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Herzlich Willkommen auf www.strenz.de!

Hier erfahren Sie fast alles über mich. Seit Oktober 2009 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu meinem Wahlkreis gehören die Hansestadt Wismar, die Region Nordwestmecklenburg und Parchim. Sprechen Sie mich an! Jede Woche bin ich unterwegs in Mecklenburg. Oder besuchen Sie mich mit Ihrem Verein oder Ihrer Schulklasse in Berlin und lassen Sie sich durch den Reichstag führen. Sagen Sie mir, was Sie sich wünschen für Ihre Heimat, was Sie stört oder persönlich besorgt. Nutzen Sie die Chance, eine Mecklenburgerin in Berlin zu haben.

Liebe Grüße Ihre Karin Strenz, Mitglied des Deutschen Bundestages

   

   

27. Januar ► Zwei besondere Gäste zum Wochenausklang 

Wenn man wie ich dem Verteidigungsausschuss des Bundestages angehört, war es eine ungemein spannende Parlamentswoche. Am Dienstag blickten alle auf den „Anwalt der Soldaten“, wie der Wehrbeauftragte auch genannt wird. Hellmut Königshaus stellte seinen Jahresbericht 2011 vor, er lobte und rügte. Gestern wiederum haben wir im Plenum den Abzug unserer Soldaten aus Afghanistan beschlossen. Um diese beiden Themen geht es dann, sehr ausführlicher, in meinem heutigen Brief aus Berlin. Einen ziemlich schlimmen Skandal hatten wir überdies, gegen den Watergate anno 1972 in den USA ein Kavaliersdelikt war. Ich sage nur: Kürschnergate. Auch dazu mehr in meinem Brief.

Und dann haben sich zum Wochenausklang noch zwei ausgesprochen nette und interessante Männer gewissermaßen die Klinke meines Büros in die Hand gegeben. Zunächst besuchte mich Generaloberstabsarzt Dr. Ingo Patschke, der für mich als Berichterstatterin meiner Fraktion für den Sanitätsdienst ein sehr wichtiger Gesprächspartner ist. Denn Dr. Patschke ist Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Und dann kam noch ein Mann, der in jüngster Zeit oft im Fernsehen auftritt, weil er wie kaum ein anderer Experte erklären kann, was in Europa gerade passiert. Und auch in meinem Büro gelang dem Börsenmakler Dirk Müller dieses Kunststück. Natürlich ist damit die Schuldenkrise keineswegs gelöst. Aber schön ist es allemal, die Probleme scharf unter die Lupe zu nehmen.

Mit Dirk Müller in meinem Berliner Büro

 


25. Januar ►Ein besonderes Treffen mit Julija Timoschenkos Tochter

Nur selten schafft es die Ukraine in die deutschen Medien – obwohl sie nach Russland das größte Land Europas ist. Im Herbst 2011 aber tauchte die einstige Sowjetrepublik nicht nur in den großen Tageszeitungen hierzulande auf, sondern sogar auf dem Boulevard.

Natürlich lag das auch an einer Frau, die bei
uns sehr bekannt ist: Julija Timoschenko. Die Politikerin mit dem Haarkranz, Heldin der Orangen Revolution von 2004 und lange Regierungschefin, wurde in Kiew wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Viele in Berlin – und ich gehöre zu ihnen – betrachten die Entwicklung der Ukraine mit großer Sorge. Das Land befindet sich unter Viktor Janukowitsch, der vor fast zwei Jahren Präsident wurde, leider auf einem antidemokratischen Kurs.

Nun muss man aus Julija Timoschenko keine Heilige machen. Auch sie hat in ihrer Amtszeit nicht nur Wunder vollbracht, und sie war Teil eines politischen Systems, das selbst Ukrainer kaum durchblicken. Aber eines hätte sie in jedem Fall verdient gehabt: einen fairen Prozess. Und den gab es in diesem Fall eindeutig nicht.

Am Montagabend habe ich in Straßburg, wo ich als Abgeordnete der Parlamentarischen Versammlung des Europarats war, Julija Timoschenkos Tochter Jewgenija Carr (Foto oben) getroffen und mich sehr lange mit ihr unterhalten. Sie schilderte mir die unmenschlichen Haftbedingungen, unter denen ihr Mutter leidet. Jewgenija Carr will für ihre Mutter kämpfen und sucht deshalb Unterstützer, auch und gerade im Westen Europas. Ihr Ziel ist es, das Kiewer Urteil vom Herbst 2011 in den Schlagzeilen zu halten. Der Name Julija Timoschenko, sagte sie, soll nicht aus der Politik und nicht aus den Medien verschwinden.

Übrigens: Bislang war ich in Straßburg Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Lokale und Regionale Angelegenheiten. In dieser Woche bin ich nun in den Kulturausschuss gewechselt. Gerade mit Blick auf die vielen Kulturdenkmäler und Schlösser im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist das eine äußerst reizvolle Arbeit.

Und einen neuen Präsidenten hat die Europaratsversammlung: Es ist der Franzose Jean-Claude Mignon (Foto rechts), den wir bereits im Oktober gekürt hatten.


23. Januar ► Heimatgefühle auf der Grünen Woche

Mit Thomas Bockhold (M.) und Till Backhaus

Jeder Bundestagsabgeordnete muss damit leben, dass er seine Heimat nicht immer unmittelbar erlebt, weil in Berlin gerade viel zu tun ist. Umso schöner ist es dann, wenn die Heimat nach Berlin kommt. So war es für mich am vergangenen Freitag, als ich die Internationale Grüne Woche besucht habe.

Viel Zeit verbrachte ich dabei natürlich in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle und traf dort Landwirtschaftsminister Till Backhaus, den ich aus Schweriner Tagen noch gut kenne. Wir sprachen auch über ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt: eine deutsch-aserbaidschanische Zusammenarbeit in der Landwirtschaft. Backhaus und ich werden dieses Thema demnächst einmal in Ruhe besprechen.

In dieser Woche werbe ich dafür übrigens auch als Abgeordnete der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg.

Außerdem traf ich Ilka Rohr, die Leiterin der Stabsstelle Regionalentwicklung im Landkreis, und Reinhard Neumann von der Schauimkerei in Plau am See (Bild rechts). An meiner Seite war an diesem Tag Thomas Bockhold, Geschäftsführer der FWW Fahrzeugwerk GmbH und wichtiger Vertreter der Industrie im Nordosten.

 


20. Januar ► So wird 2012

Ich versuche mich heute mal an einer kleinen Jahresvorschau, wobei alle Angaben ohne Gewähr sind und der Rechtsweg ausgeschlossen ist. Der italienische Politiker Ignazio Silone (1900-1978) hat einmal gelästert: "Der Ruhm vieler Propheten beruht auf dem schlechten Gedächtnis ihrer Zuhörer." Im Jahreswirtschaftsbericht, der am Dienstag vorgestellt worden ist, heißt es an einer Stelle: "Die Jahresprojektion der Bundesregierung beruht auf der zentralen Annahme, dass im Laufe dieses Jahres die Lösung der Schuldenkrise in Europa weiter vorankommt und sich die Verunsicherung an den Märkten allmählich auflöst."
 
Meine Jahresprojektion beruht auf der zentralen Annahme, dass alles so kommt, wie ich annehme. Mehr erfahren Sie in meinem heutigen Brief aus Berlin.


18. Januar ►Wunder sind ein rares Gut

Wunder sind ein rares Gut – im Leben genauso wie in der Politik. Und deshalb sollte niemand verblüfft oder gar erschüttert sein über das Ergebnis der Parlamentswahl in Kasachstan, die ich als Wahlbeobachterin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats verfolgt habe. Statt Wunder bietet die Politik Fortschritte – und deren Größe zu bewerten liegt im Auge des Betrachters.

Ja, gesiegt hat die Partei des Präsidenten Nursultan Nasarbajew (Nur Otan - Strahlendes Vaterland) – und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagt, dass nicht alle demokratischen Regeln beachtet worden seien.

Kasachstan ist noch keine westlichen Demokratie  – wer würde das bestreiten? Nur sollte man sich auch vor Überheblichkeit und Arroganz hüten. Auch Deutschland ist nicht als Demokratie auf die Welt gekommen, Mutige haben sie erkämpft, dann ging sie zwischenzeitlich verloren und erstand nach 1945 wieder auf – aber für die nächsten 45 Jahre auch nur in einem Teil. 

Eröffnung der Wahl (oben) und in einer klassischen Jurte im Nationalmuseum

Meine Erfahrungen aus Reisen nach Osteuropa und Zentralasien zeigen: Die Menschen in den einstigen Sowjetrepubliken sehnen sich neben demokratischer Entwicklung vor allem nach Stabilität und wirtschaftlicher Teilhabe.

   

Auszählung der Stimmzettel

 

Unterwegs im Team mit Kollegen aus der Türkei

Aber das heißt nicht, dass Fortschritte unmöglich sind.

Ich werde die Entwicklung Kasachstans, des neuntgrößten Landes der Welt und wohlhabendsten Staates Zentraleuropas, weiter verfolgen und unterstützen.

   

Mit meinem SPD-Kollegen Franz Tönnes, Außenminister
Yerzhan Kazykhanov und Botschafter Nurlan Onzhanov (v.l.)

 

Mit Botschafter Nurlan Onzhanov

 


13. Januar ►Wiedersehen mit der Schönen im Osten 

Der Präsidentenpalast in der kasachischen Hauptstadt Astana

Übermorgen ist Wahlsonntag – aber keine Panik: natürlich nicht bei uns. Kasachstan, der neuntgrößte Staat der Erde, wählt am Sonntag ein neues Parlament – und ich werde als Wahlbeobachterin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats dabei sein und das Geschehen verfolgen.

Und ich freue mich auch auf ein Wiedersehen mit Astana. Die Hauptstadt hatte es mir bei meinem ersten Besuch mit der Deutsch-Zentralasiatischen Parlamentariergruppe im Juni 2011 sehr angetan.


2. Januar ► Neues vom Botschafter

Wie geht es eigentlich Marwin Baron, dem Botschafter meines Wahlkreises in den Vereinigten Staaten? Am 10. November hatte ich zum ersten Mal erzählt, was der junge Mecklenburger aus Retelsdorf als Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschafts-Programms so erlebt fern der Heimat. Nun gibt es eine Fortsetzung aus Loomis, Bundesstaat Washington, und diesmal geht es um Football, Wrestling und Truthähne. Das Wort hat Marwin:  

Ich habe mich jetzt sehr gut eingelebt und fuehle mich haeufig auch schon hier "zu Hause". In der Schule ist laeuft alles sehr gut fuer mich. Ich habe keine Probleme den Unterricht zu folgen und bekomme deswegen auch meistens sehr gute Noten. Die englische Sprache stellt fuer mich im Unterricht keine grossen Probleme mehr da. Ich konnte mir einen festen Freundeskreis aufbauen, ich geniesse es sehr mit meinem Freunden meine Freizeit zuverbringen.

Footballsaison ist nun vorbei, stattdessen nehme ich jetzt am Wrestling teil. Ich habe montags bis freitags von 14:50 bis 17:00 Training. Am Samstag finden Turniere statt. Wrestling bring mir sehr viel Spass, auch wenn es haeufig sehr anstrengend ist. Zusammen mit dem Team hatte ich schon viel gute und einpraegende Erlebnisse, wie in dem gesamten Jahr.

(…) Am 24. November war Thanksgiving, einer der wichtigsten Feiertage in den USA. Wir hatten ein traditionelles Thanksgiving. Die gesamte Familie kam fuer ein Festessen mit Truthahn zusammen.

(…) Wie Sie vermutlich sehen koennen, verbringe ich in den USA eine sehr gute Zeit und geniesse jeden Augenblick meines Jahres.


28. Dezember ►Bescherung im Kosovo

Es kommt im Bundestag eher selten vor, dass sich alle sofort einig sind. Gewöhnlich ist es so, dass schon die Abstimmung unter den Gleichgesinnten einer Fraktion eine Weile braucht - und erst danach setzt man sich mit denen auseinander, die ein anderes Parteibuch haben.  Auch wir Sicherheits- und Verteidigungspolitiker bilden da keine Ausnahme: Wenn unser Ausschuss am Mittwoch um neun Uhr beginnt, weiß man gewöhnlich, dass das Mittagessen ausfallen wird und allenfalls Zeit für einen kleinen Zwischendurch-Snack bleibt. Und wenn wir uns dann um kurz nach 14 Uhr trennen, haben wir viel miteinander besprochen - und dennoch trennt uns immer noch sehr viel.

Kurz vor Weihnachten war es einmal anders: Wir wurden uns schnell einig, es ging schließlich ganz unmittelbar um unsere Soldaten im Einsatz. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft  für Soldatenbetreuung (EAS), deren Bundesvorstand ich angehöre, und ihr katholisches Pendant, die KAS, hatten fünf große Collagen vorbereitet, die wir unterschreiben sollten.  Motto: "Wir denken an Euch - besonders an Weihnachten!"

Ich hatte die große Ehre, eine dieser Collagen vor Ort übergeben zu dürfen - an die deutschen Soldaten im Kosovo und passenderweise in einer OASE, jener Betreuungseinrichtung, die EAS und KAS in den Einsatzgebieten betreiben.

Im Kosovo habe ich nämlich die vergangenen Tage verbracht. Und auch wenn dieser Einsatz nicht vergleichbar ist mit jenem in Afghanistan - ungefährlich ist er keineswegs. In jüngster Zeit gab es immer wieder Konflikte an der Grenze zu Serbien - und übrigens auch verletzte deutsche Soldaten. Und wir sind auch einer der großen Truppensteller: 1.300 der 6.200 Kfor-Soldaten kommen aus Deutschland.

Genießen Sie die letzten Tage des Jahres. Und rutschen Sie gut rein!

   

Unterschreiben im Bundestag, Berlin, Deutschland

 

Übergeben in der OASE, Prizren, Kosovo


16. Dezember ► Paukenschläge statt Besinnlichkeit

Besinnlichkeit? Pustekuchen! Für die letzte Parlamentswoche vor Weihnachten (und  im Jahr 2011) war noch einmal ganz schön was los im Berliner Regierungsviertel, Schloss Bellevue inklusive. Es hätte allerdings auch nicht gepasst in dieses verrückte Jahr 2011, wenn sich die Politik so ganz ohne Paukenschläge und Trommelwirbel in die Festtagsruhe verabschiedet hätte. Dass es noch einmal hoch her gegangen ist in dieser Woche, ist - so gesehen - letztlich nur konsequent.

Auch mein heutiger Brief aus Berlin über die Woche im Parlament strotzt natürlich nur so vor Konsequenz, er beschäftigt sich nämlich mit zwei Themen, über die ich in diesem Jahr immer wieder gern geschrieben habe: Europa und die Bundeswehr.

Viel Vergnügen beim Lesen und einen besinnlichen 4. Advent!

Mein Lieblingsweihnachtsbaum ist übrigens der auf dem Foto rechts, und er steht in der Parlamentarischen Gesellschaft.


14. Dezember ►Junge Stimmen auf Mozarts Spuren 

Der Berliner Mozart-Chor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Fraktioschef Volker Kauder

 Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu meinen Lieblingskomponisten. Sein Klarinettenkonzert liebe ich über alles. Und so bin ich auch ungeheuer gespannt gewesen, wie ein Chor klingt, der sich auf die Musik des Salzburger Wunderkinds spezialisiert hat und sogar seinen Namen trägt. Bei der traditionellen Weihnachtsfeier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gestern Abend im „Tipi“, dem Zelt am Kanzleramt, sang nämlich der Berliner Mozart-Chor. Und die jungen Stimmten enttäuschten uns nicht. Der Auftritt war großartig.

Auch aus einem zweiten Grund wird mir der Abend unvergesslich bleiben. Ich hatte die große Ehre, am Vorsitzenden-Tisch zu sitzen – neben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Fraktionschef Volker Kauder und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner.


12. Dezember ►Bescherung auf Umwegen

Brille aus Deutschland: Mit Konvoichef Tommy Führer (l.) und Optiker Michael Müller beim Brillenanpassen in einer Schule

Ganz leicht war es auch diesmal nicht - aber hat man den Weihnachtsmann schon mal klagen hören? 15.000 Weihnachtspäckchen, von deutschen Kindern für ukrainische Kinder gepackt, hatten die Mitglieder von Round Table Deutschland in den vergangenen Wochen überall in Deutschland eingesammelt. Das waren noch einmal 3.000 Geschenke mehr als beim ersten Weihnachtspäckchenkonvoi in die Ukraine vor einem Jahr. Abermals hatte ich mich entschieden, die Tour zu begleiten - als Schutzengel mit Diplomatenpass für mehr als 40 Konvoiteilnehmer.

   

Pressekonferenz in Odessa

 

Leuchtende Kinderaugen

Odessa, das Ziel unserer Reise, erreichten wir bereits am Montagmorgen, nach weniger als 48 Stunden. Vor einem Jahr hatte uns nicht nur der tiefe Winter mit 20 Grad minus und eisglatten Straßen aufgehalten, sondern auch der Zoll an der Grenze. Neun Stunden hatte die Prozedur damals gedauert. Diesmal: nur fünf Stunden.

Es brachte nur nicht viel, denn es dauerte wieder eine Weile, bis die drei Trucks in Odessa entzollt waren. Erst am Donnerstag begann die Verteilung der Päckchen.

Und es reichte dann immerhin noch für einen Abstecher in ein Kinderheim nach Michailovka - 120 Mädchen und Jungen sind dort untergebracht. Nach dem ersten Besuch des Heims vor zwei Jahren hatten sich die Tabler entschieden, ganz schnell einen Bettentransport zu organisieren und dort erst einmal neue Betten aufstellen zu lassen. Auch eine neue Heizung war dringend vonnöten. Doch eigentlich braucht das Heim eine echte Generalüberholung, seit geraumer Zeit wird die Turnhalle renoviert. Zumindest ein Dach hat sie

   

Nahm mit seiner guten Laune den Kindern die Angst vor
der Brille: Optiker Michael Müller.

 

Ein echter Lichtblick im Kinderheim von Michailovka:
die Betten aus Deutschland

Während ein Teil der Konvoiteilnehmer beim Zoll tagelang auf die Päckchenfreigabe wartete, war ich mit dem Optiker Michael Müller und einigen anderen in einer Schule für sehbehinderte Kinder, wo die Kleinen passgenaue Brillen erhielten. Michael ging sehr umsichtig mit ihnen um, denn auch für kleine Brillenträger ist eines wichtig: nicht nur besser sehen, sondern auch besser aussehen. Diese Aktion geht weiter, schon im Februar geht es für einige vom Team wieder nach Odessa. Mein ganz großer Dank für ihr außerordentliches Engagement gilt den Tablern und vor allem auch der Deutschen Evangelischen Kirche Odessa, ohne deren Unterstützung der Konvoi wohl nicht hätte stattfinden können.

Endlich wieder zusammen: die Tabler und ihre Päckchen nach der Zollgabe in Odessa

Bildergalerie


2. Dezember ► Eine ganz besondere Pflicht

Es ist keine Pflicht im herkömmlichen Sinne, wie eine höhere Instanz sie verordnet. Es ist eine Pflicht, die ich mir selbst auferlege. Ja, ich halte es für meine Pflicht, zu den Soldaten zu sprechen, die in den Afghanistan-Einsatz gehen, ihnen in die Augen zu schauen und auch Worte zu finden für die Familien, die Freunde und Partner. Schließlich ist die Bundeswehr eine Parlamentsarmee - aus guten Gründen übrigens.

In der ersten Demokratie auf deutschem Boden, jener der Weimarer Republik (1919 bis 1933), fehlte diese Kontrolle - und die Reichswehr wurde zum Staat im Staate. Die Bundeswehr ist seit mehr als 60 Jahren eine wichtige Stütze unserer parlamentarischen Demokratie. Und jeder Einsatz, in den sie geht, muss vorher vom Bundestag genehmigt werden. Und deshalb begreife ich meine Teilnahme an einem Verabschiedungsappell wie heute Morgen beim Panzergrenadierbataillon 411 in Viereck bei Pasewalk als Pflicht.  

Mehr über meine Rede und die Regierungserklärung unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel erfahren Sie in meinem Brief aus Berlin. Viel Spaß bei der Lektüre und einen schönen 2. Advent. 


28. November ► Neuland erst gegründet, dann betreten: CDU-Kreisfusionsparteitag in Wittenburg

Unser Herz spricht ja immer die Wahrheit, weil es sich fühlt, wie es gerade fühlt.  Mein Herz hat am Freitagabend ein bisschen geklopft, schließlich fusionieren zwei CDU-Kreisverbände nicht alle Tage. Ja, es war ein wahrhaft historischer Augenblick: Die Christdemokraten aus den Altkreisen Parchim und Ludwigslust haben sich am Freitagabend in der Wittenburger Skihalle das Ja-Wort gegeben und damit die landesweit erste CDU-Fusion nach der Kreisgebietsreform vollbracht.  

Nun weiß ich, dass ein solcher Schritt, mit dem man Neuland nicht nur betritt, sondern vorher sogar noch gründet, nicht jedem Mitglied leichtgefallen ist. Auch das soll so sein. Wer eine lange Zeit seines politischen Lebens in einem Kreisverband verbracht und dort eine Heimat gefunden hat, der nimmt ungern – sozusagen: schweren Herzens – Abschied. Aber dass dann 188 der 200 anwesenden Mitglieder für den Zusammenschluss gestimmt haben, sagt auch etwas aus. Ich übersetze das mit: Wir schauen nach vorn und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.

Wenn aus zwei eins wird, bedeutet das naturgemäß, dass sich auch an der Parteispitze ein bisschen was ändert. Ich meine aber, dass wir die richtige Mischung gefunden haben: viel Kontinuität und viel Aufbruch, Vertrauen auf die Erfahrung und eine Chance für den Nachwuchs.

Die CDU im Altkreis Parchim habe ich mehr als zehn Jahre geführt. Seit 1999 war ich ehrenamtliche Kreisvorsitzende. Und natürlich habe ich mit mir gerungen, ob ich auch den neuen Kreisverband Ludwigslust-Parchim anführen würde.  Nachdem mich mein alter Kreisvorstand am 19. Oktober einstimmig als Kandidatin für den Kreisvorsitz nominiert hatte, gab es für mich kein Zurück mehr. Also bin ich am Freitagabend angetreten. 173 von 200 Mitgliedern gaben mir in geheimer Wahl ihre Stimme – das sind 89,2 Prozent. Ein schönes Ergebnis. 

Mein alter Kreisvorstand - das letzte gemeinsame Bild

Meine Stellvertreter sind die bisherige Ludwigsluster Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Maika Friemann-Jennert, der Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller, der bereits mein Vize war, sowie Alfred Matzmohr und Ulrike Hunz. Unsere gemeinsame Aufgabe wird es sein, unsere beiden alten Kreisverbände Stück für Stück zusammenzuführen – mit Vertrauen und auf Augenhöhe. Der erste große Schritt ist getan. Etwas Großes ist entstanden – im wahrsten Sinne des Wortes: der zweitgrößte CDU-Kreisverband Deutschlands.

   

Glückwünsche von Parteifreund Gerd-Holger Golisz

 

Fleißige Stimmenauszähler in Wittenburg


25. November ► Zahlensalat, große Gesten und Kartenspiele im Bundestag

Liebe Leser, in dieser Woche hatte ich tatsächlich kaum Zeit, mich woanders aufzuhalten als in meinem Büro oder im Plenum. Es war mal wieder Haushaltswoche, und das bedeutet, dass die Ausschüsse nicht tagen. Die Opposition nutzt die Haushaltswoche natürlich für Regierungsschelte, aber ich finde: Dieser Haushalt verdient Respekt. Wir Abgeordneten haben mehrmals namentlich, also mit einer Plastikkarte wie auf dem Foto rechts, abgestimmt. Rot bedeutet nein, blau heißt ja, weiß steht für Enthaltung. Übrigens: Wer eine namentliche Abstimmung verpasst, kriegt eine Geldstrafe aufgebrummt. Wie genau die Haushaltswoche verlaufen ist, lesen Sie in meinem heutigen Brief aus Berlin. Ihnen wünsche ich einen ruhigen und besinnlichen Start in den Advent.  


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