in unserem Land mussten viel, viel extremere Situationen überleben.  Eins ist mir daher ganz wichtig: So vorbildlich wie unser Land die NS-Vergangenheit aufarbeitet, so intensiv sollten wir uns auch mit der Geschichte der DDR beschäftigen. Vor allem das viele Unrecht darf nicht in den Archiven verstauben. Im Gegenteil, politische Bildung ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft. Lehrerfortbildung und Schulprojekte sind da gute Instrumente – das Gymnasium Crivitz zeigt, wie interessant das sein kann. Politische Bildung macht Geschichte lebendig und hilft uns zu verstehen, wann und warum Menschen aus (vermeintlich) politischen Gründen moralisch versagen. Wieder einmal habe ich mir vor Augen gehalten, wie wichtig mir die Politik ist, dass ich aber für nichts auf der Welt meine Moral und mein Gewissen verraten würde. Da halte ich mich ganz strikt an Voltaires wunderbares Diktum: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.”

 

Sonnabend, 8. August

Das Quellfest in Marnitz ist ein großes Ereignis in unserer Region und hat eine lange Tradition, die aber leider irgendwann in Vergessenheit geraten war. Erst zehn Jahre nach der Wende, 1999, haben Mecklenburger, Brandenburger und viele Gäste das Fest an den Quellen der Ruhner Berge erstmals wieder gefeiert. Heute war ich beim zehnten Jubiläum dieses großartigen Volksfestes in so wunderschöner Umgebung. Hunderte von Gästen waren dort, das Burgfräulein natürlich und, ganz wichtig, der Fanfarenzug aus meiner Geburtsstadt Lübz. Ganz entzückend waren auch die kleinen Waldfeen. Die Region ist ja bekannt für ihren sanften Tourismus und gilt als Geheimtipp für Naturliebhaber und Radtouristen. Mir ist ganz wichtig, dass Ländergrenzen – Mecklenburg hier, Brandenburg dort – nicht trennen, sondern verbinden, wenn es um Regionalentwicklung geht. Na, und die Menschen, die ich heute getroffen habe, leben vor, wie einfach das geht und wie viel Spaß das machen kann. 

 
 

Sonnabend, 8. August

Dass ich Kinder liebe, ja geradezu vernarrt in sie bin, wissen Sie längst. Ich versuche stets, unsere Jüngsten für alles Mögliche zu begeistern. Auf der einen Seite stehen da Theaterbesuche, Leseabende und andere schöne Begegnungen, auf der anderen Seite das Engagement und die Hilfe für kleine Erdenbürger, denen es gerade nicht gut geht. Der Verein Hanse-Tour-Sonnenschein organisiert jedes Jahr eine Radtour, auf der viele Menschen Spenden für krebskranke und chronisch kranke Kinder sammeln, in dem sie auf dem Weg durch mehrere Bundesländer kräftig in die Pedale treten. In Plau haben der Bürgermeister und ich gestern 200 Radler begrüßt, darunter einige bekannte Gesichter aus Politik, Wirtschaft und Sport. Am Kopf des Trupps fuhr Eckhardt Rehberg, der für unser Land im Bundestag sitzt und mit dem ich schon seit vielen Jahren zusammenarbeite. In Plau kam eine recht stattliche Spendensumme zusammen, mit deren Hilfe ein Baby-Lungenfunktionsgerät für die Rostocker Kinderonkologie und zwei Ultraschallgeräte für solche Einrichtungen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg gekauft werden sollen. Ich bin begeistert von Helmut Rohdes Engagement: Der Tourmanager und Fördervereinsvorsitzende und  natürlich die vielen Radler, Sponsoren und Spender zeigen, wie viel Freude Hilfe machen kann. 

 

Donnerstag, 6. August

Ich sagte ja schon, wir, mein Team und ich, sind viel auf Mecklenburgs Straßen unterwegs. Wenn Sie dieses Auto sehen, dann sitze ich drin oder bin ganz in der Nähe. Kommen Sie auf mich zu und lassen Sie mich wissen, was ich für Sie tun kann. Ich bin für Sie da!

 

Mittwoch, 5. August
 

Die vergangenen Tage war es hier etwas ruhiger. Es ist keine Ausrede, wenn ich sage: Wir haben viel zu tun, mein Team und ich, wir sind oft von morgens bis abends unterwegs in Westmecklenburg. Erst heute habe ich den Reitstall Klein Warin besucht, eines dieser Unternehmen, die nie erwähnt werden, wenn es um Wirtschaft und Arbeitsplätze geht. Dabei sind es Unternehmer wie die Eigentümerin Brit Risch, die das Land braucht. Ich war begeistert: Zwei Lehrlinge, zwei Jugendliche im berufsvorbereitenden Jahr, zwei Mitarbeiter und die Meisterin selbst kümmern sich hier um 30 Hektar und 20 Pferde – und das seit mittlerweile 15 Jahren.

 

Sonntag, 19. Juli

Ich bin mit einer ganzen Reihe wichtiger Männer unterwegs gewesen - und ich meine jetzt nicht  Innenminister Lorenz Caffier, seinen Staatssekretär Thomas Lenz oder Ex- Ministerpräsident Harald Ringstorff. Ja, die waren auch dabei, meine Helden waren aber die Kameraden der Feuerwehren des Amtes Sternberger Seenlandschaft und der Bundeswehr. Und ich zähle dazu auch die Frauen, die entweder selbst Mitglied sind oder auf den Partner verzichten, weil gerade ein Einsatz ist. Traditionell sind wir im Juli auf der Warnow mit Schlauchbooten unterwegs und liefern uns ein Rennen. Am Freitag waren es zehn Boote mit mehr als100 Ruderern. Natürlich hatten wir Spaß, und da es plötzlich anfing zu gewittern, waren wir sogar besonders schnell.

Die Wehren des Amtes haben insgesamt 456 Mitglieder, 375 Erwachsene und 81 in der Jugendfeuerwehr. 283 Feuerwehrleute sind aktiv, hinzu kommen 70 Jungen in der Jugendfeuerwehr, 37 Frauen und acht Mädchen. Im vergangenen Jahr rückten die Kameraden unter anderem zum Brand der Fischerei Demel in Dabel aus. Die meisten Einsätze galten Verkehrsunfällen. Insgesamt, so mein Eindruck aus vielen Gesprächen, ist die Stimmung in den Wehren gut. Ich habe allerdings auch verstanden, dass sich die Kameraden mehr Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement wünschen. Sie arbeiten schließlich hart, verzichten auf Freizeit und brauchen überdies einen verständnisvollen Chef, wenn während der Arbeitszeit ausgerückt werden muss.

 

Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Feuerwehrleute. Als Tochter eines Feuerwehrmannes groß geworden, erfährt man eine Menge von der Arbeit, den Sorgen und Nöten. Belastend sind die vielen Schwerverletzten und Toten bei Autounfällen auf unseren Landstraßen. Einen jungen Menschen aus einem Wrack zu schneiden, das vergisst man nie. Diese Arbeit ist nicht nur körperlich hart, sondern geht auch oft ans Herz.

Mittwoch, 15. Juli

"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau." Und hinter der Wirtschaft unseres Landes steht ein starker Mittelstand, der mir bei meiner politischen Arbeit sehr am Herzen liegt. Ganz wunderbar war mein gestriger Besuch bei den Unternehmerfrauen Mülot in Lübz. Das Traditionsunternehmen für Autotechnik und Reifen hat gerade sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Dieser Familienbetrieb mit 30 Angestellten steckt voller Handwerkerleidenschaft und Qualitätsbewusstsein. Und eines ist doch klar: Starke intelligente Frauen mit diplomatischem Geschick sind für den Erfolg unser Wirtschaft und unseres Landes unverzichtbar.

 

Dienstag, 14. Juli

Ich komme gerade von der Förderschule zur individuellen Lebensbewältigung in Sternberg. Ich schätze die Arbeit, die die Pädagogen leisten - und als studierte Sonderschullehrerin glaube ich, das ganz gut beurteilen zu können. Stefan Moschinski, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Schule, habe ich einen Scheck überreicht. Der Verein will mit dem Geld für die Kinder einen Theaterbesuch organisieren.

 

Dienstag, 14. Juli

Gestern Abend haben die Mitglieder des Kreistages Parchim, dem ich als CDU-Fraktionsvorsitzende angehöre, Gudrun Stein als Präsidentin wiedergewählt. Ich bekenne ganz offen, dass dies eine gute Wahl ist. Wie sehr ich Gudrun Stein schätze, dass sie für mich mehr ist als eine Parteifreundin, habe ich schon im Interview mit der Journalistin Barbara Arndt erzählt. Gudrun Stein ist eine großartige Volksvertreterin, im Amt überparteilich, im Ton menschlich, in der Sache, wenn es drauf ankommt, sehr resolut und verlässlich. Mich freut besonders, dass dies auch die Kollegen der anderen Fraktionen so sehen. Denn die CDU ist mit 17 Abgeordneten zwar die stärkste Fraktion im Kreistag, hat aber keine eigene Mehrheit. Für Gudrun Stein haben also nicht nur wir Christdemokraten gestimmt. Mein ganz persönliches Geschenk an sie war übrigens ein Steuerrad mit einem irischen Spruch, der übersetzt lautet: "Auf dem Kurs im Leben kann man den Wind nicht immer im Rücken haben. Halte Kurs!" Nicht zu vergessen ist, dass der Kreistag nun arbeitsfähig ist, und natürlich haben wir auch die Besetzung der Ausschüsse, Aufsichtsräte und Zweckverbände per Wahl geregelt. Die Arbeit kann beginnen.

 

Montag, 13. Juli

Mehr als 30 Boote sind am Sonnabend bei der 20. Badewannenrallye in Plau am See am Start gewesen. Dass sie mehr als eine Wettfahrt auf der Elde zwischen Hubbrücke und Schleuse ist, weiß jeder, der schon einmal zugeschaut hat. Die Badewannenrallye ist ein Volksfest. Es ist gar nicht hoch genug zu bewerten, was Karin Weber und ihre Kollegen vom Präsidium des Badewannenvereins Jahr für Jahr mit diesem Fest für Plau am See und die ganze Region leisten. Das ist beste Werbung, die zeigt, dass Mecklenburg lebt!

 
 

Donnerstag, 9. Juli

Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die chinesische Provinz Henan - dort wohnen 100 Millionen Menschen - arbeiten schon länger zusammen. Jetzt haben unser Wirtschaftsminister Jürgen Seidel und Xu Guangchun als Vertreter ihrer beiden Länder vereinbart, dass sie dies in Zukunft noch intensiver tun werden, vor allem wirtschaftlich, kulturell und sozial. Demnächst erzähle ich an dieser Stelle mehr zum Thema Mecklenburg-Vorpommern und Henan, schließlich bin ich nicht ganz unschuldig daran, dass die ersten Verträge schon vor zwei Jahren unterschrieben wurden.

 

Mittwoch, 8. Juli

Beim Landesbläserfest in Gadebusch habe ich unseren Bildungsminister Henry Tesch getroffen. Es ist kein Geheimnis, dass ich ihn für den idealen Mann in diesem schwierigen Amt halte. Er ist ein Fachmann, dem aber als ehemaliger Schulleiter auch die Praxis nicht fremd ist, und macht unaufgeregt Politik. Auf sein Wort ist Verlass. Natürlich haben wir auch über meine Kandidatur für den Bundestag gesprochen. Henry Tesch ist ähnlich optimistisch wie ich, was meine Chancen betrifft. Er sagte: "Mecklenburg-Vorpommern könnte eine Bildungsexpertin wie dich in Berlin gut gebrauchen."

 

Dienstag, 7. Juli

Ich bin ein bisschen stolz. Zwei meiner Unterstützerinnen, Svenja und Christina, haben in Crivitz ihr Abitur gemacht - und zwar mit 1,3. Ich freue mich und gratuliere den beiden klugen jungen Frauen aus unserer Region.

 

Montag, 29. Juni

Die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion Parchim haben mich heute als Vorsitzende wiedergewählt. Ich freue mich darüber besonders, weil die Wahl einstimmig erfolgt ist. Ich verstehe dies als Zeichen großen Vertrauens und bin sicher, dass wir zum Wohle der Menschen im Landkreis Parchim weiterhin gut zusammenarbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon in meiner Zeit im Landtag habe ich eine Klasse der Sternberger Förderschule zur individuellen Lebensbewältigung  am Kindertag nach Groß Raden eingeladen. Natürlich setze ich diese Tradition auch jetzt als Bundestagsabgeordnete fort - Getränke und Grillwürste gehen auf mich.  Vorgestern am Nachmittag trafen wir uns wieder im Archäologischen Freilichtmuseum, grillten gemeinsam, backten, scherzten und spielten. Museumsleiterin Heike Pilz hatte den Schülern aus Sternberg – sechs Jungen und einem Mädchen – sogar den Eintritt erlassen. Dass sie den Ausflug genießen, war offenkundig: Es wurde viel gelacht und getobt.

 

 

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